Rheintal
Graffiti: Einen coolen Schriftzug legal sprühen

Dank dem von Ben Leuenberger organisierten Workshop lernten Jugendliche, wie ein Graffiti gesprayt werden muss.

Benjamin Schmid
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Übung macht den Meister – das gilt auch fürs Graffitisprayen.

Übung macht den Meister – das gilt auch fürs Graffitisprayen.

Bild: Roman Rüssmann

Für einmal mussten auch die Kinder und Jugendlichen eine Atemschutzmaske tragen, als sie kürzlich am Workshop von Ben Leuenberger teilgenommen hatten. Nicht wegen einer möglichen Ansteckungsgefahr durch Covid-19, sondern als Schutz vor den gesundheitsschädigenden Dämpfen der Spraydosen. Der zwölfjährige Bernecker organisierte mithilfe des Jugendtreffteams eine Graffiti-Fortbildung für Jugendliche ab der fünften Klasse. Dafür gewann er den Künstler Ivan Scheidegger, in der Szene besser bekannt als «Ivandfrei».

Sprayen ist schwieriger als man denkt

Weil der Workshop draussen stattfand, aber das Wetter eine Durchführung in den letzten Wochen nicht zuliess, mussten sich die sieben elf- bis dreizehnjährigen Kinder länger gedulden als erwartet. «Alles hat schliesslich funktioniert wie geplant», sagt Ben Leuenberger, «selbst das Wetter hat einigermassen mitgespielt, sodass wir draussen sprayen konnten.» Es sei ein cooler Anlass gewesen. Sehr spannend und alle hätten Neues gelernt. «Das Sprayen sieht einfach aus», sagt der zwölfjährige Organisator, «in Wirklichkeit ist es schwerer als man denkt.» Dem pflichten auch Lenny Olschewski und Malin Egger bei. Die beiden Kinder waren mit grosser Begeisterung beim Kurs dabei. «Wir lernten nicht nur, was es beim Graffitisprühen zu beachten gibt, sondern auch die Technik, das Handling und die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten», sagt Lenny Olschewski. Es habe ihm grosse Freude bereitet, die Tipps und Tricks vom Profi in die Tat umzusetzen, und bald schon hätte er einen coolen Schriftzug gesprayt. Glücklicherweise gebe es heutzutage die Möglichkeit, legal zu sprayen: Einerseits hätte man mehr Zeit für die Umsetzung, andererseits laufe man nicht Gefahr, die Sicherheit zu vernachlässigen.

Zu sehen, wie aus einer Idee eine Skizze und mithilfe von Spraydosen und einer ruhigen Hand ein Bild entstehe, hat Malin Egger beeindruckt. Der Workshop habe ihr sehr gut gefallen, vor allem, weil sie viel selber ausprobieren durfte. «Es hat mich fasziniert, mit einer Spraydose umzugehen und zu sehen, wie schnell sich das Bild verändert», sagt Malin Egger. Der ausgeübte Druck auf den Deckel oder die Anzahl Farbschichten beeinflussten das Bild ebenso wie unsaubere Kanten oder das «Reinnebeln» einer Farbe in eine andere.

Einblicke in die Welt des Graffiti ermöglichen

«Die Teilnehmenden waren aufmerksam und ausserordentlich ausdauernd im Ausarbeiten ihrer Skizzen sowie beim Besprühen der Holzplatten», sagt der Workshopleiter. Das habe ihm erlaubt, viele Tipps und Tricks weiterzugeben, die sofort ihre Früchte trugen. Er konnte den Kindern einen Einblick in die Welt des Graffiti ermöglichen und mit ihnen gezielt auf ein befriedigendes Endresultat hinarbeiten, so «Ivandfrei». Dies zeige, dass die Rahmenbedingungen und Vorbereitungen richtig getroffen wurden, und stelle ihn sehr zufrieden. Trotz der lobenden Worte des Künstlers sieht Organisator Ben Leuenberger Verbesserungspotenzial: «Beim Organisieren könnte es schneller gehen, damit von der Idee bis zur Umsetzung nicht so viel Zeit vergeht.» Trotzdem hätten seine eigenen Erfahrungen sowie die Rückmeldungen der teilnehmenden Kinder derart positiv überwogen, dass er gern bereit ist, einen ähnlichen Workshop erneut zu organisieren.