Erfahren, wen man wählen soll

Vier wollen Gemeindepräsident oder -präsidentin in Berneck werden. Am Donnerstag stellten sich Bruno Seelos, Silvia Lenz, Margrit Wellinger und Werner Bolter den Fragen von Moderator und «Rheintaler»-Chefredaktor Gert Bruderer.

René Schneider
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BERNECK. Was ziehen Sie am 2. September 2017 an? Die Frage stellte jemand aus dem Publikum den vier Kandidierenden. Sie belegt, wie ernsthaft und doch locker und vergnüglich es zuging an der öffentlichen Präsentation der zwei Kandidaten und zwei Kandidatinnen. Die witzige Frage belegt aber auch, dass auch Einfachstes sehr gut Aufschluss gibt über die Art des künftigen Gemeindepräsidenten oder der -präsidentin. Die drei Einheimischen wussten sogleich, dass vom Torkelfest die Rede war. Silvia Lanz bekam von Werner Bolter zugeflüstert, dass dann Suuserfest sei. Als das Publikum lachte, korrigierte er sich, Torkelfest sei dann, natürlich. Suuserfest ist in Balgach. Wo Bolter (auch) Bürger ist. Silvia Lenz besitzt ein Kleiderzimmer mit grosser Auswahl. Sollte dort nichts Passendes hängen, würde sie sich etwas schneidern lassen. Margrit Wellinger hat bereits ein Torkelfest-Kleid, ist aber auf der Suche nach einem Hut und passenden Schuhen. Die beiden Männer sind bereits gut sortiert. Aber auch sie erwägen, sich etwas Besonderes zu kaufen oder gar schneidern zu lassen.

Werte pflegen

Das weltweite Flüchtlingsdrama wird bestimmt nicht in Berneck gelöst und auch nicht allein von der Schweiz. Auf eine Frage äusserten aber die vier Kandidierenden ihre Meinung: Wer in seiner Heimat bedroht ist und flüchtet, verdient Schutz, sagte Bruno Seelos. Margrit Wellinger hat mit den Mittelrheintaler Gemeindepräsidenten zusammen festgelegt, wann welche Zivilschutzanlage bereitgestellt und geöffnet würde, falls überraschend eine grössere Zahl Schutzsuchender hier über die Grenze käme. Es gehe darum, allenfalls schnell Essen, einen Schlafplatz und sanitäre Einrichtungen zur Verfügung zu stellen. Silvia Lenz ist wichtig, auch hier «immer rechtlich korrekt und fair zu bleiben». Werner Bolter mahnte, «unsere gute Tradition auch in diesem Bereich zu pflegen. Wir können es uns leisten.»

Was macht Margrit Wellinger, wenn sie nicht gewählt wird?

Margrit Wellinger

Sie arbeitet schon seit elf Jahren im Gemeinderat mit, war Vizepräsidentin und führt die Gemeinde seit dem Ausscheiden von Andreas Zellweger interimsweise in einem 30-Prozent-Pensum. Sie wäre enttäuscht, aber nicht verbittert, vielleicht gar etwas erleichtert, erklärte sie. Sie würde die Aufgabe gern weiterführen, gestand sie, sehe aber auch, dass das Amt «eine grosse Herausforderung und sicher mehr als ein 100-Prozent-Job» ist. Sie würde nach ihrer Nichtwahl dem oder der Gewählten die Amtsgeschäfte «sauber übergeben», bis zum Ende der Legislatur im Rat als Vizepräsidentin mitarbeiten und dann zurücktreten. Sie habe schon vor Zellwegers überraschendem Ausscheiden vor gehabt, nach drei Amtsdauern zurückzutreten.

Warum hatte sie sich nicht sofort gemeldet, als das Amt öffentlich ausgeschrieben war? Das fragte Moderator Gert Bruderer. Margrit Wellinger: «Erst dachte ich, ich hätte eine zu wenig dicke Haut für das Amt. Ich war unsicher. Dann packte es mich. Ich entschied mich spät, aber überzeugt zur Kandidatur.» Später schob sie nach: «Ich kann das und würde mich gern reinknien.»

Gute Auswahl

Die anderen drei Kandidierenden sind von einem externen Personal-Rekrutierungsbüro sowie der Findungskommission mit Vertretern aller Dorfparteien als für das Amt geeignet und qualifiziert erachtet worden. Sie wurden aus fünfzehn Bewerbungen «aussortiert» und der Bürgerschaft als «valable Kandidaten» zur Wahl vorgeschlagen. Die Wahl ist am 15. November.