Alphorn
Exotisch und vertraut zugleich: Enrico Lenzin hat mit Andi Pupato ein glanzvolles Album herausgebracht

Das Duo, bestehend aus dem 50-jährigen Rheintaler und dem Zürcher Perkussionisten, hat ein Album mit sieben Songs veröffentlicht.

Gert Bruderer
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Die sieben Stücke mit einer Spieldauer von insgesamt rund einer halben Stunde liegen derzeit erst als CD vor, werden aber in etwa einem Monat auch auf Streamingdiensten zu finden sein.

Die sieben Stücke mit einer Spieldauer von insgesamt rund einer halben Stunde liegen derzeit erst als CD vor, werden aber in etwa einem Monat auch auf Streamingdiensten zu finden sein.

Bild: gb

Welche Töne und Tonfolgen sich einem Alphorn entlocken lassen, hat Enrico Lenzin hinlänglich vorgeführt – im Fernsehen ebenso wie an Konzerten. Dennoch überrascht das Album immer wieder. Zusammen mit dem Zürcher Perkussionisten Andi Pupato bildet der 50-jährige Rheintaler ein Duo, dessen Musik zugleich exotisch und vertraut anmutet.

Ein Alphorn wie eine Trompete

Schon der Titel des ersten Stücks, «Alphorndisco», macht klar, wo’s langgeht. Wüsste man es nicht besser, hielte man das Alphorn für eine Trompete, so versiert und treffsicher fegt Enrico Lenzin in wildem Galopp durch den mitreissenden Song.

Oft an der Schwelle zu so genannter Weltmusik, verbinden Lenzin und Pupato in ihren fünf Eigenkompositionen Melodiösität, Spielfreude, Virtuosität und Witz zu einem ungewöhnlichen, unverkennbaren Sound. Er hat die Klarheit eines Bergsees und reisst doch das Publikum lawinenartig immer wieder mit.

Die bekannte Fremdkomposition «Moos-Ruef» (von Hans-Jürg Sommer und Hans Kennel) mündet in einen atemberaubenden Schlussteil. Das Stück, in Moll gehalten und «nicht ganz fröhlich», wie Lenzin es ausdrückt, löste einst in der traditionellen Szene keine Freude aus, obschon es mit zwei- oder dreistimmigem, funkigem Alphorn besticht.

Nicht der auf jeden Song zutreffende Titel des letzten Stücks («You make me alphorny») hat dem Album den Namen gegeben, sondern das (mit Klängen eines Musikinstruments namens Hang angereicherte) «Tikal». Das fünfeinhalbminütige Titelstück bezieht den Reiz aus einem Gegensatz: Ruhige, fast besinnliche, langgezogene Alphornklänge unterlegt Perkussionist Pupato mit einem treibenden Rhythmus.

Lenzins Partner spielt in der Band Stiller Has

Der Lied- und Albumtitel «Tikal» ist eine Erinnerung an die vier sehr erfolgreichen Konzerte, die Lenzin und Pupato in Guatemala gaben. An einem freien Tag besichtigten sie Tikal, eine antike Stadt der Maya.

Enrico Lenzin hält auf seinen Zürcher Partner grosse Stücke. Andi Pupato, der mit dem in Altstätten aufgewachsenen und mit seiner Familie in Rebstein lebenden Musiker schon einmal an der Kulturwoche Staablueme auftrat, sei ein hervorragender Perkussionist. Das ist auf dem neuen Album nicht nur zu hören, sondern lässt sich auch aus den bisherigen Engagements Pupatos schliessen. Er hat nicht nur mit dem berühmten Harfenvirtuosen und Komponisten Andreas Vollenweider eine ganze Reihe von Alben aufgenommen, sondern spielt zudem bei Stiller Has. Wiederholt wirkte er als Gastmusiker bei der international erfolgreichen Hardrockgruppe Gotthard.

Hinweis

Das nächste Konzert geben Lenzin & Pupato am 12. August im Altstätter «Frauenhof».