«Es brannte wie eine Fackel»

Vorgestern nacht hat ein Einfamilienhaus in Egnach Feuer gefangen. Der Sachschaden beläuft sich auf mehrere hunderttausend Franken. Die 80-jährige Bewohnerin wurde ins Spital gebracht.

Tanja von Arx
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EGNACH. Schon als er von daheim losfuhr, rief er Verstärkung. Christian Feuz, Kommandant der Feuerwehr Egnach, sah das brennende Haus in Neukirch-Egnach vorgestern nacht bereits vom dreieinhalb Kilometer entfernten Dorf Winden aus. «Es hat gebrannt wie eine Fackel.» Als gleich die Meldungen «Brand gross – im Weiler Erdhausen – Einfamilienhaus» von drei Anwohnern zur praktisch selben Zeit eintrafen, überlegte er nicht lange. «Acht nach eins wusste ich es. 17 nach informierte ich die Feuerwehr Arbon.»

Innert zehn Minuten dort

Zehn Minuten später seien sie vor Ort gewesen, sagt Hans Schuhwerk, der Kommandant des Stützpunktes Arbon. Zum Glück. «Man muss es nicht schönreden. Es war ein Vollbrand, und es hätte Tote geben können.»

Gab es zwar nicht, aber eine Person hat sich verletzt. «Die 80-jährige Bewohnerin lief allein aus dem Haus», sagt Feuz. «Sie zog sich aber Verbrennungen am Arm zu.» Der Rettungsdienst musste die Seniorin ins Spital fahren.

Die Ziegel waren schon nicht mehr auf dem Dach des Einfamilienhauses, als die Feuerwehr Egnach eintraf. Und weil das Haus zusammenfiel, als sich die Flammen hindurchzüngelten, löschten die beiden Feuerwehren – gut 90 Männer, «viele», wie Schuhwerk betont – nur von aussen. «Hineinzugehen wäre zu gefährlich gewesen.» Ausserdem schnellten die Funken weit umher, sagt Kommandant Feuz. Er gibt zu bedenken, dass die Nachbarhäuser dicht daneben stehen und die Flammen rasch hätten übergreifen können. «Zum Glück war's windstill.»

Zwar war der Brand bereits um vier Uhr früh gelöscht. «Das Gebäude ist aber auf jeden Fall nicht mehr bewohnbar», sagt Kommandant Schuhwerk. Die Kantonspolizei Thurgau schätzt den Sachschaden auf mehrere hunderttausend Franken. Ganz genau könne man ihn noch nicht beziffern, sagt Mediensprecher Daniel Metzler.

Unklar, weshalb es brannte

«Die Abklärungen laufen.» Zurzeit hole man Informationen ein über die Versicherung des Hauses, prüfe die zerstörten Gegenstände auf deren Wert und befrage die frühere Bewohnerin. Die Brandursache sei unklar, sagt Metzler. Für einen ersten Augenschein waren der Brandermittlungsdienst und der kriminaltechnische Dienst schon gestern vor Ort.

Zur genaueren Spurensicherung trafen sie sogar noch ein zweites Mal ein. «Auch jene Untersuchungen laufen noch.»