FAUSTBALL: Schweiz verliert in epischem Final gegen Deutschland

An den World Games in Polen erreicht die Schweizer Nationalmannschaft durch einen 3:0-Halbfinalsieg gegen Österreich das Endspiel. Dort fordern die Schweizer Favorit Deutschland wie schon lange nicht mehr, verlieren aber denkbar knapp in sieben Sätzen.

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Überschäumende Freude der Schweizer Faustballer nach dem Halbfinalsieg gegen Österreich. Im Final war aber Deutschland wieder einmal eine Spur besser – oder glücklicher. (Bild: Swiss Faustball)

Überschäumende Freude der Schweizer Faustballer nach dem Halbfinalsieg gegen Österreich. Im Final war aber Deutschland wieder einmal eine Spur besser – oder glücklicher. (Bild: Swiss Faustball)

Das Spiel wogte im siebten Satz hin und her, zwischendurch gelangen dem Schweizer Anschläger Lukas Lässer vom SV Diepoldsau fünf Servicepunkte in Folge. Aber Deutschland, das in den letzten vier Jahren alle ­möglichen Titel gewann (World Games 2013, EM 2014 und 2016, WM 2015) liess sich einfach nicht abschütteln.

Beim Stand von 10:9 für den nördlichen Nachbarn verwertete dieser seinen ersten Matchball.

Trotz Niederlage starke Schweizer Finalleistung

Die Enttäuschung nach dem letzten Ball stand den Schweizern ins Gesicht geschrieben – so nahe an einem Erfolg gegen Deutschland war das Team von National­trainer Oliver Lang schon lange nicht mehr. Aber mit ein paar Tagen Abstand zum Geschehenen werden Lukas Lässer & Co. von einem erfolgreichen Turnier und einem grossartigen Finalspiel sprechen können.

Die Vorrunde kam, wie immer im Faustball, nur schleppend in Gang. Es geht in diesen Spielen einfach um zu wenig: Wie fast immer standen nämlich Deutschland, Brasilien, die Schweiz und Österreich im Halbfinal. Eigentlich geht es in den Aufwärm­spielen bloss darum, in der Vorschlussrunde nicht auf Deutschland zu treffen.

Dieses Schicksal traf diesmal die Brasilianer, die dann wie erwartet den Final aus der Ferne beobachten mussten. Vorher im Spiel um den 3./4. Platz waren die Südamerikaner den Österreichern unterlegen.

Diese hatten es in der Vorschlussrunde mit der Schweiz zu tun. Die Eidgenossen hatten in der Vorrunde den Match zu ihren Gunsten entschieden – und auch im Halbfinal behielt die Lang-Auswahl das bessere Ende für sich.

Der 3:0-Sieg täuscht aber über die wahren Stärkeverhältnisse hinweg. Die Österreicher waren in jedem Satz nahe dran. Aber der Sieg gab den Schweizern umso mehr Auftrieb. «Jetzt ist es an der Zeit, mal gegen die Deutschen zu gewinnen», sagte Lässer nach dem Erfolg im Interview.

Zweimal fehlte nur ein Punkt bis zum Matchball

Und danach sah es lange auch aus. Die Schweiz gewann die ersten zwei Sätze 11:9 und 11:7, den Rückschlag im dritten Durchgang steckten die Rot-Weissen weg und gingen 3:1 in Führung.

Gereicht hat es dennoch nicht. Im sechsten und siebten Satz fehlte den Schweizern jeweils nur ein Punkt zum Matchball. Aber Deutschland erwies sich als abgebrühter.

 

Yves Solenthaler

 

Schweiz: Lukas Lässer, Malik Müller, Kenneth Schoch (Diepoldsau), Mario und Kevin Kohler (Widnau), Raphael Schlattinger (Calw), Ueli Rebsamen, Marco Eymann (Wigoltingen), Nicolas Fehr (Elgg), Luca Flückiger (Vordemwald).