EM-Titel für Schweizer U18

Die Schweizer U18-Nationalmannschaft mit den Rheintalern Malik Müller, Domenic Fehle und Raphael Schlattinger gewann Gold an der Europameisterschaft. Die U18-Frauen wurden Dritte.

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EM-Gold für die Schweizer U18 mit dem Diepoldsauer Hauptangreifer Raphael Schlattinger (kniend 2. von links) sowie den Widnauern Domenic Fehle (links neben Schlattinger) und Malik Müller (kniend, 3 von rechts). (Bild: pd)

EM-Gold für die Schweizer U18 mit dem Diepoldsauer Hauptangreifer Raphael Schlattinger (kniend 2. von links) sowie den Widnauern Domenic Fehle (links neben Schlattinger) und Malik Müller (kniend, 3 von rechts). (Bild: pd)

Faustball. Die Schweizer U18- Junioren gewannen in Jona nach 2004 und 2007 zum dritten Mal den Europameistertitel. Im Final bezwangen die Eidgenossen Deutschland mit 11:8 im entscheidenden fünften Satz. Die Schweizer U18-Juniorinnen, bei denen die Berneckerin Katrin Lüchinger vom SVD Diepoldsau mitspielte, verpassten den Finaleinzug nur ganz knapp und mussten sich mit Bronze begnügen. Doch so nahe an der Weltspitze waren die Schweizerinnen noch nie – und dies ist im Hinblick auf die WM im kommenden Jahr die wichtigste Erkenntnis.

Schweiz direkt im Final

Der grosse organisatorische Aufwand des TSV Jona auf dem Sportplatz Grünfeld wurde belohnt. Die Schweizer Junioren schafften dank einer überragenden Leistung als ungeschlagener Vorrundensieger den direkten Finaleinzug. Via Halbfinal qualifizierte sich auch Deutschland für den grossen Showdown am Ende der zweitägigen Grossveranstaltung. Und nach einem Gewitterregen kam auch die Sonne wieder rechtzeitig hervor. Die Schweizer wirkten von Beginn an konzentriert, doch der Gegner vermochte bis zum 8:8 mitzuhalten. Danach folgten drei Bälle für die Schweizer zum 11:8-Satzerfolg. Doch Deutschland steckte nicht auf und gewann den zweiten Abschnitt mit demselben Resultat.

Der dritte Satz wurde zur Machtdemonstration der Eidgenossen. Sie liessen die Deutschen nie ins Spiel kommen und siegten souverän mit 11:3. Aber danach kam die einzige schwächere Phase der Schweizer Equipe bei diesen Europameisterschaften. Nationaltrainer Christian Zbinden konnte dadurch seinen Hauptangreifer Raphael Schlattinger vom SVD Diepoldsau für den Entscheidungssatz schonen. Mit 11:6 ging der vierte Satz nicht unverdient an Deutschland. Was nun folgte, war der Höhepunkt des Finals. Bis zum Seitenwechsel vermochte kein Team wegzuziehen. Doch drei Bälle in Serie zur 8:5-Führung brachte die Vorentscheidung. Die Deutschen schafften in der Folge den Ausgleich nicht mehr. Mit 11:8 im fünften und entscheidenden Satz erzielte eine erfrischende Schweizer U18-Nationalmannschaft den Europameistertitel 2011. Nach 2004 und 2007 ist dies bereits der dritte Erfolg beim U18-Nachwuchs der Männer.

Frauen: Nahe wie noch nie

Was die Vorrunde der U18-Juniorinnen aufzeigte, wurde im Halbfinal bestätigt: Die Schweizerinnen sind so nahe an der Weltspitze wie noch nie zuvor. In der Vorrunde wurde Italien und Tschechien klar besiegt und gegen Österreich und Deutschland unterlagen sie im Entscheidungssatz. Während sich Österreich direkt fürs Endspiel qualifizierte, traf die Schweiz im Halbfinal nochmals auf Deutschland.

Der Vorteil lag nach einer 2:1-Satzführung beim Gastgeber. Doch dann wurde der Druck wohl im mentalen Bereich zu gross. Fehler um Fehler schlichen sich im Schweizer Spiel ein und der vierte Spielabschnitt wurde an Deutschland verschenkt. Danach fanden die Schweizerinnen nicht mehr in ihr Spiel zurück, was die Gegnerinnen kaltblütig ausnutzten.

Die deutschen Mädels gewannen auch den Final gegen Österreich mit 3:0. Das Spiel um Bronze wurde zum erwarteten Schweizer 3:0-Pflichtsieg gegen Italien. Nationaltrainerin Sarah Rüegge sagte nach dem Spiel: «Jetzt gilt es, die EM sauber auszuwerten und in die WM-Vorbereitung mitzunehmen. Da nur zwei Spielerinnen das Team altershalber verlassen müssen, freut es mich zusätzlich, dass wir so nahe wie noch nie an der Weltspitze sind.» Die Nationaltrainerin und ihr Assistent Roman Lässer aus Diepoldsau sind sich einig, dass dies dem neu eingeführten Stützpunkttraining zu verdanken ist. (dfr)

Männer U18 Final: Schweiz – Deutschland 3:2 (11:8, 8:11, 11:3, 6:11, 11:8). 3./4. Platz: Öster- reich – Italien 3:0 (11:9, 11:2, 11:6). Halbfinal: Deutschland – Österreich 3:0 (11:7, 11:7, 11:5). Vorrunde: Schweiz – Österreich 3:1. Schweiz – Italien 3:0. Schweiz – Deutschland 3:2. Frauen U18 Final: Deutschland – Österreich 3:0 (11:7, 11:8, 11:8). 3./4. Platz: Schweiz – Italien 3:0 (11:7, 11:3, 12:12). Halbfinal: Deutschland – Schweiz 3:2 (11:4, 8:11, 8:11, 11:7, 11:4). Vorrunde: Schweiz – Italien 2:0. Schweiz – Österreich 1:2. Schweiz – Deutschland 1:2. Tschechien – Schweiz 0:2.