Erfolgsrezept Anlagestrategie

Der richtige Riecher bei der Auswahl von Aktien und ein gutes Timing beim Einstieg und Ausstieg gelten landläufig als die Erfolgsgaranten bei der Geldanlage. Dabei geht der allerwichtigste Erfolgsfaktor oft vergessen: die Anlagestrategie.

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Der richtige Riecher bei der Auswahl von Aktien und ein gutes Timing beim Einstieg und Ausstieg gelten landläufig als die Erfolgsgaranten bei der Geldanlage. Dabei geht der allerwichtigste Erfolgsfaktor oft vergessen: die Anlagestrategie.

Verschiedene Studien haben gezeigt, dass 70 bis 80 Prozent des Anlageerfolgs von der strategischen Zusammensetzung des Portfolios abhängen. Die Auswahl der einzelnen Titel und das Timing bei der Anlage sind weit weniger wichtige Faktoren. Obwohl institutionelle Anleger wie Pensionskassen Objekte dieser Studien waren, gilt ihr Fazit für Private ganz besonders: Die Qualität der Strategie bestimmt den Erfolg des Portfolios. Die gewählte Strategie gilt es mit einem diversifizierten Portfolio umzusetzen und konsequent zu verfolgen – so behält man auch in turbulenten Börsenzeiten den Überblick.

Was ist den nun eine Anlagestrategie? Die Anlagestrategie legt die Aufteilung des eingesetzten Kapitals fest – also wie viel Gewicht die einzelnen Anlageklassen Liquidität, Obligationen, Aktien und alternative Anlagen im Portfolio haben dürfen. Dabei definiert sie die Grenzen, innerhalb derer die Gewichtung schwanken darf, bis korrigierend eingegriffen wird. Zudem definiert sie, in welche Länder resp. Währungen investiert wird. In der Regel unterscheidet man zwischen fünf verschiedenen Anlagestrategien mit unterschiedlichem Anlageklassen-Mix – von der konservativen Sicherheitsvariante ohne Aktien bis hin zur aggressivsten Strategie mit bis zu 100 Prozent Aktien. Je nach persönlicher Risikofähigkeit und Risikobereitschaft gilt es, sich für eine der Strategien zu entscheiden.

Als Risikofähigkeit bezeichnet man die persönlichen finanziellen Rahmenbedingungen und den Anlagehorizont, die grössere beziehungsweise kleinere Risiken rechtfertigen. Die Risikobereitschaft hingegen ist die persönliche Neigung, finanzielle Risiken einzugehen und über eine längere Zeit zu tragen. Bevor man über die einzelnen Produkte diskutiert, muss man sich also grundsätzliche Fragen stellen wie: Welche Bedürfnisse habe ich heute und in Zukunft? Wie viel Risiko kann und will ich eingehen?

Der Finanzberater unterstützt den Kunden bei der Wahl seiner Anlagestrategie durch Ermittlung des Anlegerprofils.

Anleger sollten ihre Strategie nur dann ändern, wenn sich auch ihre Risikofähigkeit oder -bereitschaft verlagert. Gründe hierfür können neue finanzielle Rahmenbedingungen wie eine Erbschaft, Hauskauf, Pension oder veränderte Familienverhältnisse sein. Dann ist eine Aktualisierung des Anlegerprofils und gegebenenfalls der Anlagestrategie nötig. Aufgrund von negativen Wirtschaftsdaten oder sinkenden Börsenkursen sollte man die Strategie aber nicht ändern, da eine gute Anlagestrategie langfristig Bestand haben muss. Je nach Risikogewichtung ist mit der Strategie ein kürzerer oder längerer Anlagehorizont verbunden. Ein langer Atem zahlt sich aus. (pd)