Es hat nur jemand leichten Husten

ST. MARGRETHEN. Der Eingang der Zivilschutzanlage Rosenberg ist unscheinbar. Eine Gruppe von acht Männern steht davor und unterhält sich – drei Flüchtlinge, zwei Sicherheitsleute, drei Zivilschützer. Es ist Dienstag, kurz vor 16 Uhr.

Gert Bruderer
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ST. MARGRETHEN. Der Eingang der Zivilschutzanlage Rosenberg ist unscheinbar. Eine Gruppe von acht Männern steht davor und unterhält sich – drei Flüchtlinge, zwei Sicherheitsleute, drei Zivilschützer. Es ist Dienstag, kurz vor 16 Uhr. Wenige Stunden zuvor ist ein Car mit Flüchtlingen von Buchs zum Bahnhof St. Margrethen gefahren, hat hier 14 junge Männer zur Unterbringung in der Zivilschutzanlage zurückgelassen und ist mit den Familien nach Thal weitergefahren, in die nun voll belegte «Marienburg». Ein Sicherheitsmann weist den Journalisten, der fotografiert, sogleich darauf hin, dass «niemand erkennbar sein darf». Als ein Zivilschützer erzählen will, wie er mitten in einer Übung von seiner neuen Aufgabe als Flüchtlingsbetreuer erfahren habe, schreitet der Sicherheitsmann wieder ein. «Keine Auskunft.» Mit einem Kleinbus der Feuerwehr verlassen kurz darauf fünf Flüchtlinge den Ort. Wohin sie fahren? Keine Antwort. Wenig später sind sie allerdings bereits zurück. Eine Gruppe Kinder beobachtet aus der Distanz, was vor sich geht, in der Zivilschutzanlage sind Decken bereitgelegt. Gemeindepräsident Reto Friedauer schaut vorbei, kurz nach ihm trifft auch der Arzt ein, der gleich in der Zivilschutzanlage verschwindet. Er erkundigt sich nach dem Befinden der Flüchtlinge. Zum Glück hat er nichts zu tun. Im Vorbeigehen sagt er zum Gemeindepräsidenten: «Es hat nur jemand leichten Husten». (gb)