«Einfach, aber schnell spielen»

Am Wochenende startet der HC Rheintal I in die Saison. Das neue Trainerduo Gabor Eder und Jürg Bäuerle will sich mit der «garantiert jüngsten Aktivmannschaft» im Mittelfeld platzieren.

Reto Wälter
Merken
Drucken
Teilen
HC Rheintal I: (hinten, v. l.) Gabor Eder (Trainer, Coach), Jürg Bäuerle (Spielertrainer), Dario Metzger, Marco Gremminger, Dario Sieber, Marco Jovicic, Jürg Schwarber, Lirim Morina, Dario Städler; (Mitte, v. l.) Samuel Willi, Roman Städler, Fabio di Natale, Fabian Rabatscher, Sandro Grob, Marc Schwarber, (unten, v. l.) Martin Horg, Andrea Hänggi. Es fehlen: André Sprecher, Philipp Riedi, Dominik Frohmann, Alex Zumstein, Sandro Sieber. (Bild: pd)

HC Rheintal I: (hinten, v. l.) Gabor Eder (Trainer, Coach), Jürg Bäuerle (Spielertrainer), Dario Metzger, Marco Gremminger, Dario Sieber, Marco Jovicic, Jürg Schwarber, Lirim Morina, Dario Städler; (Mitte, v. l.) Samuel Willi, Roman Städler, Fabio di Natale, Fabian Rabatscher, Sandro Grob, Marc Schwarber, (unten, v. l.) Martin Horg, Andrea Hänggi. Es fehlen: André Sprecher, Philipp Riedi, Dominik Frohmann, Alex Zumstein, Sandro Sieber. (Bild: pd)

HANDBALL. Trainingsbesuch beim HC Rheintal. Ein junger Spieler humpelt zum gerade eingetroffenen Trainer Gabor Eder: «Sorry gell, aber ich werde heute wohl nicht bei jeder Übung 100 Prozent geben können. Am Wochenende bei einem Testspiel mit dem Zwei ist mir die Kniescheibe rausgesprungen.»

Der Arzt habe gesagt, die Seitenbänder seien gezerrt. «Ich will aber unbedingt trainieren, schliesslich ist bald Saisonstart», erklärt er und humpelt den Kollegen nach, die sich einlaufen. «Sie werden mir jetzt wohl glauben, wenn ich sage, dass die junge Mannschaft willig ist, sich bemüht und viel trainiert. Es macht mir wirklich immer mehr Spass mit den Jungs», lachte Gabor Eder. Er und Jürg Bäuerle, beide Familienväter, beide beruflich stark beansprucht, hätten das Traineramt nämlich nicht gesucht. Aber als langjährige Mitglieder möchten sie dem Verein helfen: Auf diese Saison hin wechselte der vorherige Trainer Markus Rutz zur zweiten Mannschaft von Appenzell. Rutz hatte in einer Saison mit zahlreichen Verletzten und in der man beinahe in die 4. Liga abgestiegen wäre, gefordert, die junge Mannschaft mit Routiniers aus anderen Vereinen zu verstärken. Der Vorstand wollte und will aber auf eigenes Personal setzen.

Wenig Aktivspieler

Beim HC Rheintal ist zwar genügend Nachwuchs vorhanden, aber es fehlt an Spielern, die zwischen 20 und 30 Jahre alt sind – zurzeit sind mit Roman Städler und Marc Schwarber nur zwei «20er» im Einsatz. Alle anderen sind jünger. «Wir stellen garantiert die jüngste Mannschaft in unserer Gruppe», sagt Gabor Eder, der aber überzeugt ist, dass diese Mannschaft in die 3. Liga gehört. Das Saisonziel lautet denn auch Mittelfeldplatz, und so schnell wie möglich nichts mehr mit dem Abstieg zu tun zu haben. Das Trainerduo hat aber entsprechend den Begebenheiten das Spielsystem angepasst. «Weil wir von der Grösse und der Kraft her noch keine Werfer haben – grosse Spieler, die aus dem Rückraum werfen –, müssen wir aus einer starken Verteidigung heraus agieren, bei Ballbesitz schnell umschalten und so unsere Tore erzielen», erklärt Gabor Eder und fasst zusammen: «Wir wollen einfachen und schnellen Handball spielen.»

Mit Köpfchen spielen

Den Einwand, dass sozusagen bei einer Junioren-Mannschaft gerade in der Defensive die körperlichen Defizite besonders ausschlaggebend seien, will Eder so nicht stehen lassen: «Ich höre oft, dass man im Handball doch nur mit brachialer Gewalt zum Erfolg kommen könne. Wer aber mit Köpfchen spielt, in der Defensive beispielsweise früh und schnell beim Gegner ist, braucht kein Kraftprotz zu sein.» Klar sei aber, dass man dafür eine vorzügliche Kondition brauche, nicht umsonst gebe es das gängige Sprichwort: «Ein Spieler stirbt nicht im Angriff, sondern in der Verteidigung.» Deshalb wird im Mittwoch-Training nebst der Ballschulung vor allem an der Kraft und Kondition gearbeitet. Während Gabor Eder diese Einheiten leitet, führt Jürg Bäuerle das Freitagstraining durch, wo mehr an spielerischen Elementen gefeilt wird. Letzterer wird selber mitspielen und mit seiner NLB-Erfahrung Routine ins junge Team bringen. Sollte es dennoch nicht reichen, wurde dem Trainerduo Unterstützung aus der zweiten und dritten Mannschaft (4. Liga) zugesagt. «Da hat es einige alte Hasen, die locker in der 3. Liga mitspielen und mit ihrer Erfahrung eine Mannschaft stabilisieren können», sagt Gabor Eder.

Ein, zwei Jahre überbrücken

Es gehe jetzt darum, die ein, zwei Jahre zu überbrücken, bis genügend Spieler vorhanden sind, die auch vom Alter her in eine Aktivliga gehören. Wo man wirklich steht, wird man morgen Samstag ab 19 Uhr im Landhaus in der Partie gegen den TV Teufen I erfahren. Gabor Eder dazu: «Ich bin gespannt, denn Teufen ist gerade aus der 4. Liga aufgestiegen und hat ebenfalls eine junge Mannschaft. Von daher müsste es in unserer Reichweite liegen, ja eigentlich zu packen sein.»