Erster WM-Einsatz für Enea Vetsch

MOUNTAINBIKE. In Saalfelden wird derzeit die Weltmeisterschaft ausgetragen. Der 18-jährige Bernecker Enea Vetsch will in der Saison der Ungewissheit, Chancen und Erfahrungen die WM zu seinem persönlichen Highlight machen.

Andrea Kobler
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Enea Vetsch kämpft sich auf den Parcours der Welt an die Weltspitze. (Bild: Archiv/ak)

Enea Vetsch kämpft sich auf den Parcours der Welt an die Weltspitze. (Bild: Archiv/ak)

Für Enea Vetsch war es die Saison der Ungewissheit. Er wusste nicht, wo er international steht, ob er den Anschluss an die besten 20 der Welt schafft. Doch auch die Saison der Chancen. Denn mit dem bsk-Graf-Rollmat-Koba-Team wurden ihm vor der Haustür optimale Bedingungen auf dem Weg zur Weltspitze geschaffen.

Bereits vor der Weltmeisterschaft, dem Hauptereignis des Jahres, hat Enea Vetsch die Gewissheit: «Zwischen der absoluten Weltspitze und mir liegen keine Welten.» Sein absolut bestes Rennen erreichte er beim Weltcup in Val d'Isère. Als Vierter war er in Frankreich in Tuchfühlung mit der absoluten Weltspitze. Wenige Tage zuvor erfüllte er bei der Schweizer Meisterschaft in Balgach alle Erwartungen und gewann Silber.

Die Saison der Erfahrungen

Enea Vetsch sammelte in dieser Saison enorm viele Erfahrungen. Er lernte zum Beispiel an der Schweizer Heim-Meisterschaft, mit Druck umzugehen. Er sammelte die ersten internationalen Erfahrungen an der Europameisterschaft, die er durch Magenkrämpfe beeinträchtigt als 27. abschloss. Er hoffe aber, die EM unter den negativen Erfahrungen abhaken zu können: «Denn gelernt habe ich dort einzig, mit Niederlagen besser umzugehen.»

Die Weltmeisterschaft ist für Enea Vetsch nun ein letztes Saison-Highlight und deutlich wichtiger als sein erster EM-Einsatz in Moskau: «Das Interesse, unter anderem von den Medien, ist viel grösser und im österreichischen Saalfelden, wo alles sehr professionell organisiert ist, sind alle stärksten Fahrer dabei.»

Strecke aus dem Bilderbuch

Bereits am Montagabend besammelte sich das Schweizer Team vor Ort, am Dienstag wurde individuell trainiert und die Strecke besichtigt. Enea Vetsch kennt sie von einem Testrennen aus dem Vorjahr: Der 4600 Meter lange Kurs ist eine Bikestrecke wie aus dem Bilderbuch. Eine vom Schweizer Beat Wabel gebaute Rundstrecke mit natürlichen Elementen wie Engstellen, Löchern, Spalten, Feld- und Waldwegen, Strassenteilen – und immer wiederkehrenden Steigungen und Abfahrten. «Der Parcours ist auf meine Fähigkeiten zugeschnitten», ist der Rheintaler überzeugt. Eine Tatsache, die auch sein Nationaltrainer Beat Müller unterstreicht: «Die WM-Strecke stellt hohe Anforderungen an die Physis der Athleten – und wird damit Enea Vetsch entgegenkommen.»

Am Samstag ab 9 Uhr will der Fahrer, der beim RV Altenrhein gross geworden ist, während 60 bis 75 Minuten sein bestes Niveau abrufen: «Je länger das Rennen dauert, desto besser.» Dafür geht es auch schon früh aus den Federn: «Um 5 Uhr gibt's Spaghetti – eine Gewöhnungssache.» Das Schweizer Team harmoniert gut und stellt mit Romain Bannwart, Manuel Fasnacht, Andri Frischknecht, Dominic Zumstein und Enea Vetsch ein starkes Quintett.

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