«Es gibt kein einfaches Geschäft mehr»

AU/HEERBRUGG. Im Rahmen der Herbstmäss fand am Samstagmittag zum zweiten Mal der Gwerbler-Apéro statt. Dieser Anlass ist ein Dankeschön der Politischen Gemeinde Au an die ortsansässigen Unternehmerinnen und Unternehmer. Das Referat hielt Klaus Brammertz, CEO der Bauwerk-Gruppe.

Bea Sutter
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Am Gwerbler-Apéro: (v. l.) Walter Grob, Gemeindepräsident in Au, im Gespräch mit dem Referenten Klaus Brammertz, CEO der Bauwerk-Gruppe in St. Margrethen.

Am Gwerbler-Apéro: (v. l.) Walter Grob, Gemeindepräsident in Au, im Gespräch mit dem Referenten Klaus Brammertz, CEO der Bauwerk-Gruppe in St. Margrethen.

Zum zweiten Mal lud die Politische Gemeinde die Vertreterinnen und Vertreter der ortsansässigen Gewerbe- und Industriebetriebe sowie die Dienstleister zum Gwerbler-Apéro an die Herbstmäss ein.

Gestalten und kreativ sein

Gemeindepräsident Walter Grob freute sich, eine stattliche Anzahl Unternehmerinnen und Unternehmer im Messezelt zu begrüssen. Er begann seine Ansprache damit: «Die wichtigste Nebensache der Welt ist – Fussball!» Viele im Alltag gebräuchlichen Ausdrücke stammen aus der Welt dieses Sports. Das wisse jeder, der schon einmal einen Steilpass erhalten habe oder im Abseits gestanden sei. Aus der Spielweise der Italiener entstand in den 90er-Jahren der Begriff «Catenaccio», was bedeutet, dass es in erster Linie nicht mehr darum geht, zu gewinnen, sondern nicht zu verlieren. Dem liege – führte Walter Grob weiter aus – die Kenntnis zu Grunde, dass es viel einfacher sei, zu verhindern, als das Spiel zu gestalten. «Catenaccio» habe sich glücklicherweise im Fussball nicht durchgesetzt, aber diese sich auf Mittelmässigkeit beschränkende Verhaltensweise sei in anderen Bereichen gegenwärtig, es werde gemauert und verhindert. Zum Glück gebe es aber immer noch Leute, die gestalten und aktiv sein wollen. Walter Grob dankte den Unternehmern, die sich durch Einsatz, Kreativität und Ressourcen im harten Wettbewerb durchsetzen wollen.

Klaus Brammertz, CEO der Bauwerk Gruppe, St. Margrethen, stellte das Unternehmen vor. Nach weniger glorreichen Zeiten ist seit 2009 das St. Margrether Unternehmen wieder eigenständig und schweizerisch, sagte Klaus Brammertz. Als einziger Parketthersteller (neben vier Manufakturen) in der Schweiz generierte das Unternehmen im Jahr 2011 einen Jahresumsatz von 160 Mio. Franken. 50 Prozent des Absatzes resultieren aus dem Heimmarkt. Die Firma beschäftigt 600 Mitarbeitende. Neben dem Hauptwerk in St. Margrethen gibt es ein Zweitwerk in Salzburg. Der Vertrieb erfolgt über Verlegebetriebe im In- und Ausland.

Eigene Stärken besser nutzen

Es gelte, sich den Herausforderungen wie dem Preiszerfall und dem starken Franken zu stellen. «Mit immer mehr Anbietern auf der <Insel der Glückseligen-Schweiz> fallen die Preise und Margen rapid, und die internationale Orientierung der Kunden wächst», analysierte der Referent. Eine kaufkraftorientierte Preisanpassung im Heimmarkt Schweiz sei der richtige Weg. Bauwerk Parkett habe ein klares Bekenntnis zum Standort Schweiz gemacht. Das Unternehmen sei permanent bestrebt, die eigenen Stärken besser zu nutzen.

«Es gibt kein einfaches Geschäft mehr», stellte der Redner fest. Das wissen alle Unternehmer auch. Innovation, Weitsicht, Flexibilität seien gefragt, um sich auch im Ausland zu behaupten.

Als Dank für die vielen Tips, wie Unternehmer dem rauhe n Wind in der Wirtschaft entgegenwirken können, überreichte Walter Grob dem Referenten das neue Auer Geschichtsbuch. Das Buch sei eine Hommage an die Vorfahren, die durch ihre Arbeit die Schweiz zur «Insel der Glückseligen» gemacht haben. Auch an die Gwerbler richtete Walter Grob seinen Dank: «Unser Wohlstand basiert auf den Arbeitsplätzen, die die Unternehmer erhalten und neu schaffen.»

Anschliessend lud die Politische Gemeinde Au alle Vertreterinnen und Vertreter der einheimischen Betriebe zum Apéro ein. Die Gwerbler und Dienstleister aus Au und Heerbrugg nutzten gerne die Gelegenheit des gegenseitigen Austauschs.

«Ob wir vielleicht etwas gewinnen?»

«Ob wir vielleicht etwas gewinnen?»

Grosses Interesse freut die Aussteller.

Grosses Interesse freut die Aussteller.

Bild: Bea Sutter

Bild: Bea Sutter

Finden den Austausch wichtig: (v. l.) René Federer (St. Galler Kantonalbank), Gioia und Martin Harzl (Harzl Services GmbH, Au) und Marcel Fürer (Gemeinderatsschreiber).

Finden den Austausch wichtig: (v. l.) René Federer (St. Galler Kantonalbank), Gioia und Martin Harzl (Harzl Services GmbH, Au) und Marcel Fürer (Gemeinderatsschreiber).

Pflegen den Austausch: (v. l.) Heinz Rohner (Rohner AG, Heerbrugg) und Remo und Claudia Hautle (HTG, Hautle Treuhand GmbH, Au).

Pflegen den Austausch: (v. l.) Heinz Rohner (Rohner AG, Heerbrugg) und Remo und Claudia Hautle (HTG, Hautle Treuhand GmbH, Au).

Unterhalten sich bestens: (v. l.) Walter Tanner (Garage Tanner, Heerbrugg), Pascal Tavernier (P. Tavernier, Hauswartungen, Vorplatzarbeiten, Au) und David Röösli, (Zürich Versicherungen).

Unterhalten sich bestens: (v. l.) Walter Tanner (Garage Tanner, Heerbrugg), Pascal Tavernier (P. Tavernier, Hauswartungen, Vorplatzarbeiten, Au) und David Röösli, (Zürich Versicherungen).

Fröhliche Runden gehören zur Herbstmäss: (v. l.) Verena Kleeli (Messeleiterin), Jimmy und Guido Lüchinger (Beerli Storen, Au), Andreas Hollenstein (Hollenstein Muldenservice, Au), Guido Stump (Stump Holzbau, Au), Josef und Marlise Hutter (Rhenusana, Heerbrugg). Die Auer und Heerbrugger Gwerbler finden diesen Anlass sehr wertvoll für die Pflege des Kontaktes.

Fröhliche Runden gehören zur Herbstmäss: (v. l.) Verena Kleeli (Messeleiterin), Jimmy und Guido Lüchinger (Beerli Storen, Au), Andreas Hollenstein (Hollenstein Muldenservice, Au), Guido Stump (Stump Holzbau, Au), Josef und Marlise Hutter (Rhenusana, Heerbrugg). Die Auer und Heerbrugger Gwerbler finden diesen Anlass sehr wertvoll für die Pflege des Kontaktes.

Mit grosser Aufmerksamkeit lauschten die am Gwerbler-Apéro Teilnehmenden den Ausführungen von Klaus Brammertz, CEO Bauwerk-Gruppe in St. Margrethen. (Bilder: Bea Sutter)

Mit grosser Aufmerksamkeit lauschten die am Gwerbler-Apéro Teilnehmenden den Ausführungen von Klaus Brammertz, CEO Bauwerk-Gruppe in St. Margrethen. (Bilder: Bea Sutter)

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