Erholung in der Solarindustrie erfährt eine Verzögerung

Das Jahr 2011 bescherte der Solarindustrie das schlechteste Jahr in ihrer noch jungen Geschichte. Riesige Überkapazitäten und ein geradezu ruinöser Preiskampf unter den Anbietern hinterliessen ihre Spuren. Ursprünglich sollte die Talsohle in der zweiten Hälfte dieses Jahres durchschritten werden.

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Das Jahr 2011 bescherte der Solarindustrie das schlechteste Jahr in ihrer noch jungen Geschichte. Riesige Überkapazitäten und ein geradezu ruinöser Preiskampf unter den Anbietern hinterliessen ihre Spuren. Ursprünglich sollte die Talsohle in der zweiten Hälfte dieses Jahres durchschritten werden. Aufgrund von Subventionskürzungen in Deutschland und dem in den USA drohenden Importzoll für chinesische Solarmodule verzögert sich die Erholung jedoch.

Die Aktien aus der Solarindustrie konnten sich in den vergangenen Monaten zwar von ihren Tiefständen nach oben lösen. Für viele Unternehmen gestaltet sich die Situation aber noch immer sehr schwierig. Denn aufgrund der in den vergangenen Jahren in der Solarindustrie aufgebauten Überkapazitäten tobt ein erbitterter Preiskampf unter den unzähligen Herstellern.

Insbesondere chinesische Billiganbieter schwemmen den Markt derzeit mit Solarmodulen und sorgen so für Druck auf die Verkaufspreise.

In diesem Zusammenhang prüft das US-Aussenhandelsministerium die Einführung eines Importzolls für chinesische Solarmodule.

Die Amerikaner argumentieren, dass die Subventionen Chinas in die heimische Solarindustrie den internationalen Wettbewerb verzerre. Die Einführung eines Importzolls hätte negative Folgen für den Volumenabsatz in der Solarindustrie.

Dazu kommt, dass sich viele westliche Länder durch die Schuldenprobleme europäischer Peripheriestaaten zur Kürzung von Solarsubventionen veranlasst sehen. Erst vor wenigen Wochen einigten sich die Interessensvertreter in Deutschland auf eine schrittweise Reduktion der Solarsubventionen. Deutschland gilt als Schlüsselmarkt mit Signalwirkung.

Die Nachfrageerholung in der Solarindustrie lässt weiterhin auf sich warten. Aufgrund der Subventionskürzungen in Deutschland und anderen europäischen Ländern und dem drohenden Importzoll in den USA erfährt die Erholung eine weitere Verzögerung. Aufgrund der langfristig intakten Wachstumsaussichten sollten Anleger die Flinte aber noch nicht ins Korn werfen, auch wenn ihnen über die kommenden Monate starke Nerven abverlangt werden.

Nächste Woche werden u. a. Bobst, Crealogix, Emmi, Loeb und Valora ihre Jahresergebnisse vorlegen. Konjunkturseitig steht u. a. das KOF-Konjunkturbarometer für den Monat März an. In den USA liegt das Hauptaugenmerk auf dem Auftragseingang für langlebige Güter für den Monat Februar sowie auf dem Einkaufsmanagerindex für Chicago für den Monat März.

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