Erster Schweizer an Superbike-WM

Der Widnauer Motorrad-Rennfahrer Dominic Schmitter fährt 2016 in der zweiten Königsklasse, wie die Superbike-WM auch genannt wird. Der Vertrag mit dem Team Grillini ist unterzeichnet: Schmitter ist damit der erste Schweizer überhaupt, der alle Rennen der Serie bestreitet.

Kurt Latzer
Drucken
Teilen
Der Widnauer Motorrad-Rennfahrer mit Wohnsitz in Altstätten hat es auch mal gerne ruhig: Viel Zeit, um zu Hause am Küchentisch zu relaxen, hat Dominic Schmitter auch ausserhalb der Rennsaison nicht. Im kommenden Jahr bleibt ihm dafür womöglich noch weniger Zeit. (Bild: Kurt Latzer)

Der Widnauer Motorrad-Rennfahrer mit Wohnsitz in Altstätten hat es auch mal gerne ruhig: Viel Zeit, um zu Hause am Küchentisch zu relaxen, hat Dominic Schmitter auch ausserhalb der Rennsaison nicht. Im kommenden Jahr bleibt ihm dafür womöglich noch weniger Zeit. (Bild: Kurt Latzer)

MOTORSPORT. Er ist ehrgeizig, zielstrebig, hat das Rennfahren im Blut. Und vor allem hat er ein Kämpferherz. Diese Eigenschaften und Dominic Schmitters Leistungen in der heurigen Supersport-WM haben das Interesse von drei Kawasaki-Superbike-(SBK-)Teams am jungen Widnauer geweckt.

Talent hat beeindruckt

Kürzlich hat der in Altstätten wohnhafte Widnauer beim italienischen Team Grillini den Vertrag unterzeichnet. Team-Manager Andrea Grillini: «Ich beobachtete Dominic in der Supersport-WM und war beeindruckt, wie er sich nahezu von jedem Rennen zum nächsten steigerte. Ich denke, die Superbike-WM wird eine sehr grosse Herausforderung für ihn, aber mit seiner Entschlossenheit und seinem Talent wird er uns mit Sicherheit einige gute Resultate bescheren.»

Kampf mit stumpfen Waffen

Für seine erste Saison in der Supersport-Weltmeisterschaft hatte sich der Rheintaler hohe Ziele gesteckt, «ein- bis zweimal aufs Podest fahren». Nach wenigen Rennen aber war klar, dass er dies aus eigener Kraft kaum schaffen würde. Dominic Schmitter hat mit stumpfen Waffen gekämpft. Will heissen: Im Gegensatz zu den Spitzenteams hatte der Widnauer keinen aktuellen Motor unter dem Tank. «In einer Kurve war ich am Gegner dran, bremste später als er und konnte am Ende der Kurve früher aufs Gas gehen als er», erinnert sich Schmitter, «trotzdem konnte mein Gegner nach der Kurve mühelos davonziehen.»

Trotz des «stumpfen Schwertes» hat der Rheintaler ein Ergebnis erzielt, das nicht nur bei seinen Fans hat aufhorchen lassen. Im letzten Rennen der Supersport-WM verpasste Dominic Schmitter die Top Ten nur knapp und schloss die Saison 2015 auf dem 13. Rang ab.

Wieder Kawasaki

«Grosse Namen wie Alex Lowes, Nicky Hayden, Tom Sykes: Es stellt mir die Haare auf, wenn ich daran denke, gegen wen ich 2016 in der Superbike-WM antrete», sagt Dominic Schmitter beim Gespräch bei ihm zu Hause am Esstisch. Auch ohne ein Angebot von drei Superbike-Teams wäre er der Marke Kawasaki treu geblieben, «das ist eben mein Ding», sagt der Rheintaler Rennfahrer mit einem Lächeln. Interesse an Schmitter bekundeten die Kawasaki-Teams Grillini, GoEleven und Pedercini. Seine erste volle WM-Saison in der Supersport-Serie bestritt der 21-Jährige bei GoEleven. Die drei italienischen Teams sind zwar keine Garanten für Spitzenplätze, ermöglichen aber immer wieder jungen Fahrern den Einstieg in die Superbike-Weltmeisterschaft. Die Wahl ist schliesslich auf das Team Grillini gefallen. Und was sind die längerfristigen Ziele, wenn es mit dem Einstieg in die SBK-WM klappt? «In der SBK strebe ich eine Lösung für drei Jahre an. Im ersten Jahr kann ich mir Ränge zwischen 15 bis 18 vorstellen, im zweiten Jahr allenfalls zwischen 10 und 15. Im dritten Jahr möchte ich unter die Top Ten fahren», sagt Schmitter.

Mit Standard-Töff aufs Podest

Er hat das Können, den Nerv und keine Frucht vor stärkeren Gegnern: Das hat Dominik Schmitter schon mehrmals bewiesen. Auch in anderen Rennserien. In Brünn hat Schmitter an einem Lauf der Schweizer Meisterschaft teilgenommen. Er fuhr eine Yamaha R1 in Standardausführung, wie man sie im Laden kaufen kann. «Ich konnte gleich vorne mitfahren. Dann habe ich das ABS raus montiert und das Rennen gewonnen», erinnert sich Schmitter. Die Frage, weshalb er nicht den Einstieg in die Moto GP2 versucht, in der Thom Lüthi fährt, quittiert der Widnauer mit einem Lächeln. Vorher und in der SBK-WM fahre ich mit 1000 Kubik. Das ist so geil und auch schneller.» Der Widnauer Rennfahrer geht davon aus, dass bis Mitte Dezember bekanntgegeben wird, in welchem Team er die SBK-Saison 2016 bestreitet.

Dominic Schmitter auf dem Chang International Circuit in Thailand im März 2015. (Bild: mooinblack)

Dominic Schmitter auf dem Chang International Circuit in Thailand im März 2015. (Bild: mooinblack)

Aktuelle Nachrichten