Erst Gemeindehaus, dann Zentrum

400 000 Franken sind in den nächsten drei Jahren für die Planung des neuen Dorfzentrums Au vorgesehen. Irgendwo soll sich dort auch ein neues Gemeindehaus einfügen. Drei Initianten sehen das anders: Sie möchten erst wissen, wo die Verwaltung hin soll, bevor an das Zentrum gedacht wird.

Seraina Hess
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AU/HEERBRUGG. Magnus Hugentobler, Edwin Naef und Daniel Schilling sind weder gegen ein neues Gemeindehaus noch gegen eine neue Zentrumsgestaltung. Doch die Reihenfolge der Planung, die von der Gemeinde vorgesehen ist, stört das Trio. Der Gemeinderat will mittels Architekturwettbewerb das Dreieck zwischen Hauptstrasse, Walzenhauserstrasse und Littenbach weiterentwickeln. In der Investitionsrechnung 2016 sind für die Vorarbeiten zum Wettbewerbsverfahren, bei denen auch Vertreter aus Vereinen mitwirken werden, 50 000 Franken vorgesehen.

Schon an der Vorversammlung am Montagabend eröffnete Gemeindepräsident Christian Sepin den Antrag der drei Bürger: Sie möchten, dass der Gemeinderat die Standortmöglichkeiten der künftigen Verwaltungsräume prüft und der Bevölkerung spätestens an der Bürgerversammlung 2017 zum Grundsatzentscheid vorlegt. Dafür soll ein Kredit von 30 000 Franken gesprochen werden – das Planungsprojekt Zentrum Au inklusive Kredit von 400 000 Franken hingegen soll sistiert werden.

Auch Heerbrugg geeignet

Wie Daniel Schilling an der Vorversammlung erläuterte, drängen ihn und seine Mitinitianten mehrere Überlegungen zum Antrag. Klar sei, dass es ein neues Gemeindehaus brauche, zumal derzeit in drei eigenen und einem gemieteten Gebäude verwaltet wird – lange Wege und komplizierte Abläufe würden unnötige Kosten verursachen. Auch die Unterhaltskosten für die heutigen Gebäude würden altersbedingt weiter steigen. In diesen Punkten sind sich Schilling und der Gemeinderat einig. Der Initiant möchte aber, dass die Bürgerschaft wählen kann, welches der beste langfristige Standort eines neuen Gemeindehauses ist – auch, weil Au aus zwei Dörfern besteht und ein Standort in Heerbrugg möglich wäre. Zudem werde die Zusammenarbeit mit der Nachbargemeinde Berneck immer intensiver. Dies sei bei der Standortwahl zu berücksichtigen, da eine Fusion in einigen Jahren denkbar wäre. Allenfalls sei Heerbrugg deshalb der geeignete Standort.

Angst um den Dorfkern

Der Antrag war der grösste Diskussionspunkt der Vorversammlung: Von der Idee eines Bürgers, die Verwaltung ins Feuerwehrdepot zu zügeln, bis hin zum Umzug in die geplanten Wohnhäuser an der Kirchstrasse in Heerbrugg war vieles dabei. Eine Bürgerin tat jedoch ihren Unmut kund, Au könnte seinen Dorfkern verlieren, stünde das Gemeindehaus in Heerbrugg.

Christian Sepin hielt fest, dass es in der Frage nach dem Standort vor allem um Emotionen gehe. Der Aspekt einer Fusion mit der Nachbargemeinde sei nicht in den Mittelpunkt zu stellen, zumal es keine konkreten Pläne gebe. «Zu bedenken ist aber, was es für das Leben, die Identität und die Geschäfte bedeutete, wenn man die Verwaltung nach Heerbrugg verlegen würde», sagte der Gemeindepräsident. Ausserdem sei es sinnvoller, sich im Rahmen der Zentrumsgestaltung für ein Gebäude zu entscheiden, das nicht nur als Verwaltungsbau geeignet wäre. Vielmehr soll es bei bei Bedarf an Unternehmen vermietet werden können – beispielsweise dann, wenn einst tatsächlich eine Gemeindefusion zur Debatte stünde.

Über den Antrag wird an der Bürgerversammlung vom Montag, 21. März, um 20 Uhr in der OMR-Aula in Heerbrugg abgestimmt.