Ent-Weder Bronze oder Leder

DIEPOLDSAU. Dank einem 2:1-Overtime-Sieg gegen die Slowakei spielt die Schweizer U17-Eishockeynationalmannschaft mit dem Diepoldsauer Dominic Weder am Olympischen Winterfestival der europäischen Jugend (EYOF) heute Donnerstag um 18.30 Uhr um die Bronzemedaille.

Yves Solenthaler, Schruns
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Magie der fünf olympischen Ringe: Der Diepoldsauer Dominic Weder (Nr. 21) setzt sich gegen einen slowakischen Gegenspieler durch. Heute um 18.30 Uhr spielt die Schweiz um Bronze. (Bild: Yves Solenthaler)

Magie der fünf olympischen Ringe: Der Diepoldsauer Dominic Weder (Nr. 21) setzt sich gegen einen slowakischen Gegenspieler durch. Heute um 18.30 Uhr spielt die Schweiz um Bronze. (Bild: Yves Solenthaler)

Der Auftakt ins olympische Turnier, das im Aktivpark Montafon in Schruns-Tschagguns ausgetragen wird, ist der Schweiz missglückt. Gegen Tschechien resultierte eine 2:8-Niederlage. Im Mitteldrittel (0:4) gingen Weder & Co. baden, und im ersten Abschnitt verpassten es die Schweizer wegen eines schlechten Powerplays, das Spiel in andere Bahnen zu lenken.

Schweiz vs. Slowakei

Umso wichtiger war für das Team von Trainer Alfred Herren der Match vom Dienstag gegen die Slowakei. Vergleiche mit den Slowaken sind für die Schweizer immer reizvoll; beides sind relativ kleine Nationen mit grossem Hockey-Stellenwert, und sowohl Slowaken wie Schweizer stossen sporadisch in die Weltspitze vor, ohne sich dort etablieren zu können.

Auch auf der Stufe U17 war das Duell umkämpft. Wieder versagten die Schweizer im Powerplay weitgehend, präsentierten sich aber defensiv viel stabiler als am Vortag. Dank eines Treffers nach 41 Sekunden der Verlängerung siegten die Eisgenossen 2:1 (1:1, 0:0, 0:0, 1:0). Dazu beigetragen haben auch Schweizer Sportlerinnen und Sportler anderer Sportarten, die ihren Eishockeyanern mit stimmlicher und farblicher Unterstützung ein Heimspiel nahe der Grenze ermöglichten. «Die Unterstützung der Zuschauer war für uns wichtig in diesem knappen Match», sagte Dominic Weder nach der Partie. Der 16-jährige Diepoldsauer bekam gegen die Slowaken weniger Eiszeit als am Vortag, das kommentierte er wie ein Profi: «Darüber muss man stehen. Wichtig ist der Erfolg der Mannschaft.»

Kurz vor der Zukunft als Profi

Weders Weg zum Profi ist vorgezeichnet: Er spielt seit zwei Jahren beim HC Davos, wo er das Sportgymnasium besucht. Dort lebt er im Wohnheim der Schule, die Betreuung funktioniere sehr gut, sagt Mutter Katja Weder. «Und wenn mal etwas ist, Dominic zum Beispiel eine Grippe hat, ist Davos nicht weit entfernt», sagt Vater Raphael Weder, der früher Jugendkoordinator des SC Rheintal gewesen ist. «Zudem kannte Dominic Davos bereits vorher sehr gut, weil wir dort eine Ferienwohnung haben», sagt die Mutter.

In zwei, drei Jahren sollte Dominic Weder selbst so weit sein, um beim HC Davos in der National League A zu spielen. Dasselbe gilt für die anderen Spieler dieses olympischen Turniers, und diese zeitliche Nähe zur Zukunft als Profi sieht man dem Niveau der Partien an, inklusive Körpereinsatz der 15- und 16-Jährigen. Auch Weder steckt ein und teilt aus: In beiden Partien kassierte der Rheintaler je eine 2-Minuten-Strafe.

Die Magie der fünf Ringe

Ein olympisches Dorf gibt es nicht am EYOF in Vorarlberg und Liechtenstein. Alle Schweizer Athletinnen und Athleten wohnen in einem Hotel in Gaschurn (Montafon). «Es macht Spass, mit unserer tollen Truppe an einem olympischen Turnier um die Medaillen spielen zu können», sagt Weder. Die Magie der berühmten fünf Ringe lässt er auf sich wirken: «Der Austausch mit Athleten anderer Sportarten ist sehr aufschlussreich.» Ob er selbst anderen Schweizern mal zuschauen kann, wusste er am Dienstag noch nicht: «Das Eishockey-Turnier mit drei Spielen in vier Tagen lässt nicht viel Spielraum zu.»

Auch der Weg zum Eishockey-Profi lässt wenig anderes als Disziplin und Hingabe zum Eishockeysport zu. Da hilft es hie und da, dass einige Rheintaler, die nicht viel älter sind als Weder, den Sprung zu den Profis geschafft haben: Die ebenfalls vom HCD ausgebildeten Ramon Untersander (Biel) und Lukas Sieber (Rapperswil) haben in dieser Saison gar je ein Aufgebot für die A-Nationalmannschaft erhalten. Und der zwei Jahre ältere Sin Schläpfer, ebenfalls beim HC Davos, hat vor zwei Jahren am EYOF in Rumänien die Bronzemedaille gewonnen.

Bis zum möglichen Aufgebot in die A-Nati dauert es noch ein paar Jahre, der Traum von einer olympischen Medaille kann sich für Weder bereits heute erfüllen: Im Spiel um den 3./4. Platz trifft die Schweiz um 18.30 Uhr mit grosser Wahrscheinlichkeit auf Finnland.

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