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EISHOCKEY: Ein Rheintaler gegen die Rheintaler

Am nächsten Dienstag empfängt der SC Rheintal im Cup den EHC Chur. Der Sieger des Spiels spielt in der nächsten Saison im Schweizer Cup. Ein Rheintaler ist sicher dabei – doch reicht es auch für die anderen?
Sepp Schmitter
Er hat etwas gegen Manuel Holensteins Pläne: Lukas Sieber, hier im Dress des HC Davos. Er spielt jetzt beim EHC Chur und tritt in seiner Heimat an. (Bild: PD)

Er hat etwas gegen Manuel Holensteins Pläne: Lukas Sieber, hier im Dress des HC Davos. Er spielt jetzt beim EHC Chur und tritt in seiner Heimat an. (Bild: PD)

Sepp Schmitter

Vor einem Jahr ist der EHC Chur aus der 1. Liga in die neue MySports-League aufgestiegen. Um bestehen zu können, musste er sein Team neu formieren. Viele Spieler gingen, mit Manuel Holenstein auch einer zum SC Rheintal. Chur hat sich verstärkt: Der frühere Langnauer Alban Rexha ist Holensteins Ersatz – und der Topskorer ein Rheintaler. Lukas Sieber lief zuletzt mit vier Punkten gegen Bülach zu Hochform auf. Doch wie stark Chur ist, ist schwierig einzuschätzen. Die Mannschaft steht auf dem zweitletzten Platz und wird die Abstiegsrunde bestreiten müssen. Chur hat aber so viel Vorsprung auf Neuchâtel, dass der Ligaerhalt sicher ist.

Holenstein und Sieber haben beide beim SCR mit dem Eis­hockey begonnen. Beide wechselten im Juniorenalter zu Davos und spielten in Nachwuchsnationalteams. Holenstein sammelte beim HCD NLA- und bei Langenthal NLB-Erfahrung, ehe er bei Chur (und später beim SCR) landete. Auch Sieber spielte in Davos NLA, auch kam er am Spengler-Cup zum Einsatz. Die beiden verbindet, dass sie nicht mehr voll auf die Karte Eishockey gesetzt, sondern auch ihre Zukunft nach dem Sport geplant haben. So ist Holenstein zum SCR zurückgekehrt – Sieber hat diesen Schritt möglicherweise noch vor sich.

Im Cup spielen sie nun gegeneinander. Damit ist klar: Mindestens ein Rheintaler spielt in der nächsten Saison im Schweizer Cup. Wir wollten von Manuel Holenstein wissen, warum es mehr als ein Rheintaler wird.

Sie haben vier Jahre lang beim EHC Chur gespielt. Wie war diese Zeit?

Manuel Holenstein: Es war eine schöne, aber teils auch turbulente Zeit. Ich habe einiges erlebt in Chur, auf und neben dem Eis. Es waren vier sehr lehrreiche Jahre.

Erstmals spielen Sie nun gegen Ihre ehemaligen Teamkollegen. Was für ein Gefühl ist das? Ich freue mich riesig auf das Spiel, auch wenn sich die Mannschaft im Vergleich zum letzten Jahr verändert hat. Chur war für diese Runde mein Traumlos, weil mein emotionaler Bezug zum Verein und zu einigen Spielern doch noch ziemlich gross ist.

Was erwartet den SC Rheintal in diesem Cupspiel?

Uns erwartet nochmals ein anderer Brocken, als dies Arosa oder Wil in den letzten Runden waren. Das Kader des EHC Chur ist breiter aufgestellt, besonders in der Defensive hat Chur viel Routine. Bisher ist die Saison für Chur nicht wunschgemäss verlaufen, was die Qualifikation für die Cup-Hauptrunde wohl noch wichtiger macht. Der Druck liegt ganz bei Chur, wir können befreit aufspielen und das Spiel geniessen.

Hat der SC Rheintal eine Chance, das Spiel zu gewinnen?

Man hat in jedem Spiel die Chance, es zu gewinnen. Die Frage ist nur, wie hoch diese Chance ist. Chur hat ein erfahrenes Team mit guten Einzelspielern, es wird schwierig für uns. Ich habe aber das Gefühl, wir müssen uns dank unserem fantastischen Teamgeist und der aktuellen Form nicht verstecken. Wir müssen frech und engagiert auftreten. Je länger wir das Spiel ausgeglichen gestalten und hinten dichthalten können, desto grösser werden unsere Chancen.

Wie lautet Ihr Tipp?

Das Resultat ist nebensächlich – Hauptsache ist, wir gewinnen.

Mit Lukas Sieber steht in Churs Reihen auch ein Widnauer. Er ist als Topskorer des Teams motiviert, dem SCR mit Toren und Assists die Suppe zu versalzen. Sieber spielt seit zwei Jahren beim EHC Chur – und möchte am liebsten fast die ganze Mannschaft auf Manuel Holenstein ansetzen.

Warum sind Sie zum EHC Chur gekommen? Wie ist es, dort zu spielen?

Lukas Sieber: Ich bin nach Chur gekommen, weil ich hier auf viele ehemalige Mitspieler aus Davoser Zeiten treffen konnte – unter anderem auf Manuel Holenstein, der schliesslich aus­- schlaggebend war dafür, dass ich diesen Schritt gemacht habe. Ausserdem konnte ich in Chur mein Studium als Primarschullehrer in Angriff nehmen. Wir haben eine tolle Truppe, es macht Spass in der Garderobe. Ich habe viele Freunde gefunden, die ich nicht mehr missen möchte.

Was bedeutet es für Sie, zum ersten Mal gegen Ihren Ausbildungsverein anzutreten?

Ich habe mich riesig gefreut, als ich von der Auslosung gehört habe. Der erste, der sich gemeldet hatte, war Manuel. Wir machten vor der Auslosung noch Witze darüber, dass ich im Fall einer Direktbegegnung für den SCR spielen würde. Danach fragte er, ob ich meine B-Lizenz schon gelöst habe. Jetzt stehen wir uns tatsächlich gegenüber. Es wird für mich ein Spass, auf dem Eis zu stehen und zu wissen, dass ich mich gegen viele Freunde wehren muss. Es ist ein schönes Gefühl, wieder einmal zu Hause spielen zu dürfen.

Was erwartet den EHC Chur?

Ganz bestimmt eine volle Hütte und eine riesige Stimmung. Aber auch eine Mannschaft, die viel zu stark ist für die 2. Liga, die offensiv sicher mit uns mithalten kann. Manuel und Renato Engler, die «Kampfsau», werden es uns sicher nicht angenehm machen.

Warum gewinnt Chur trotzdem?

Weil wir vier Spieler pro Block auf Manuel ansetzen und so sicher gehen, dass er keinen Millimeter freies Eis hat. Zudem sollten wir schauen, dass wir selbst einige Tore schiessen, was in letzter Zeit nicht immer unsere Stärke war.

Wie könnte der SC Rheintal eine Chance haben?

Die Rheintaler müssen in der Defensive eine konstante Leistung über das ganze Spiel abliefern. Werden sie nachlässig, haben wir unsere Spezialisten, die man nicht zweimal bitten muss, bis sie zuschlagen.

Was ist Ihr Saisonziel in Chur?

Im Moment habe ich nur ein Ziel: Mich im Rheintal nicht schlagen zu lassen. Da müsste ich mich in Chur ja ein halbes Jahr lang verstecken und könnte meinen Eltern nicht mehr ins Gesicht sehen. Zudem höre ich die dummen Sprüche der Rheintaler Jungs jetzt schon, falls wir verlieren würden.

Wie geht das Spiel aus?

Wir gewinnen mit 7:3.

Widnau, Aegeten, Schweizer Cup, 6. Vorrunde: SC Rheintal – EHC Chur am Dienstag, 6. Feb­- ruar, um 20 Uhr.

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