«Es gewinnen alle»

OBERRIET. Die Genossenschafter der Alterswohnungen Oberriet stimmten gestern dem Verkauf ihrer Liegenschaften an die Ortsgemeinde Holzrhode Kobelwald zu – einstimmig.

Max Tinner
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Andreas Ammann, Präsident der Ortsgemeinde Holzrhode Kobelwald, versichert den AWO-Genossenschaftern, dass die Alterswohnungen im Geiste der Genossenschaft weiter bewirtschaftet werden. (Bild: Max Tinner)

Andreas Ammann, Präsident der Ortsgemeinde Holzrhode Kobelwald, versichert den AWO-Genossenschaftern, dass die Alterswohnungen im Geiste der Genossenschaft weiter bewirtschaftet werden. (Bild: Max Tinner)

OBERRIET. Wir werden immer älter. Darum wird das Bedürfnis nach altersgerechtem Wohnraum steigen. Da scheint es paradox, dass die Genossenschafter der Alterswohnungen Oberriet beschliessen – und dies einstimmig – ihre beiden Mehrfamilienhäuser mit fast 30 Alterswohnungen im Langenacker zu verkaufen und die Genossenschaft aufzulösen. Allerdings nur auf den ersten Blick.

Geld für neue Alterswohnungen

Was nach dem Verkauf der Alterswohnungen für 4,25 Mio. Franken an die Ortsgemeinde Holzrhode Kobelwald und Auflösung der Reserven übrig bleiben wird, kommt nämlich der Politischen Gemeinde Oberriet zugute. Dies sind nach Rückzahlung des Genossenschaftskapitals samt Zins und Zinseszins und des noch bestehenden Darlehens der Politischen Gemeinde immerhin rund eine Million Franken. Und die müssen zweckgebunden eingesetzt werden: für weiteren altersgerechten Wohnraum. Dies könne beim Altersheim Feldhof oder anderswo in der Gemeinde sein, erklärte Genossenschaftspräsident Walter Hess an der ausserordentlichen Genossenschaftsversammlung gestern Abend im Pfarreiheim Oberriet.

Weil man in der Holzrhode Kobelwald ausserdem eine Käuferin habe, die der Allgemeinheit verpflichtet sei und die Wohnungen im Sinn der Genossenschaft weiter bewirtschaften wolle, «gewinnen alle», stellte Hess fest.

August Mattle, Genossenschafter und ehemaliger Präsident der Ortsgemeinde Holzrhode Kobelwald, appellierte, dem Verkauf zuzustimmen. Auf dem freien Markt würde man sicher mehr für die Wohnungen bekommen, sagte er. Ebenso sicher sei aber, dass danach die Wohnungen teurer werden würden. Der Holzrhode andererseits würden die Alterswohnungen auch günstig vermietet etwas bringen, besitze sie doch bislang lediglich Alpen, Wald und Wiesland.

Auflösung im nächsten Frühling

Stimmen die Ortsbürger der Holzrhode morgen Mittwoch um 20 Uhr an ihrer ausserordentlichen Bürgerversammlung in der Kirche Kobelwald dem Geschäft ebenfalls zu, wird die Genossenschaft im nächsten Frühling ein letztes Mal tagen und die Auflösung beschliessen.

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