Energieautonomie ist möglich

Vorarlberg ist eine Vorzeige-Region in Sachen Energiewende und Förderung nachhaltiger Energien. Was können wir vom Nachbarn Vorarlberg lernen?

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HEERBRUGG. Die Frage stand im Mittelpunkt des Informationsanlasses, zu dem die Arbeitsgruppe «Energieautonomes Rheintal» nach Heerbrugg eingeladen hatte. Adi Gross, langjähriger Leiter des Vorarlberger Energieinstitutes, zeigte auf, wie Vorarlberg zu einer erfolgversprechenden Strategie fand.

Energieverbrauch steigt

Dass eine Umstellung auf erneuerbare Energien ökologisch und wirtschaftlich dringend nötig ist, gilt als weitgehend anerkannt. Doch wenn es um konkrete Massnahmen geht, hapert es. Dies zeigt sich auch deutlich im Rheintal. Alle Gemeinden tragen zwar das Label Energiestadt, doch der Gesamtenergieverbrauch steigt nach wie vor.

«Was ist zu tun, damit wir auf der ganzen Linie vom Atomstrom und von der fossilen Energie wegkommen?», fragt die von den Grünen Rheintal eingesetzte Arbeitsgruppe «Energieautonomes Rheintal».

In Vorarlberg gibt es klare Strategien dazu, wie bis ins Jahr 2050 die Energieautonomie erreicht werden kann. Ein paar wenige Initianten entwickelten mit Vertretern verschiedener Bevölkerungskreise die Vision, Vorarlberg energetisch unabhängig werden zu lassen. Sie überzeugte das Parlament und es verabschiedete ein Paket zur Erreichung des Zieles ohne Gegenstimme. Über hundert enkeltaugliche Massnahmen wurden ausgearbeitet. Sie betreffen private Haushalte, öffentliche Bauten, Gewerbe und Industrie, Verkehr und Entsorgung. Bereits bis ins Jahr 2020 müssen sie teilweise umgesetzt sein. Man ist auf Kurs und es gelingt, bei privaten Haushalten sowie in Industrie und Gewerbe den Energieverbrauch zu reduzieren. Vorarlberg hat Förderinstrumente entwickelt, mit denen die Umstellung auf erneuerbare Energie finanziell unterstützt wird.

Verbrauch reduzieren

Adi Gross sagte auch, dass der Neubau von Solaranlagen oder die Bildung von Wärmeverbünden nur eine Seite sei. Gleichzeitig müsse der Verbrauch reduziert werden. Die Umstellung auf erneuerbare Energie hat viele Vorteile für Umwelt und Klima, aber auch wirtschaftlich, denn die Wertschöpfung bleibt in der Region. Weiter gibt es gesellschaftliche Veränderungen. Denn je weniger und je sauberere Energie verbraucht wird, desto mehr Verantwortung übernimmt der Einzelne für die Gesellschaft. Adi Gross demonstrierte, dass Energieautonomie alles andere als utopisch sei. Damit das Ziel in wenigen Jahrzehnten erreicht werden könne, brauche es die Bereitschaft der Behörden und der Bevölkerung, tatsächlich aktiv zu werden. (mg)

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