Erstarktes Willisau in Kriessern

Die 7. Runde der Premium League beschert Kriessern einen Gradmesser: Zu Gast ist Willisau, das nach mässigem Start Fahrt aufgenommen hat.

Patrick Dietsche
Merken
Drucken
Teilen
Jürg Hutter (rot) gehört zu den zuverlässigen Punktelieferanten der Kriessner. Er wird am Samstag gefordert sein. (Bild: dip)

Jürg Hutter (rot) gehört zu den zuverlässigen Punktelieferanten der Kriessner. Er wird am Samstag gefordert sein. (Bild: dip)

RINGEN. Es ist noch nicht lange her, da rieben sich die Ringsport-Freunde schweizweit die Augen. Am gleichen Wochenende verloren die beiden Titelkandidaten RR Hergiswil und der RC Willisau gegen die vermeintlich kleinen RR Schattdorf und RR Einsiedeln. Vor allem der Sieg von Einsiedeln gegen Willisau löste ungläubiges Staunen aus, denn obwohl Willisau in den Wochen vor diesem Kampf nicht immer überzeugt hatte, ging man davon aus, dass die Klosterstädter für sie kein Stolperstein sein sollten.

Eindrückliche Wende

Das man in der Innerschweiz die Gründe für die Überraschung vor allem bei sich selbst suchte, war wohl das einzig Positive an der Situation. Diese Selbstkritik hat denn auch dazu geführt, dass man sich zusammen raufte und die nächsten Aufgaben äusserst konzentriert und mit viel Engagement anging. Zu spüren bekamen dies in den letzten Runden die RS Freiamt und die RR Schattdorf. Beide hatten diesem Willisau nichts Gleichwertiges entgegen zu setzen. Und es gilt anzumerken, dass die Luzerner dabei noch nicht alle Trümpfe gezogen hatten.

In dieser Verfassung sind die Willisauer für jedes Team eine hohe Hürde, und die Halbfinalqualifikation dürfte so nicht in Frage stehen. Allerdings ist der Kampf am Strich nach wie vor offen – und darum ist damit zu rechnen, dass Trainer Thomas Bucheli auch in Kriessern nicht taktieren wird, sondern dem Leader die erste Saisonniederlage zufügen will. Dies hätte für die Willisauer wohl zwei positive Effekte. Zum einen würde man sich in eine gute Position für die verbleibenden Runden der Qualifikation bringen, zum anderen hätte man im Rheintal eine wichtige psychologische Duftmarke gesetzt.

Leaderposition sichern

Kriessern im Gegenzug steht mit sechs Punkten Vorsprung unangefochten an der Tabellenspitze. Nun geht es für die Rheintaler vor allem um zwei Dinge. Mit einem Sieg am Samstag ist man auch rechnerisch nicht mehr von der Tabellenspitze zu verdrängen. Damit kann man im Halbfinal gegen den Vierten der Qualifikation antreten, was bei der jetzigen Konstellation allerdings nicht zwingend ein Vorteil sein muss. Weiter kann man im entscheidenden zweiten Halbfinalkampf zu Hause antreten.

Wichtiger ist aber für Trainer Hugo Dietsche, dass er seine Topathleten an ihr Leistungsniveau führen kann. Vorab die WM-Fahrer Dietsche, Hutter und Graf weisen noch einen Wettkampfrückstand auf. Sie haben nun noch Zeit, sich an den Liga-Rhythmus zu gewöhnen, um dann in der entscheidenden Meisterschaftsphase 100 Prozent ihres Leistungsvermögens abrufen zu können. Ob der Coach aus dem gleichen Grund seinen Leih-Ringern Freuler und Wild am Samstag eine Startchance geben wird, ist allerdings fraglich. Beide sind mit ihren Klubs noch in der entscheidenden Phase der Challenge League engagiert. Ansonsten werden die Kriessner aber wohl mit allen ihren Spitzenathleten antreten. Willisau wird ein Gradmesser sein, der den Gastgebern alles abverlangt.

Der Kampf beginnt morgen Samstag um 20 Uhr in der Mehrzweckhalle Kriessern.