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Erfolgreich durch die grün-weisse Hölle

Gabriel Kuster, Andreas Meier, Remo Müggler und Robin Spiess wurden am 24-Stunden-Rennen vom Nürburgring von 650 Teams Neunte.
Das Rheintaler oxywater.ch-Team am Nürburgring (von links): Betreuer Steven Dürr, Gabriel Kuster, Robin Spiess, Remo Müggler, Andreas Meier und Betreuerin Eliane Müggler.Bilder: pd

Das Rheintaler oxywater.ch-Team am Nürburgring (von links): Betreuer Steven Dürr, Gabriel Kuster, Robin Spiess, Remo Müggler, Andreas Meier und Betreuerin Eliane Müggler.Bilder: pd

Radsport Kürzlich gehörte der aus der Formel 1 bekannte Nürburgring den 24-Stunden-Velofahrern. Am «Rad am Ring» nahmen als Team oxywater.ch auch vier junge Rheintaler teil.

Als Betreuerin dabei war Bischibikes-Fahrerin Eliane Müggler. Weil auch sie eine Runde drehen wollte, fungierte sie als Testfahrerin. Sie kannte die Strecke nicht, fuhr vorsichtig. Der Kurs war hart: Im zweiten Teil gab es bis zu 17 Prozent steile Anstiege und 200 Höhenmeter am Stück. Der letzte Teil, mit kurzen Rampen, kam der Mountainbikerin entgegen. Auf der über 500 Meter langen Zielgerade holte sie alles heraus, ehe sie nach 44:59 Minuten über die Ziellinie fuhr. Für das Team war ihr Einsatz wichtig, weil sie so ihren Kollegen wertvolle Informationen geben konnte.

Vier Neulinge über 24 Stunden mit dem Rennvelo

Zumal das Rheintaler Team aus vier Neulingen bestand. Robin Spiess (Kriessern), Andreas Meier (Bühler), Remo Müggler (Thal, bischibikes/kopierpapier.ch) und Gabriel Kuster (Altstätten, Ostschweiz Druck) sind noch nie ein 24-Stunden-Rennen mit dem Rennvelo gefahren, die beiden Letztgenannten brachten aber Erfahrungen aus 24-Stunden-Rennen mit dem Mountainbike mit.

Insgesamt starteten 660 Viererteams. Dazu kamen viele weitere Athleten – über 9000 total. Die Rheintaler nahmen sich vor, in die Top 50 zu fahren, konnten dies aber nicht ausreichend einschätzen, weil das Feld so gross war.

Zwischenfall am Start, dann Regen und Nebel

Als Erster startete um 12.45 Uhr Andreas Meier (Lippuner Cycling) Team. Er war rasch weit vorn, dennoch begann das Rennen schlecht: Kurz nach dem Start stürzte er, weil der Fahrer vor ihm die Spur verliess. Meier musste, nachdem er von vielen überholt wurde, Platz für Platz gut machen, ehe er nach der ersten Runde (25 km, 42 min) immerhin an 83. Stelle liegend an Spiess übergab. Meier liess sich verarzten, die Betreuer Eliane Müggler und Steven Dürr reparierten sein Rennvelo.

Spiess setzte indes die Aufholjagd fort und machte 52 Ränge gut. Auch Müggler und Kuster waren stark unterwegs. So lagen die vier nach je einer Runde auf Platz 18.

Nach sechs Stunden setzte dann Regen ein, durch den sich das Quartett nicht beirren liess, da es solche Bedingungen aus dem Training kennt. Es galt, bei den Abfahrten Vorsicht walten zu lassen, dies betraf aber auch die Konkurrenz. So arbeitete sich das Team bis 22 Uhr auf den 13. Rang vor.

Die Betreuer reinigten nach jedem Einsatz die Ketten der Velos, kümmerten sich um die nasse Bekleidung und das leibliche Wohl der Athleten. In der Nacht setzte der Regen teils aus, dafür wurde die «Grüne Hölle», wie die Nordschleife genannt wird, zur weissen Hölle. Im Nebel sahen die Athleten teils nur noch 20 Meter weit, beim Wechsel sahen sie nur Lichter, die entgegenkamen. Das Team wechselte die Fahrer nach jeder Runde, so erhielten alle eine Pause von rund drei Stunden, während der sie zu etwas Schlaf kamen.

Als Kuster um 7 Uhr auf den nächsten Einsatz wartete, betrug der Abstand zu Platz zehn nur noch 68 Sekunden. Während Spiess die Runde zu Ende fuhr, zog Kuster seine Regenbekleidung aus, ehe er das Team mit einer starken Runde in die Top 10 fuhr. Er nahm dem Fahrer des Konkurrenzteams gleich fünf Minuten ab.

Das Team hatte nun Blut geleckt, wollte die Top-10-Klassierung halten und vielleicht sogar noch weiter vorstossen.

Fulminanter Schlussspurt mit Schweizer Duell

In der 26. Runde betrug der Abstand auf Rang Neun elf Minuten. Diesen belegte das Team Jetzgitdsnüt, dem der frühere Tour-de-France-Etappensieger und heutige SRF-Radsportexperte Sven Montgomery angehörte. Nach der nächsten Runde betrug der Rückstand nur noch fünf Minuten. Jetzgitdsnüt wehrte sich, es entwickelte sich ein heisses Duell. Eine Runde vor Schluss war der Abstand nur noch 55 Sekunden, als Spiess in die Boxengasse fuhr, sogar nur noch 25.

Dann profitierte der Kriessner auf einer Fläche vom Windschatten des Mitstreiters, ehe er in der nächsten Steigung ein so hohes Tempo anschlug, dass er in Führung ging. Den herausgefahrenen Vorsprung gab Spiess zur Freude seiner Teamkollegen nicht mehr aus der Hand, sodass am Ende der neunte Rang bei rund 650 teilnehmenden Teams resultierte.

Müde, aber zufrieden folgte die Rückreise. Alle vier waren sich einig, dass dies nicht ihre letzten Runden durch die «Grüne Hölle» waren. (rez/pd)

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