Ergreifend: Orgel und Bariton

Am Donnerstag fand in Rheineck auf Einladung der Rheintalischen Gesellschaft für Musik und Literatur ein Konzertabend mit tief berührenden Vorträgen statt.

Bea Sutter
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Rheineck. Die Rheintalische Gesellschaft für Musik und Literatur lud auf Donnerstagabend zu ihrer ersten Konzertveranstaltung im neuen Jahr ein. Wie sich herausstellte war die evangelische Kirche von Rheineck von ihrer Akustik her der geeignete Ort für das aussergewöhnliche Konzert mit Orgelspiel und Baritonstimme.

Erwartungsvoll blickten die vielen Konzertbesucherinnen und Konzertbesucher, die im Kirchenschiff Platz genommen hatten, zur Empore hinauf, wo die Orgel steht. Dort bereitete sich der in Thal aufgewachsene Organist Kaspar Wagner für den Auftakt des Konzertes vor. Beschwingt und mitreissend ertönte das heiterte Scherzo op. 59 von Louis Vierne.

Religiöse Gesänge mit Tiefgang

Dann erfolgten tief gehende Liederblöcke mit den sakralen Themen über den Tod, die Vergänglichkeit des irdischen Lebens, die Liebe Gottes und das Vertrauen auf den Schöpfer, der alle Menschen liebt. Diskret begleitete Kaspar Wagner den aus Oberriet stammenden Baritonisten Samuel Zünd an der Orgel. Kaum ein Atmen war zu hören in der Kirche. Alle lauschten gebannt dem ergreifenden Gesang mit den tiefsinnigen Texten.

Die Texte des ersten Teils stammen aus der Bibel und wurden untermalt mit hochromantischer Musik von Johannes Brahms 1833–1897). Es waren «Vier ernste Gesänge op 121». Die Musik des zweite Liederblocks stammte von Josef Rheinberger (1839–1901). Die «Sechs religiösen Gesänge op. 157» sind ebenfalls in der Romantik anzusiedeln. Vom Textinhalt her bekannt waren das «Vater unser» und das «Ave Maria».

Die Musik zum letzten Liederblock wurde von Augustinus Franz Kropfreiter (1936–2003) geschrieben. Auch die drei atonalen geistlichen Gesänge aus dem Jahr 1963 zogen die Zuhörenden in den Bann. Althochdeutsche Texte in ausdrucksstarkem Bariton gesungen, begleitet von zeitgenössische Orgelmusik, eine Kombination, welche die Herzen des Publikums tief berührte. Obwohl der Organist und der Baritonist noch nie so miteinander musiziert hatten, wie Kaspar Wagner vor Beginn des Konzertes sagte, war von Anfang an eine grosse Harmonie im Zusammenspiel der beiden Musiker herauszuspüren.

Virtuoses Orgelspiel

Als Kontrast zu den tiefgründigen Liedern und Texten hatten die Zwischenspiele von Organist Kaspar Wagner einen majestätischen Charakter. Die Füller aller Töne und Register brachte die Kirche fast zum Beben. Harold Brittons Variationen über «I got rhythm» sowie Naji Hakims «Gerschwinesca» stammen aus Moderne. Die Virtuosität, mit welcher Samuel Zünd diese Kompositionen interpretierte, war einfach genial.

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