Eisern durchgehalten

Der Eichberger Philipp Gubler hat bei seiner dritten Teilnahme an der Ironman-WM auf Hawaii in seiner Altersklasse den 16. Rang erreicht. Er brauchte aber etwas länger als geplant, weil das Schwimmen misslang.

Yves Solenthaler
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Iron Man: Der 34-jährige Philipp Gubler aus Eichberg gehörte am wichtigsten Langstrecken-Triathlon der Welt zu den 100 schnellsten Finishern. (Bild: pd)

Iron Man: Der 34-jährige Philipp Gubler aus Eichberg gehörte am wichtigsten Langstrecken-Triathlon der Welt zu den 100 schnellsten Finishern. (Bild: pd)

TRIATHLON. Zum dritten Mal konnte sich der 34-jährige Philipp Gubler für das weltweit grösste Rennen im Langstrecken-Triathlon qualifizieren. Nachdem er 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,2 km Laufen vor zwei Jahren in 9:07 Stunden beendete, setzte er sich diesmal zum Ziel, die 9-Stunden-Marke zu unterbieten.

Mit einer Zeit von 9:27 Stunden hat es für dieses hochgesteckte Ziel nicht ganz gereicht. Gubler beendete aber den Ironman in der hawaiischen Gluthitze erneut in den Top 100 des Gesamtklassements, auf Rang 92. Auf dieses Resultat darf er stolz sein – weil es lange nicht danach aussah, und er sich für diese Leistung richtig durchbeissen musste.

Im Wasser Schläge kassiert

Einen taktischen Fehler beging Philipp Gubler schon vor dem Start – er reihte sich fürs Schwimmen in der Mitte ganz vorne des 1700 Männer umfassenden Teilnehmerfelds ein. Deshalb musste Gubler auf der Schwimmstrecke «ordentlich Schläge einstecken».

Triathlon wird nämlich im ersten Drittel (Schwimmen) durchaus als Körperkontakt-Sport betrieben. Triathleten reden in einem solchen Fall von der «Waschmaschine» – um von ihr nicht durchgeschüttelt zu werden, trat Gubler die Flucht nach vorne an. Bis er seinen Rhythmus fand, büsste Gubler aber viel Zeit ein. Er verliess den Pazifik erst nach 1:02:30 Stunden an 56. Stelle in der Altersklasse 30 – 34.

Kaum auf dem Rad, verlor Gubler seine Nahrung und musste auf die offizielle Verpflegung zurückgreifen: «Das war aber kein Nachteil.» Mehr Mühe bereitete ihm der bereits ordentliche Verkehr auf der Radstrecke. Und auch abseits des Verkehrs fand er seinen Rhythmus kaum: «Ich hatte einfach zu wenig Druck auf den Pedalen.»

Er spürte, dass er eine Position um die andere verlor: «Ab dem Wendepunkt konnte ich mich aber steigern.» So verbesserte sich der Eichberger nach rund fünf Stunden Radfahren auf den 46. Rang in seiner Altersklasse.

Starker Marathon

Dank der zweiten Streckenhälfte auf dem Rad wechselte Gubler mit viel Moral auf den Marathonlauf. Er wusste, dass ein Sprung ganz nach vorne nicht mehr möglich ist. Mit einem sehr guten Marathon (3:17 Stunden) verbesserte sich Gubler aber doch noch um 30 Positionen auf den 16. Platz – und war mit einer Zeit von 9:27:47 Stunden fünftbester Schweizer an der Ironman-WM auf Hawaii.

«Das ist ein versöhnliches Resultat», sagt Gubler, der am Mittwoch wieder nach Eichberg zurückgekehrt ist. «Es war zu Beginn überhaupt nicht einfach – aber ich bin stolz, wie ich mich gefangen habe.» Und auch das Resultat, bei schwierigen Bedingungen, eine knappe halbe Stunde über den magischen 9 Stunden, kann sich sehen lassen.

Doch das Ziel, den Ironman auf Hawaii einmal in unter 9 Stunden zu beenden, bleibt bestehen. Der nächste Anlauf folgt bestimmt.

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