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Eltern wegen Tötung angeklagt

Staad Die St. Galler Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen ein Elternpaar. Es steht in Verdacht, unter anderem aufgrund Drogenkonsums die elterlichen Sorgfaltspflichten verletzt und die gemeinsame Tochter vernachlässigt zu haben, teilte die Staatsanwaltschaft am Montag mit. Konkret wird ihnen vorgeworfen, die Tochter nicht altersgerecht ernährt und ihr keine ausreichende Bewegung ermöglicht zu haben. Ebenfalls sollen sie die medizi­nische Versorgung, die Hygiene und die sozialen Kontakte der Einjährigen vernachlässigt haben. Daneben hätten die Eltern gemäss Anklage das Kleinkind mehrmals stundenlang unbeaufsichtigt alleine zu Hause gelassen. Die Vernachlässigungen sollen schliesslich zum Tod des Mädchens geführt haben.

Kesb hatte Alarm geschlagen

Am 4. August 2015 hatte die Polizei bei einer Hausdurchsuchung die Leiche des Kindes im Keller entdeckt und die Eltern festgenommen. Angestrengt hatte die Ermittlungen die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) Rorschach mit einer Strafanzeige wegen Verdachts der Verletzung von Fürsorge- und Erziehungspflichten. Die Behörde hatte nach einem Hausbesuch Verdacht geschöpft, weil sie keine befriedigenden Auskünfte über den Aufenthaltsort der Einjährigen bekommen hatte. Die Hausdurch- suchung brachte traurige Gewissheit. Dass die Untersuchung rund zweieinhalb Jahre in Anspruch nahm, ist laut Roman Dobler, Mediensprecher der Staatsanwaltschaft St. Gallen, bei Tötungsdelikten nicht ungewöhnlich: «Die Ermittlungen rund um den Todeszeitpunkt und die Todesursache waren aufwendig. Es mussten rechtsmedizinische Gutachten erstellt und umfangreiche Befragungen durchgeführt werden. Ausserdem mussten die Angeklagten forensisch-psychiatrisch begutach- tet werden.» Die Staatsanwaltschaft beantragt eine Verurteilung der 35-jährigen Mutter unter anderem wegen vorsätzlicher Tötung, Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht und mehrfacher Widerhandlung ge­gen das Betäubungsmittelgesetz zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 10? Jahren, einer unbedingten Geldstrafe und einer Busse. Der 54-jährige Vater soll wegen vorsätzlicher Tötung, Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht und mehrfacher Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von acht Jahren und einer unbedingten Geldstrafe verurteilt wer­den. (sda, jom)

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