«Es gibt kaum ein schöneres Hobby»

Der Ornithologische Verein Rebstein-Marbach lädt immer aufs Pfingstwochenende zu seiner Jungtierschau ein. Wegen des regnerischen Wetters fiel sie dieses Jahr etwas kleiner aus als sonst. Sehenswert war sie trotzdem.

Max Tinner
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Maik Hardegger ist erfolgreicher Deilenaar-Züchter. Die Kaninchenrasse wird in der Schweiz erst seit wenigen Jahren gezüchtet. (Bilder: Max Tinner)

Maik Hardegger ist erfolgreicher Deilenaar-Züchter. Die Kaninchenrasse wird in der Schweiz erst seit wenigen Jahren gezüchtet. (Bilder: Max Tinner)

REBSTEIN. Die Kleintierschau über Pfingsten ist für den Ornithologischen Verein Rebstein-Marbach Tradition. Trotz Regenwetters war die Schau auch dieses Jahr gut besucht, nicht nur von Familien aus dem Dorf, sondern auch von Züchtern befreundeter Vereine: Man pflegt kameradschaftliche Kontakte übers Rheintal hinaus – was auch bei der Zucht von Vorteil ist. Die Züchter des OV Rebstein-Marbach haben dabei eine besonders glückliche Hand, gewannen sie doch letztes Jahr an der kantonalen Ausstellung in Grabs die Kaninchenrangierung, und auch beim Geflügel platzierten sie sich im zweiten Rang.

Preisgekrönte Ländlermusik

Dank der Kontakte des Vereinspräsidenten Christian Koch ins Appenzellerland gab es am Samstag an der Rebsteiner Jungtierschau auch erstmals musikalische Unterhaltung: Die Familien-Ländlerkapelle Bienengift spielte auf – die Familie Schwizer aus Appenzell gewann erst letzten Winter den kleinen Prix Walo.

Auch wenn die Jungtierausstellung heuer wegen des Regens etwas kleiner war als sonst, lohnte sich der Besuch. Die Züchter hatten nämlich Glück im Stall und konnten nun mit berechtigtem Stolz den herzigen Nachwuchs ihrer Tiere präsentieren.

Maik Hardegger zum Beispiel zeigte einen Wurf Deilenaar-Chüngeli. Die Rasse wird in der Schweiz erst seit wenigen Jahren gezüchtet. Hardegger gehört mit seinen 22 Jahren eher zu den jüngeren Vereinsmitgliedern.

Im Verein füreinander da

Wie anderen Vereinen auch, fällt es dem OV Rebstein-Marbach nämlich schwer, neue Mitglieder zu finden, vor allem jüngere. Der Grund liegt auf der Hand: Wer Tiere hält, muss sich jeden Tag um sie kümmern. Die Mitgliedschaft im Verein bietet allerdings den Vorteil, dass einem dies die Vereinskollegen abnehmen, wenn man einmal in die Ferien will. «Wir sind füreinander da», sagt Vereinspräsident Koch. Er könnte sich kaum ein attraktiveres Hobby vorstellen: «Wir werden zwar oft belächelt», meint er, «schöner vom Alltag abschalten, als wenn man zu seinen Tieren schaut, kann man aber gar nicht.» Mit der Jungtierschau hofft der Verein nicht zuletzt neue Mitglieder zu finden.

Gelegentlich gelingt dies auch. Maik Hardegger ist so zum Hobby und zum Verein gekommen: Er besuchte vor ein paar Jahren noch als junger «Purst» zusammen mit seiner Familie die Ausstellung und trat bald darauf als Jungzüchter bei. Die Vereinskolleginnen und -kollegen zeigten ihm dann, auf was es beim Züchten ankommt. Mittlerweile hat er die Obmännerprüfung bestanden und steht nun seinerseits Jungzüchtern (und auch gestandenen Züchtern) mit Rat und Tat zur Seite.

Dem Zwergenten-Erpel gefällt es zwar nicht unbedingt, so zur Schau gestellt zu werden. Arnela Pilipovic und Sarah Stäheli lassen ihn aber gleich wieder zurück zu seiner Familie. (Bild: Max Tinner 9450 Luechinge)

Dem Zwergenten-Erpel gefällt es zwar nicht unbedingt, so zur Schau gestellt zu werden. Arnela Pilipovic und Sarah Stäheli lassen ihn aber gleich wieder zurück zu seiner Familie. (Bild: Max Tinner 9450 Luechinge)