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Exhibitionist zeigte sich nicht

Ein Mann ist wegen Exhibitionismus, sexueller Belästigung und Tätlichkeiten angeklagt. Zu seinem Verhandlungstermin vor dem Kreisgericht St. Gallen tauchte er nicht auf.
Margrith Widmer

ST. GALLEN. Der Mann zeigte sich gern: Jedenfalls hatte er sich zwischen Februar und Mai dieses Jahres mehrmals vor Frauen entblösst und onaniert. Als er am Donnerstagmorgen vor dem Kreisgericht St. Gallen erscheinen sollte, zeigte er sich aber nicht.

Rund 20-mal soll er in der Öffentlichkeit Frauen belästigt haben. Er soll jeweils zuerst die Aufmerksamkeit auf sich gelenkt und dann die Hose nach unten gezogen und vor den Frauen onaniert haben. Männern gegenüber wurde er manchmal auch rabiat: Er soll im Mai 2011 einem Mann eine Ohrfeige verpasst haben, weil dieser nicht sofort zur Seite ging, als der Angeschuldigte hupte und auf ein Parkfeld fahren wollte. Auf diesem Parkfeld stand eine Gruppe Jugendlicher. Der Mann hupte nochmals. Dann soll er seinen Wagen beschleunigt haben und einem der Jugendlichen gegen die Hüfte gefahren sein. Die Einzelrichterin und der Gerichtsschreiber warteten die vorgeschriebene halbe Stunde. Als der Angeschuldigte nicht auftauchte, wurde die Verhandlung abgebrochen.

Der mutmassliche Exhibitionist wird jetzt nochmals vorgeladen. Erscheint er wieder nicht, wird das Verfahren in Abwesenheit durchgeführt. Eine Busse wegen Nichterscheinens wäre laut Gesetz zwar möglich – so der Gerichtsschreiber. Darauf werde aber verzichtet.

Exhibitionismus ist kein Offizialdelikt. Wer eine exhibitionistische Handlung vornimmt, wird laut Schweizerischem Strafgesetzbuch auf Antrag mit einer Geldstrafe von bis zu 180 Tagessätzen bestraft. Unterzieht sich der Täter einer ärztlichen Behandlung, kann das Strafverfahren eingestellt werden. Es wird aber wieder aufgenommen, sollte sich der Täter der Behandlung entziehen.

Auch Tätlichkeiten, die keine Schädigung des Körpers oder der Gesundheit zu Folge haben, sind Antragsdelikte: Dafür sieht das Strafgesetzbuch eine Busse vor.

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