Einsatzzentrum als grosser Wurf

Die Diepoldsauer Ventira Architekten haben im Tirol ein Gemeinde-Einsatzzentrum bauen können, das in der Lawinenzone liegt und deshalb ein sehr ausgeklügeltes Konzept erforderte.

Gert Bruderer
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Das Gebäude des Diepoldsauer Architekten-Duos ist kürzlich fertig geworden. (Bild: Ventira Architekten)

Das Gebäude des Diepoldsauer Architekten-Duos ist kürzlich fertig geworden. (Bild: Ventira Architekten)

Felicitas Wolf und ihr Büropartner Wolfgang Juen waren eines von gut einem halben Dutzend Architekturbüros, die zur Teilnahme am Wettbewerb eingeladen worden waren.

Aus diesem Wettbewerb gingen die beiden als Sieger hervor.

2012 Grundstein für den Erfolg gelegt

Dass die Ventira Architekten aus Tirol schon mehrere Aufträge erhielten, liegt weniger in Felicitas Wolfs Wurzeln im österreichischen Bundesland begründet, als vielmehr in einem Projekt aus dem Jahr 2012. Damals entstand ein neuer Laden der österreichischen Supermarktkette MPreis, die auf stimmige Architektur grossen Wert legt.

Mit diesem Auftrag konnte sich das Diepoldsauer Architekten-Duo im Tirol eine gute Ausgangslage schaffen. Doch auch hierzulande sind Wolf und Juen tätig. In St. Margrethen haben sie das Firmengebäude der Helmut Goll AG entworfen, in Diepolds­au den Kindergarten Mitteldorf erweitert.

Dass das Architekturbüro in Diepoldsau ansässig ist, begründet Felicitas Wolf damit, dass ihr Büropartner hier wohnhaft ist. Sie selbst ist in Dornbirn zu Hause. Vor der Eröffnung in Diepolds­au hatte sich das Büro in St. Gallen befunden.

Mit dem jüngsten Projekt, dem Gemeinde-Einsatzzentrum in Ischgl, ist dem Architekten-Duo ein grosser Wurf gelungen. Im Gebäude sind die Feuerwehr, die Rettung, die Bergrettung und Räume des Pflegevereins untergebracht.

«Verzwickte Sache» wegen Lawinengefahr

Geht am gegenüberliegenden Hang eine Lawine nieder, was schon vorkam, birgt dies die Gefahr einer Staublawine über dem Einsatzzentrum. Zwei Drittel des Bauplatzes liegen in der Lawinenzone. In diesem Bereich darf sich keiner der Aufenthaltsräume befinden, was die Planung der Architekten erheblich erschwerte. Felicitas Wolf spricht von einer «verzwickten Sache».

Rettung vier Etagen von Autos entfernt

Die beiden Architekten aus Diepoldsau haben den Raum auf fünf Stockwerke verteilt und den überirdischen Teil eher klein gehalten. Ihr Projekt gewährt einen grösstmöglichen Überblick in der Fahrzeughalle und guten Sichtkontakt zwischen wichtigen Bereichen.

Die Aufenthaltsräume der Rettung befinden sich im zwei­-ten Stockwerk, ihre Fahrzeuge im zweiten Untergeschoss. Geschieht etwas Schlimmes, ist aber Eile geboten. Damit die Rettungskräfte schnell bei ihren Fahrzeugen sind, ist neben dem Warenlift ein zweiter, deutlich schnellerer Personenlift eingebaut.

Wie die Fahrzeuge im Ernstfall davonbrausen, ist ebenfalls sehr speziell. Sie verwenden hierfür die Ausfahrt der vielfältig genutzten Zentrumsgarage der Gemeinde Ischgl. Deren neues Gebäude für die Rettungskräfte hat übrigens einen passenden Namen. Help – auf Deutsch: Hilfe. In diesem Fall ist dies die Ab­kürzung für Hilfs-Einsatz-Leitposten.

Hinweis

Das neue Einsatzzentrum ist in vielen Bildern auf rheintaler.ch zu sehen.