Einspruch gegen das Ill-Kraftwerk wurde abgelehnt

Der von den Initiativen «Lebendiger Alpenrhein» und «ProFisch Alpenrhein» eingebrachte Protest gegen den Bau eines Kraftwerkes an der Illmündung löste auf Vorarlberger Seite eine heftige Diskussion aus.

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Vorarlberg. Für den geforderten Planungsstop sehen aber weder die Stadtwerke Feldkirch als Projektbetreiber noch das für Umweltschutz zuständige Mitglied der Vorarlberger Landesregierung einen Grund.

Die Einspruchsfrist sei am 24. Dezember abgelaufen, betont der politisch zuständige Vertreter im Feldkircher Rathaus, den auf Schweizer Seite ansässigen Initiativen komme zudem keine Parteistellung zu. Mit den Schreiben an die Regierungskommission Alpenrhein (IRRA) und die für die Fischerei zuständige Internationale Bodenseekonferenz (IBKF), datiert vom 22. Dezember, hatten die Initiativen einen Planungsstop für das an der Illmündung geplante Kraftwerk gefordert. Für die Investitionssumme von 27 Millionen soll der für 6300 Haushalte nötige Strom gewonnen werden.

Lebensraum beschnitten

Als Hauptgründe gegen das Kraftwerk wurden von den Initiativen die ungünstige Beeinflussung des Geschiebehaushaltes im Rheinbett genannt sowie die Beschneidung des Lebensraumes der bedrohten Seeforelle. Die Sohle des Rheins werde durch die Geschiebesperre in der Ill weiter absinken, der Grundwasserspiegel und die Ufersicherungen würden damit gefährdet. Der Seeforelle, die mit viel Aufwand und nur durch künstliche Nachzucht vor dem Aussterben bewahrt wurde, werde ein Zugweg zu den Laichgründen erschwert, das Kraftwerk laufe den bisherigen langfristigen Bemühungen um die Art zuwider. Der an der Illmündung geplante Bau stehe generell den erklärten Zielen der IRRK entgegen, einen wieder natürlicheren Alpenrhein herzustellen. Auf die nun laut gewordene Kritik reagierte des Feldkircher Rathaus «mit Verwunderung». Sämtliche Bescheide lägen vor, noch vor Mitte Dezember sei auch der positive Bescheid nach dem Wasserrechtsgesetz eingetroffen, lediglich ein Anrainer habe bisher Einspruch gegen das Projekt erhoben. Die betreibenden Stadtwerke sehen das Kraftwerk bereits als «so gut wie genehmigt» an, mit dem Bau werde voraussichtlich 2012 begonnen.

Fische können passieren

Die Feldkircher weisen darauf hin, dass die Internationale Regierungskommission Alpenrhein dem Projekt seine Zustimmung erteilte. Das Ja habe man erreicht, weil man alle behördlichen Auflagen erfüllte. Als Bedingung wurde unter anderem vereinbart, die Entwicklung der Rheinsohle zu dokumentieren, der Betreiber müsse nachweisen, dass durch das Kraftwerk am Illspitz weder eine Erhöhung noch eine Eintiefung des Rheinbettes entstehe.

Auch bezüglich der Passierbarkeit für Fische habe man positive Gutachten erreicht, weil mit zwei Fischtreppen und einem ausreichend dotierten Nebengerinne, der sogenannten «kleinen Ill», der Zugweg für Wanderfische wie die Seeforelle offen gehalten werde, die ökologische Situation werde durch das Kraftwerk sogar verbessert. Der limnologische Sachverständige, er war im Amt der Vorarlberger Landesregierung tätig, habe erklärt, dass die Passierbarkeit der Ill für Fische nicht verschlechtert werde.

Das für Umweltschutz zuständige Mitglied der Vorarlberger Landesregierung, Erich Schwärzler, äusserte in der Diskussion, «er halte persönlich wenig von Zurufen von jenseits der Grenze». Das Projekt am Illspitz sei auf seine Auswirkungen sorgfältig geprüft worden, die Interessen der Fischer seien mit zahlreichen Auflagen berücksichtigt. (gg)

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