Erste Mannschaftsmedaille

Zum Auftakt der Europameisterschaft durfte Jolanda Neff erstmals im Team Relay starten. Mit der zweitschnellsten Frauenzeit war sie beim Schweizer Silbergewinn eine Stütze des Teams.

Yves Solenthaler, Bern
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Jolanda Neff holt ihre erste EM-Medaille in diesem Jahr. (Bild: Yves Solenthaler)

Jolanda Neff holt ihre erste EM-Medaille in diesem Jahr. (Bild: Yves Solenthaler)

MOUNTAINBIKE. Es war das erste Team Relay – eine Wettkampfform, die es nur an WM und EM gibt – in der Innenstadt. Das Teamrennen war mit einer Siegerzeit von 32:43 Minuten kürzer als gewohnt, obschon zwei Runden zu absolvieren waren. Es war in den Worten von Eva Lechner, Mitglied des siegreichen italienischen Teams, «eher ein Strassenrennen». Aber den Fahrern gefiel die pulsierende Atmosphäre zwischen Bundeshaus und Marzili. «So muss ein Team Relay sein», sagte der Schweizer Schlussfahrer Nino Schurter.

«EM der Velokuriere»

Auch Jolanda Neff schwärmte nach dem Rennen von der Atmosphäre in der Berner Innenstadt. Das tat selbstredend auch Berns Stadtpräsident Alexander Tschäppät an der Siegerehrung, der die Veranstaltung indes launig als «EM der Velokuriere» pries. Ohne Transporttasche ist Jolanda Neff in der Bundesstadt ein beherztes Rennen gefahren. Beim Start stürmte sie los, als sei es ein Endspurt. Sie machte in der mehrheitlich von Frauen bestrittenen dritten Ablösung – von den Spitzenteams wählten lediglich die Franzosen eine andere Taktik – einen Platz gut. Allerdings konnte die Tschechin Katerina Nash in der zweiten Runde den vierten Platz von Neff wieder einnehmen.

Italiener ausgeglichener

Dass Schlussfahrer Schurter die Frauen Annie Last (Grossbritannien) und Julie Bresset (Frankreich) einholt, war zu erwarten. Die acht Sekunden Rückstand auf den Tschechen Ondrej Conk machte er ebenfalls schon in der ersten Runde wett. 28 Sekunden Rückstand auf den starken italienischen U23-Fahrer Gerhard Kerschbaumer waren aber nicht mehr wettzumachen.

«Dass Gold weg war, wusste ich schon vor dem Start», sagte Schurter nach dem Rennen. Die Italiener waren am Donnerstag nicht zu besiegen, sie hatten auf allen vier Positionen (Elite, Frauen, U23, Junioren) absolute Spitzenleute am Start. Der erste Eindruck war, dass Eva Lechner den entscheidenden Teil zum Sieg beitrug.

Das traf aber nur bedingt zu: Die Südtirolerin war zwar die schnellste Frau, allerdings lediglich eine Sekunde vor den zeitgleichen Neff und Nash. Die Differenz von 18 Sekunden legten der Junioren- und U23-Starter (Gioele Bertolini und Kerschbaumer gegenüber Dominic Grab und Reto Indergand).

Heute Silber vergolden

«Es ist eine riesige Ehre für mich, dass ich im Team Relay starten durfte», sagte die 20-jährige Jolanda Neff nach dem Rennen. Von der Teamleitung vor die Wahl gestellt, welche Disziplin sie bestreiten will, musste sie nicht lange überlegen.

Es war ein Teamentscheid, dass der Eliminator Sprint gestern ohne Neff stattfand, aber sie sagt auch: «Drei Rennen in drei Tagen wären vielleicht etwas viel.» Im heutigen Cross Country auf dem Berner Haus-, Festival- und Biker-Berg Gurten will Jolanda Neff die Silbermedaille im Team Relay vergolden. Erstmals in diesem Jahr tritt sie in der U23-Kategorie an, in der sie klare Favoritin auf die erfolgreiche Titelverteidigung ist.

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