«Es gibt einen Trend zum guten Fleisch»

Der ehemalige Thurgauer Grill-Weltmeister Beat Jost gibt im Interview Tips fürs Grillieren. Und er verrät die Grillier-Trends dieses Sommers und was ihm persönlich am besten schmeckt.

Katharina Brenner
Drucken
Teilen
Am Wochenende ist Grillwetter: Damit das Fleisch schön saftig bleibt und die Wurst knackig, gibt es einiges zu beachten. (Bild: ky/Gaëtan Bally)

Am Wochenende ist Grillwetter: Damit das Fleisch schön saftig bleibt und die Wurst knackig, gibt es einiges zu beachten. (Bild: ky/Gaëtan Bally)

Herr Jost, worauf kommt es beim Grillieren an?

Beat Jost: Grillieren braucht Zeit. Es ist wichtig, dass das Fleisch nicht auf die heisseste Stelle auf dem Grill gelegt wird. Die Hitze darf nicht zu gross sein, sonst verdunstet der Fleischsaft. Am Ende kann man das Grillgut dann noch kurz auf eine sehr heisse Stelle legen, aber nicht zu lange. Wann das Fleisch dann fertig ist, kommt ganz auf den Grill an. Da gibt es grosse Unterschiede.

Welche Grills gibt es und welcher ist der beste?

Jost: Es gibt Gasgrills, Holzkohlegrills und Smoker-Grills. Womit man grilliert, hängt vor allem davon ab, wie viel Zeit man mitbringt. Mit einem Gasgrill geht es am schnellsten. Wenn Sie mehr Zeit haben, beim Grillieren am Wochenende zum Beispiel, können Sie auch einen Holzkohlegrill verwenden. Das ist für die meisten das richtige Grillier-Erlebnis. Die ganz grossen Profis verwenden Smoker-Grills. Die Holzkohle wird neben dem Grill erhitzt und das Fleisch wird nicht über der Glut, sondern durch den Rauch gegart. Das dauert mehrere Stunden.

Verwenden Sie als Profi also einen Smoker-Grill?

Jost: Ich benutze alle drei, je nachdem, was genau ich machen will. Der Smoker-Grill ist zum Beispiel für Fisch sehr gut geeignet. Wenn man das aber die ganze Saison macht, kann es sein, dass man von dem geräucherten Geschmack irgendwann genug hat.

Gibt es einen bestimmten Grillier-Trend in diesem Jahr?

Jost: Bei den Vollblutgrillierern ist dieses Jahr Barbecue sehr angesagt. Dieser Trend kommt aus den Staaten, dort wird schon lange so grilliert. Beim Barbecue wird Schweine- oder Rindfleisch so lange auf den Grill gelegt, bis es fast zerfällt. Dann wird es gerupft. Das ist dann das sogenannte Pulled Pork. Ein weiterer Trend ist dieses Jahr Fleisch mit guter Qualität. Das ist für mich schon immer ein Muss. Gute Qualität sollte nicht nur ein Trend sein. Lieber weniger Fleisch kaufen und dafür gutes. Ich will wissen, dass es den Tieren gut ging. Dafür bezahle ich auch gern einen höheren Preis.

Haben Sie auch Tips für Vegetarier und Veganer?

Jost: Man kann jedes Gemüse grillieren, vom einfachen Gemüsespiess bis hin zu mediterranem Gemüse. Sehr gut sind Auberginen und Zucchetti mit Knoblauch, Öl und Rosmarin, dazu Kartoffeln – das schmeckt wunderbar. Überhaupt ist ein buntes Gemüse-Potpourri immer eine sehr gute Beilage.

Was grillieren Sie am liebsten?

Jost: Ich grilliere sehr gerne einen schönen Fisch. Ich mag ihn am liebsten auf den Punkt gegart und innen noch ein bisschen rosé. Dazu dann etwas Limonen-Olivenöl.

Aktuelle Nachrichten