EISHOCKEY: Traumdestination Pyeongchang

Der 26-jährige Heerbrugger Ramon Untersander ist Verteidiger beim SC Bern und in der Schweizer Nationalmannschaft. Seine nächsten Ziele sind die Verteidigung des Schweizer Meistertitels und die Teilnahme an den Olympischen Spielen.

Yves Solenthaler
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Ramon Untersander begann in Widnau mit Eishockeyspielen. Als 14-Jähriger wechselte er zum HC Thurgau und kurz darauf zum HC Davos. Über den EHC Biel landete er vor zwei Jahren beim SC Bern. Am Sonntag besuchte er am Swiss Ice Hockey Day seinen Stammverein SC Rheintal. (Bild: Yves Solenthaler)

Ramon Untersander begann in Widnau mit Eishockeyspielen. Als 14-Jähriger wechselte er zum HC Thurgau und kurz darauf zum HC Davos. Über den EHC Biel landete er vor zwei Jahren beim SC Bern. Am Sonntag besuchte er am Swiss Ice Hockey Day seinen Stammverein SC Rheintal. (Bild: Yves Solenthaler)

Yves Solenthaler

Leuchtende Kinderaugen am letzten Sonntag in der Widnauer Eishalle: Die Mädchen und Buben, viele von ihnen selbst Hockeyspieler, geniessen die Zeit mit Ramon Untersander am Swiss Ice Hockey Day.

Am Freitag siegt Bern mit einem Untersander-Tor 6:1 in Davos, am Samstag 2:1 gegen Zug. Am Dienstag steht das Champions-League-Spiel in München auf dem Programm (Bern gewann 5:2), nachher geht’s mit dem Nationalteam an den Karjala-Cup nach Finnland. Beim Spielen mit den Kindern kann er mitten in diesem Pensum entspannen.

«In diesem Alter ist die Freude am Spielen das Wichtigste, bei mir war’s nicht anders», sagt er.

In Davos ausgebildet, in Biel gereift, in Bern erfolgreich

Bei ihm standen aber schnell die Talentscouts auf der Matte. Mit 14 Jahren zog Ramon Untersander zum HC Thurgau, ein Jahr später nach Davos. Dort brachte er es zum NLA-Spieler, konnte sich aber trotz eines Meistertitels 2011 nicht durchsetzen. In drei Jahren beim EHC Biel unter Kevin Schläpfer etablierte sich der 1,83 m grosse und 90 Kilo schwere Rheintaler in der NLA.

2015 folgte Ramon Untersander dem Lockruf des SC Bern. Mit dem Team aus der Bundesstadt wurde er seither zweimal Meister. Was das nationale Championat betrifft, «bin ich mit dem SC Bern noch ungeschlagen», freut sich Untersander.

«Der Titel ist beim SCB immer das Ziel», sagt Untersander. Bisher läuft’s gut, 13 der 14 letzten Spiele hat Bern gewonnen und führt die Rangliste der National League klar an.

In Bern erlebte Untersander –der ins Team gekommen war, nachdem der 174-fache Nationalspieler Ivo Rüthemann aus Widnau aufgehört hatte – zu Beginn eine sportliche Misere. Seine Kollegen und er konnten sich aber in den Playoffs bis zum Finalsieg steigern.

In der Saison 2016/17 erhielt Untersander vom neuen Trainer, dem Finnen Kari Jalonen, mehr Verantwortung. Vor allem in den Playoffs spielt der frühere SCR-Junior ganz stark und kam meist in den «Special Teams» (Über- und Unterzahl) zum Einsatz.

318 NLA-Spiele hat Ramon Untersander mittlerweile auf dem Buckel. Seit letzter Saison kann er sich wirklich Nationalspieler (bisher 16 Einsätze) nennen: An der WM in Paris bestritt er sein erstes Turnier. Zu Beginn hatte Untersander Mühe, sich ans internationale Tempo zu gewöhnen. Aber er kennt diese Situation, blieb geduldig und steigerte sich mit Fortdauer der WM. Auch die Kritik am schlechten Abschneiden des Teams zu Beginn störte ihn nicht: «Das muss man als Eishockeyprofi ausblenden.»

«Der Trainer entscheidet, ob ich an Olympia dabei bin»

Nun ist sein Ziel die Teilnahme an den Olympischen Spielen, die in rund 90 Tagen in Pyeongchang (Südkorea) beginnen. Er sagt, ganz Profi: «Der Trainer stellt die Mannschaft zusammen. Mein Beitrag beschränkt sich darauf, gut zu spielen.» Aber natürlich sind die Olympischen Spiele sein Ziel.

Profisportler haben viel Freizeit, weil die Regeneration ein wichtiger Teil des Berufs ist. ­«Daher ist es wichtig, die Frei-zeit sinnvoll zu gestalten», sagt Untersander. Früher hat er die Zeit oft mit Gamen verbracht, das war weniger sinnvoll. Deshalb hat er sich das Gitarrespielen beigebracht, nun musiziert er häufig.

Viele Hockeyaner spielen ein Instrument. «Manchmal musizieren wir miteinander, aber in einer Band spiele ich nicht. Meist musiziere ich allein», sagt Untersander.

Auch auf dem Eis macht er gerne die Musik – dort aber nur im Team.