Erster Männertreff kam gut an

Dieser Tage luden drei Männer zu einem ersten «Rheintaler Männertreff». Vom Echo waren sie selber überrascht, wie Initiant Marcel Hiltbrunner im Interview erzählt. Offenbar entspricht das in der Region neue Angebot einem Bedürfnis.

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Marcel Hiltbrunner, Initiant des neuen Rheintaler Männertreffs. (Bild: René Schneider)

Marcel Hiltbrunner, Initiant des neuen Rheintaler Männertreffs. (Bild: René Schneider)

Marcel Hiltbrunner, wie viele Männer kamen in den «Löwen»-Saal?

Marcel Hiltbrunner: Thomas Widmer, Urs Dohrmann und ich rechneten mit vielleicht einem Dutzend. Oder weniger. Es kamen aber siebzehn. Wir waren angenehm überrascht und erfreut.

Wie viele Männer wurden von Frauen geschickt, und wie viele kamen aus eigenem Antrieb?

Hiltbrunner: (lacht) Das weiss ich nicht. Es ist für mich auch nicht wichtig. Dass sie gekommen sind, das zählt. Ich war schon länger auf der Suche nach so einem Treff oder etwas Ähnlichem. Die Idee, selber einen Treff ins Leben zu rufen, hatte ich schon lange. Im Frühling sprach ich mit Thomas und Urs darüber. Sie unterstützen mich von Anfang an.

Was für Männer kamen?

Hiltbrunner: Der Jüngste war um vierzig, der älteste um siebzig, die anderen dazwischen. Sie kamen aus dem Mittel- und Oberrheintal, einer aus Vorarlberg. Soviel ich bemerkt habe, waren wir beruflich bunt gemischt und auch im Lebenshintergrund; also Verheiratete, noch immer Singles, schon wieder Singles, solche mit neuen Partnern, Geschiedene, in Trennung Lebende, querbeet.

Wovon wurde gesprochen am ersten Abend?

Hiltbrunner: Jeder hat sich selber kurz vorgestellt, so, wie er halt wollte. Das war spannend. Wir erfuhren so von allen auch die Erwartungen und Gründe, warum sie zum Treff gekommen sind. Ich hatte in einer kurzen Begrüssung und Einleitung mich vorgestellt und meine Beweggründe zum Treff dargelegt. Ich erwähnte, dass im Interesse von uns allen nichts nach draussen gehen sollte von dem, was gesprochen wird. Damit habe ich offenbar allen aus der Seele gesprochen.

Was nannten Sie für Beweggründe?

Hiltbrunner: Mir schwebt eine Plattform vor, wo Männer sich aussprechen und austauschen können. Wo andere, persönlichere Themen besprochen werden und ein engagierterer Austausch stattfindet als an den üblichen Stammtischen. Auch Aktivitäten könnten angeboten werden. Der Treff soll aber auch neue persönliche Kontakte und Freundschaften ermöglichen, die dann vielleicht auch ausserhalb des Treffs gepflegt werden. Es kamen tatsächlich welche, die erwähnten, neue soziale Kontakte ausserhalb ihres gewohnten Umfelds und des Berufslebens zu suchen.

Warum stand in der Ausschreibung ausdrücklich, der Treff sei konfessionell neutral?

Hiltbrunner: Er ist es. Jeder ist willkommen. Ich schrieb es hin, weil Urs Dohrmann Pfarrer ist, ich in der Kirchenvorsteherschaft war und unter anderem Vater-Kind-Aktivitäten organisiert habe, und weil auch Thomas Widmer sich in der reformierten Kirche engagiert. Es gab am Treff welche, die Fragen stellten in diese Richtung und Befürchtungen äusserten.

Wie haben Sie sich erklärt?

Hiltbrunner: Ich betonte, dass der Männertreff wirklich allen offensteht und es nicht um Kirchliches, sondern um Persönliches gehen soll. Der nächste findet am 10. September um 20 Uhr im evangelischen Kirchgemeindehaus in Widnau statt. Nicht weil wir konfessionell missionieren wollen, sondern weil das Gebäude und die Umgebung dort uns mehr Möglichkeiten bieten als der Saal eines Restaurants. Auch dieser Hinweis übrigens wurde teils skeptisch aufgenommen. Aber das darf und soll so sein.

Interview: René Schneider