El Clásico auf der Auer Degern

Real Madrid, FC Barcelona oder Chelsea heissen die Teams bei der vierten Auflage des Junioren-Fussballcamps von Au-Berneck 05. Nebst Champions-League-Spielen tragen die Kinder auch Golf- oder American-Football-Duelle aus.

Raffael Zanoni
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Polysport. 120 Kinder in gelben Trikots sowie 45 Erwachsene in blau. Dieses Bild prägt seit Montagnachmittag die Degern-Anlage zwischen Au und Berneck. Auf elf verschiedenen Trainingsplätzen herrscht reger Betrieb. Eingeteilt wurden rund zehn Kinder pro Mannschaft, die allesamt den Namen eines berühmten Teams aus Europas Königsklasse tragen. Daher kommt es im Verlauf der Sportwoche zu hochstehenden Duellen von Traditionsvereinen aus England, Spanien, Deutschland und Italien.

Verschiedene Sportarten

Nebst Fussball in unzähligen Variationen geniessen die Kinder sportliche Abwechslung. Beispielsweise versuchen sich die älteren Jahrgänge in Golf. Diese Idee brachte der ehemalige Aktivspieler Sascha Villommet ein, der selbst die Platzreife besitzt.

Mit Michael Kellenberger vermittelte gestern ein weiterer früherer Au-Berneck-Spieler Einblicke seiner Sportart im Fussballcamp. Der 27-Jährige spielt seit geraumer Zeit American Football bei den Cineplexx Blue Devils. Die vergangene Meisterschaft endete für den Offense-Spieler erst im Halbfinal, wo man unglücklich gegen Basel ausschied. Gemeinsam mit fünf Teamkollegen zeigte er den Kindern die Charakteristika des American Football. Nach einer kurzen Einführungs-Demonstration standen die Spieler als Lehrer auf dem Rasen. Beispielsweise übte der amerikanische Quarterback Mitch Niekamp mit den Teilnehmenden das Passspiel. Und auch Einheiten mit viel Körperkontakt scheuten die Kleinen nicht. So musste eine Schaumstoff-Figur verteidigt werden, welche nach dem Durchdringen der Verteidigung mit Liebe zu Fall gebracht wurde.

Taufpate Jörg Stiel als Gast

Wie in jedem Jahr besuchte vorgestern Dienstag auch Jörg Stiel das Juniorencamp. Der ehemalige National-Torhüter ist Taufpate des FC Au-Berneck 05 und ein gern gesehener Gast. Innert gut zwei Stunden mischte er bei allen elf Trainings-Mannschaften mit. Trotz seinen 43 Jahren erwies sich Stiel zwischen den Pfosten weiterhin als flink. Auch bei den älteren Fussballerinnen und Fussballern, die den Goalie unbedingt als Feldspieler einsetzen wollten, machte der ehemalige Profi eine gute Figur. Sichtlich erschöpft verliess der Familienvater zur Mittagspause das Camp.

Eine zündende Idee

Die ganze Sache ins Leben gerufen haben die heutigen OK-Mitglieder Esther Dierauer und Tinne Mazenauer. Bereits vor fünf Jahren trainierten die beiden Mütter von fussballbegeisterten Kindern in Berneck eine Woche lang mit jungen Fussballerinnen und Fussballern. Den Eltern der damals 25 Teilnehmenden gefiel diese Idee, woraufhin unter dem Dach des Fussballvereins ein professionelles Camp ins Leben gerufen wurde. Waren es bei der Premieren-Ausgabe noch 76 Kinder, sind seit der Zweitauflage jeweils 120 Jungen und Mädchen mit von der Partie. Mehr Anmeldungen kann der Verein mangels Kapazitäten gar nicht entgegennehmen. Aufgrund der professionellen Handhabung erhielt der FC Au-Berneck vom Schweizer Fussballverband ausserdem eine Urkunde zur Erteilung von Fussballcamps.

Freiwillige Trainer und Helfer

Diese Veranstaltung möglich machen unter anderem auch die 45 freiwilligen Trainer und Helfer. Jeweils zwei Übungsleiter sind für eine Mannschaft zuständig. Abseits des Spielfeldes sind Helfer im Einsatz. So zum Beispiel beim Mittagessen im Saal des Restaurants Engel, wo täglich alle Mitwirkenden versorgt werden müssen.

Gespielt wird bis Freitag. Für das abschliessende WM-Turnier werden die Vereine in Nationalteams umbenannt, ehe ein würdiger «Weltmeister» ermittelt wird. Ab 14 Uhr lädt der FC Au-Berneck im Clubhaus zu einem Apéro für Eltern, Sponsoren und Behörden, die gemeinsam die erlebnisreiche Woche ausklingen lassen.

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