Eine Woche Zirkusluft schnuppern

Seit Montag steht das Zelt des Kinderzirkus Lollypop auf dem Areal der Primarschule Schöntal. 28 Kinder aus der Region dürfen eine Woche lang Tricks und Kunststücke von den Profis erlernen. Heute Freitag, 15. Juli, zeigen die kleinen Artisten, was sie gelernt haben.

Valentina Thurnherr
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Die kleinen Fakire sind ganz in ihrem Element.

Die kleinen Fakire sind ganz in ihrem Element.

ALTSTÄTTEN. Fast jeder träumte als Kind einmal davon, zum Zirkus zu gehen. Dieser Traum ging diese Woche für einige Kinder in Erfüllung. Bereits zum fünften Mal ist der Kinderzirkus Lollypop im Rheintal und veranstaltet ein einwöchiges Ferienprogramm, bei dem die Kleinen in die Welt der Artisten und Clowns eingeführt werden.

Beliebtes Ferienprogramm

«Wir sind vor einigen Jahren von einer Schule angefragt worden, ob wir bereit wären, den Kindern eine Sonderwoche anzubieten», sagt Zirkusdirektorin Karola Rühs. Danach ging alles wie von selbst. «Es hat sich wohl durch Mund-zu-Mund-Propaganda verbreitet, dass wir so etwas anbieten. Es kam nur selten vor, dass wir bei jemandem nachfragen mussten. Die Leute kommen immer auf uns zu.»

Dies bestätigt auch Theo Frei, Programmverantwortlicher des Diogenes-Theaters, dessen Tochter den Zirkus für eine Saison begleitet. «Viele Kinder sind am Anfang noch etwas schüchtern, doch sobald sie in die Gruppen eingeteilt werden, gehen sie aus sich heraus. Es gibt viele, die es dann kaum noch erwarten können, das Erlernte am Ende der Woche ihren Familien zu präsentieren», sagt Frei.

Am Montag wurde das Zelt aufgestellt. Dabei waren fast alle Kinder schon anwesend, tatkräftig halfen sie mit. Am Dienstag präsentierten die Mitarbeiter des Zirkus dann ein kurzes Programm sowie die verschiedenen Posten, aus denen die Kinder auswählen konnten. «Am Nachmittag durften sie sich dann aus dem Bauch heraus für eine dieser Möglichkeiten entscheiden», sagt Rühs.

Feuer und Flamme

«Dieses Jahr haben wir sieben Zauberer, sechs Fakire, sieben Trapezkünstler und vier, die Seilakrobatik und Jonglieren lernen. Dazu kommen noch ganze vier Zirkusdirektoren», fügt Rühs mit einem Lachen an.

Mittlerweile sind die Kinder Feuer und Flamme. Besonders die, die sich für das Fakir-Handwerk entschieden haben. Dabei dürfen die älteren Kinder sogar das Feuerschlucken lernen. Und natürlich darf das traditionelle Nagelbrett auch nicht fehlen.

In der Turnhalle üben die kleinen Jongleure hochkonzentriert. Geduldig werfen sie sich die Keulen zu. Auch die Trapezkünstler machen bereits Fortschritte. Einige scheinen sogar geborene Schausteller zu sein, denn ein Junge sagt aufgeregt: «Super, dann komme ich ja wieder in die Zeitung.»

Wer nicht in der Lage ist, die Kosten zu zahlen, kann sich beim Diogenes-Theater melden. «Wir wollen einfach, dass jedes Kind die Möglichkeit hat, dieses Programm zu nutzen», sagt Theo Frei. «Deswegen kann man sich ungeniert bei uns melden; zusammen finden wir bestimmt eine Möglichkeit.»

Auch für die jüngsten Artisten gilt volle Konzentration: Jonglieren will gelernt sein. (Bilder: Valentina Thurnherr)

Auch für die jüngsten Artisten gilt volle Konzentration: Jonglieren will gelernt sein. (Bilder: Valentina Thurnherr)