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Es hiess «füüre oder früüre»

Die anhaltende Kälte im Winter 1962/63 liess nicht nur den Bodensee gefrieren. Auch im Appenzellerland machten sich die Rekord-Minustemperaturen bemerkbar.
Peter Eggenberger
Im 1. Quartal 1963 zeigte sich die Landschaft zwischen Wolfhalden und Walzenhausen in Eis erstarrt. (Bild: egb)

Im 1. Quartal 1963 zeigte sich die Landschaft zwischen Wolfhalden und Walzenhausen in Eis erstarrt. (Bild: egb)

WOLFHALDEN. Die Messungen der damaligen meteorologischen Station in Heiden wurden regelmässig im neuen Appenzeller Kalender («Häädler Kalender») festgehalten. «Der lange Winter 1962/63 wurde in der Nacht vom 7. auf den 8. November mit einem verheerenden Föhnsturm eingeläutet. Im Unterrain bei Appenzell deckte der Föhn eine Scheune ab und trug Dachteile 50 Meter weit durch die Luft. Mitte November 1962 wurde man ganz plötzlich in den Winter versetzt. Nach dem ersten Schneefall mit einer Menge von 45 Zentimetern wurde es nie mehr aper», schreibt der Chronist. «Ein hartes Stück Winter brachte uns auch der Christmonat (Dezember). Es fiel viel Schnee, und die Temperaturen sanken auf minus 19 Grad. Nach einer vorübergehenden Erwärmung Anfang Januar 1963 folgte ein erneuter Kälteeinbruch, der Seen zufrieren liess. Im Jura wurde mit minus 40 Grad ein Kälterekord gemeldet, und im italienischen Florenz wurden minus 20 Grad gemessen.»

Kältester Winter seit 200 Jahren

Der Chronist ging auch auf die enorm gestiegene Nachfrage nach Brennholz, Kohle und Heizöl ein und lobte bei dieser Gelegenheit den guten alten Kachelofen. «Der Horner (Februar) war kalt, kalt und nochmals kalt. Es war der kälteste Winter seit 200 Jahren. Auch der Bodensee fror gänzlich zu und wurde am 7. Februar für die Begehung freigegeben. Eine Gruppe von Seehelden aus Heiden packte die Gelegenheit beim Schopf und überquerte den See zwischen Rorschach und Kressbronn in der Zeit von weniger als drei Stunden.

Der sehnsüchtig erwartete Frühling liess im März auf sich warten (der Bodensee war bis gegen Mitte Monat von einer Eisdecke überzogen), und sogar im April herrschten oft Minustemperaturen. Auch im Mai musste mit wenigen Ausnahmen geheizt werden. Dann aber stellte sich – mit einem guten Monat Verzögerung – endlich der Frühling ein.»

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