Facelifting für geschütztes Haus in Widnau

Die Liegenschaft an der Unterdorfstrasse 55 ist wegen ihrer Bedeutung für das Ortsbild als Schutzobjekt eingestuft.

Susi Miara
Hören
Drucken
Teilen
Nur die Scheune an der Unterdorfstrasse 55 in Widnau soll abgebrochen werden. Das alte, geschützte Haus muss bestehen bleiben. Und es wird durch einen Anbau ergänzt, wie auf der Visualisierung sichtbar wird.

Nur die Scheune an der Unterdorfstrasse 55 in Widnau soll abgebrochen werden. Das alte, geschützte Haus muss bestehen bleiben. Und es wird durch einen Anbau ergänzt, wie auf der Visualisierung sichtbar wird.

(Bild: Susi Miara)

Entlang der Unterdorfstrasse, zwischen dem Restaurant Rosengarten und dem «Metropol»-Kreisel, entstanden in den letzten Jahren an elf Standorten neue Mehrfamilienhäuser. Nur zwei ältere Liegenschaften, die Nummern 55 und 69, sind noch als Kulturobjekte geschützt. Für die restlichen alten Häuser könnte eine Abbruchbewilligung beantragt werden.

Wird in Widnau gebaut, will die Gemeinde mitreden. Speziell dafür wurde vor acht Jahren der Gestaltungsbeirat ins Leben gerufen. Durch eine unabhängige Empfehlung soll so die Qualität des Ortsbildes und der Architektur gewahrt und weiter entwickelt werden.

Das Haus bleibt, die Scheune kommt weg

Warum sieht man aber seit Anfang dieser Woche ausgerechnet bei einem der geschützten Kulturobjekte Visiere stehen? Bauverwalter René Altherr gibt Entwarnung. «Geschützt ist nur das Haus», erklärt er. Abgebrochen werden soll jedoch die Scheune. Die Liegenschaft gehört der A+K Invest AG in Balgach. Verwaltungsratspräsident und Bauherrenvertreter Fabio Schlatter von der B+S Projekt GmbH, Widnau, lobt die Zusammenarbeit mit der Gemeinde:

«Die Bauherrschaft hätte natürlich lieber alles abgebrochen und neu gebaut.»

Doch die Gemeinde sei nicht bereit gewesen, die Liegenschaft als Kulturobjekt zu entlassen. «Trotzdem sind wir mit der Gemeinde schnell einig geworden», sagt Fabio Schlatter. Die jetzige Lösung sei zwar weniger lukrativ für das Unternehmen, dafür aber ein gutes Referenzobjekt.

Björn Lutze von Bänziger Lutze Architektur in Berneck habe schliesslich die gemeinsam erarbeiteten Lösungen aufs Papier gebracht. Noch bis Ende Januar läuft das öffentliche Auflageverfahren, danach soll mit dem Um- und Neubau begonnen werden. Das Projekt stellte von Anfang an erhöhte Anforderungen an die Architektur. «Aufgrund des Schutzcharakters und der Wichtigkeit des Gebäudes als Ortsbildmarker verlangte die Baubehörde eine ausführliche Auseinandersetzung und Prüfung der historischen Substanz und das Ausloten aller Möglichkeiten eines Weiterbauens», erklärt Björn Lutze.

Das Erscheinungsbild des Altbaus bleibt erhalten

Schnell sei bei den gemeinsamen Diskussionen mit dem Gestaltungsbeirat der Gemeinde das Problem eines Ersatzbaus deutlich geworden. Es entstand daraufhin eine äusserst spannungsvolle Konstellation aus Alt- und Neubau, womit das Alleinstellungsmerkmal des Projekts erhalten und verstärkt werden konnte.

Um eine für die Bausubstanz schonende Renovation realisieren zu können, wurde entschieden, das Wohnhaus wieder zu einer Einheit umzunutzen. Der Neubau wird, wie die ehemalige Scheune, nordseitig an die Giebelwand der bestehenden Liegenschaft angedockt. Im Neubau entstehen vier Wohnungen und eine Gewerbefläche im Erdgeschoss. Das äussere Erscheinungsbild des Altbaus soll weitgehend erhalten bleiben. «Die Fassade wird nach dem Umbau sogar noch schöner», sagt Björn Lutze.