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EISHOCKEY: Ersten Härtetest bestanden

Der erste Playoff-Halbfinal gegen den SC Küsnacht wurde für den SC Rheintal eine unerwartet zähe Angelegenheit. Aber die Rheintaler zeigten bei ihrem 29. Sieg in Serie, dass sie auch enge Spiele gewinnen können – 5:4 (2:2, 1:2, 2:0).
Sepp Schmitter
Renato Engler (rechts) betätigte sich als Rächer für seinen schwer gefoulten Teamkollegen Manuel Holenstein. (Bild: Yves Solenthaler)

Renato Engler (rechts) betätigte sich als Rächer für seinen schwer gefoulten Teamkollegen Manuel Holenstein. (Bild: Yves Solenthaler)

Sepp Schmitter

Die Rheintaler benötigten im dramatischen Endspurt eine Steigerung und auch ein bisschen Glück, um gerade noch an der ersten Saisonniederlage vorbeizuschrammen. Verdient ist der Sieg des Heimteams aber allemal; es drehte die Partie, obschon mit Manuel Holenstein ihr bester Spieler in den letzten 15 Minuten verletzungsbedingt fehlte.

Die Frage, ob es besser ist, eine Woche Pause zu haben oder im Spielrhythmus zu bleiben, war schnell beantwortet: Die Zürcher nach zehn Spielen im Dienstag-Donnerstag-Samstag-Rhythmus präsentierten sich hellwach, die Rheintaler nach einer spielfreien Woche noch im Winterschlafmodus und nach 90 Sekunden mit 0:2 im Hintertreffen.

Rheintaler Goalietausch nach nur 90 Sekunden

Damit war der Arbeitstag von Fabian Lütscher beendet, der Goalie wurde von Trainer Roger Nater nach rekordverdächtig kurzer Zeit durch Ramon Metzler ersetzt. So erkannten auch die Feldspieler des SCR, die besonders beim zweiten Gegentor erschreckend passiv agierten, den Ernst der Lage. Auch das Publikum erwachte ganz langsam, und erste zaghafte Anfeuerungsrufe waren zu hören.

Dank den Holensteins kamen die Gastgeber bis zur ersten Pause immerhin zum Ausgleich: Manuel traf nach sieben Minuten zum wichtigen 1:2, Damian nach 16 Zeigerumdrehungen zum 2:2. Die letzte Viertelstunde des Startdrittels verlief aus Rheintaler Sicht etwas besser, aber die Fehlerquote blieb ziemlich hoch.

Der SC Rheintal war im zweiten Abschnitt etwas besser im Spiel, erarbeitete sich ein leichtes Chancenplus, scheiterte aber immer wieder am hervorragenden Zürcher Torhüter Marc Mader. Im Überzahlspiel gingen die Gäste nach 26 Minuten zwar erneut in Führung, doch Manuel Holen­stein reagierte prompt und traf rund eine Minute später zum erneuten Ausgleich. Nach 32 Minuten kassierten die Rheintaler, die im vorletzten Spiel gegen Dielsdorf-Niederhasli selbst vier (!) Treffer in Unterzahl hatten, gar einen Shorthander zum 3:4. Tim Oechsle entwischte mit der Scheibe und zog alleine auf Metzler zu, der einen weiten Ausflug wagte, um die Gefahr abzuwenden. Allerdings misslang sein Abwehrversuch, und die Zürcher Führung war für den Schützen ein Kinderspiel.

Aber Metzler machte seinen Lapsus drei Minuten vor der zweiten Pause wieder gut, denn ohne sein Eingreifen hätten die Gastgeber ein weiteres Gegentor in Überzahl hinnehmen müssen.

Die Rheintaler mussten dennoch mit einem Rückstand ins letzte Drittel gehen, diese Erfahrung hatten sie schon lange nicht mehr gemacht. Daher war es nicht verwunderlich, dass sie in ihren Aktionen oft die nötige Geduld vermissen liessen.

Nach 45 Minuten kündigte sich weiteres Unheil an: Manuel Holenstein, der in den bisherigen sieben Playoff-Partien sagenhafte 30 Skorerpunkte verbuchte, musste an der Bande einen Check von hinten einstecken. Küsnachts Laurent Leutwyler musste folgerichtig unter die Dusche. Weit schwerwiegender schien aber zu sein, dass der jüngere der Holen­stein-Brüder in den letzten 15 Minuten verletzt ausfiel: Weil sich sein Gitterhelm ins Gesicht gebohrt hatte, verlor Manuel Holenstein bei dieser Aktion zwei Zähne und musste mit sechs Stichen genäht werden. Immerhin scheint er keine Kopfverletzung davongetragen zu haben, weshalb er am Samstag wieder einsatzfähig sein sollte.

Engler liess nach grobem Foul die Fäuste sprechen

Aber die bei einer Matchstrafe fälligen fünf Minuten Überzahlspiel bekamen die Rheintaler nur zu einem kleinen Teil gewährt. Denn Renato Engler hatte sich als Rächer betätigt und dafür zweimal zwei Minuten (plus zehn Minuten Disziplinarstrafe) aufgebrummt erhalten.

Doch diesmal reichte Adrian Ströhle eine Minute in Überzahl aus, um ein Powerplay-Tor zu erzielen: Er traf in der 50. Minute zum 4:4 – ein eminent wichtiger Treffer, dank dem der SCR frischen Mut tankte. Nun lief es plötzlich: Nur zwei Minuten später brachte Nico Paul mit einem unglaublich akrobatischen Kraftakt den SCR gar erstmals in diesem Match in Führung.

Dabei blieb es, obschon der SCR auch in der Schlussphase nicht immer stilsicher wirkte. Die Zürcher versuchten noch, ohne Torhüter zum Erfolg zu kommen, aber die Luchse schaukelten das Resultat über die Zeit.

Die Rheintaler hatten sich diese Aufgabe wohl leichter vorgestellt, derart gefordert wie vom SCK wurden sie in dieser Meisterschaft bisher nicht, weshalb auch für die Torhüter ungewohnt viel Arbeit zu verrichten war.

In der Best-of-5-Serie führen sie trotzdem 1:0. Die Küsnachter werden nach der knappen Niederlage am Samstag in ihrem Heimspiel auf Revanche brennen, die Rheintaler diesmal aber sicherlich von der ersten Minute an hellwach sein.

2. Liga, 1. Playoff-Halbfinal

Rheintal – Küsnacht 5:4 ( 2:2, 1:2, 2:0)

KEB Aegeten – 530 Zuschauer – SR: Gugel/Gubser.

Tore: 1. Simon 0:1, 2. Häusermann (Grander) 0:2, 7. M. Holenstein (Engler) 1:2, 16. D. Holenstein (Moser, M. Holenstein) 2:2; 26. Bischof (Grander, Zimmermann) 2:3, 27. M. Holenstein (D. Bartholet, Ströhle) 3:3, 32. Oechsle 3:4, 50. Ströhle (Breitenmoser) 4:4, 52. Paul 5:4.

Strafen: Rheintal 5×2 + 10 Minuten Disziplinarstrafe (Engler); Küsnacht 5×2 + 5-Minuten-Matchstrafe (Leutwyler).

Rheintal: Lütscher (2. Metzler); Sutter, Moser, Binder, Schawalder, S. Bartholet, D. Holenstein, M. Holenstein, Bärtsch, D. Bartholet, Diener, Schläpfer, Thurnherr, Stoop, Engler, Paul, Breitenmoser, Knöpfel, Ströhle, Sabanovic, Berweger.

Küsnacht: Mader; Leutwyler, Simon, Gander, Bischof, Schäfer, Oechsle, Weber, Von Känel, Wüst, Häusermann, Peter, Zimmermann, Schilling, Wollgast, Wehrle, Molina, Kunz.

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