Familiendrama – vieles unklar

Nach dem Tod von zwei Kindern und ihrem Vater in Grabs ermittelt die Staatsanwaltschaft die genauen Todesumstände. Die Polizei geht von einem Tötungsdelikt des Vaters aus.

Merken
Drucken
Teilen
Die Tragödie ereignete sich auf dem Grabser Simmenbödeli. (Bild: Newspictures/Markus Heinzer)

Die Tragödie ereignete sich auf dem Grabser Simmenbödeli. (Bild: Newspictures/Markus Heinzer)

GRABS. Grausiger Fund in Grabs: Die St. Galler Kantonspolizei ist am Sonntag bei der Kontrolle eines ausgebrannten Autos auf zwei verkohlte Kinderleichen gestossen. Die Todesursache der beiden Mädchen ist noch nicht geklärt. Ihr Vater lag mit schweren Verbrennungen einige Hundert Meter daneben. Er starb später im Spital. Der Obduktionsbericht wird aber erst in ein paar Tagen Gewissheit über die Todesursache bringen, wie der Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen, Hanspeter Krüsi, sagte. Die Polizei vermutet allerdings, dass der Vater die Kinder getötet und das Auto in Brand gesetzt hat. Das Auto sei auf einer Lichtung ausgebrannt, sagte Krüsi. Ein Unfall könne ausgeschlossen werden.

Tatumstände werden ermittelt

Die Staatsanwaltschaft St. Gallen hat eine Strafuntersuchung eröffnet. Ziel sei es, die genauen Tatumstände und besonders die Todesursache bei den drei Beteiligten zu ermitteln. Der mutmassliche Täter ist in der Schweiz nicht vorbestraft. Der Mann war der Polizei aber bekannt. Bei der Staatsanwaltschaft war gegen ihn ein Strafverfahren hängig, das jedoch zum vorliegenden Delikt keinerlei Zusammenhänge aufweist und aufgrund des Todes des Beschuldigten voraussichtlich eingestellt wird. Weitere Angaben würden diesbezüglich nicht gemacht, teilte die Staatsanwaltschaft St. Gallen in einer Mitteilung mit.

Die Mutter der beiden Mädchen hatte am Sonntagnachmittag die Polizei alarmiert, weil der getrennt von ihr lebende Mann seine Töchter ohne Bewilligung bei einem Verwandten abgeholt hatte und mit ihnen weggefahren war. Daraufhin leitete die Polizei eine Fahndung nach dem 44-jährigen Schweizer ein. Wenig später ging in der Notrufzentrale eine Meldung über ein brennendes Auto im Gebiet Simmenbödeli ein. Der Grabser Feuerwehrkommandant Ueli Vetsch war einer der Ersten vor Ort. «Wir wussten nichts Genaues. Nur, dass ein Auto in Flammen steht», sagt er. Bei einem Brand von dieser Grössenordnung rücke man immer mit der ersten Einsatzgruppe aus, so Ueli Vetsch. «Wir müssen bei jedem Einsatz mit dem Schlimmsten rechnen und werden dafür professionell geschult.»

Dass die beiden Mädchen nicht in der Region Werdenberg wohnten, bestätigte Hanspeter Krüsi. Weitere Details zur Familiensituation und möglichen Ursachen gab er jedoch nicht bekannt. Dies zum Schutz der Betroffenen. (sda/db)