Eine Schule mit hohem Ethos

Balgach In jeweils einem Interview kommen die zwei Kandidatinnen für das Schulpräsidium zu Wort. Weil sie alle Seiten und ihre Anliegen kenne, könne sie Brücken bauen, sagt Gaby Eigenmann.

Monika von der Linden
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Gaby Eigenmann, Sie wollen Präsidentin der Primarschule Balgach werden. Was reizt Sie an der Aufgabe?

Gaby Eigenmann: Bildung war schon immer mein Thema, zunächst als Sekundarlehrerin, später als Personalleiterin in der Lehrlings- und Mitarbeiterausbildung und als Erwachsenenbildnerin, heute in der Personal- und Organisationsentwicklung. Ich möchte meine Erfahrungen in die Leitung der Schulgemeinde Balgach einbringen.

Was verstehen Sie unter Leitung?

Es geht um die Bildung der Kinder, die Führung der Lehrkräfte und die strategische Ausrichtung der Schulgemeinde. Alle an der Schule Beteiligten wollen das Beste fürs Kind. Sie tun dies als Eltern, Lehrer und Schulrat – jeweils aus einer anderen Perspektive. Die einzelnen Aspekte gilt es aufzugreifen und auf einen gemeinsamen Weg zu leiten. Kommunikation ist dabei wichtig.

Ist es nötig, dass das Schulpräsidium mit einer Person besetzt wird, die ein Profil wie das Ihre vorweisen kann?

Nötig nicht, aber hilfreich. Ich kann auf vielfältige Erfahrungen zurückgreifen. Weil ich die verschiedenen Seiten und ihre Anliegen kenne, kann ich Brücken bauen.

Beschreiben Sie bitte den Ist-Zustand der Balgacher Schule aus Ihrer Sicht?

Balgach hat eine engagierte Schule. Im Schulrat stehen aber wegen der Neubesetzung des Präsidiums und drei weiterer Sitze einige Wechsel an. Weiter wird 2017 der Lehrplan 21 eingeführt.

Ist Ihnen etwas Besonders an der Schule aufgefallen, sei es positiv oder negativ?

Ich bin noch in der Bestandsaufnahme.

Kann die Schulgemeinde bei all den Vorschriften von Seiten des Kantons noch selbst entscheiden?

Es gibt einen Spielraum, den die Schule nutzen kann. Dazu sind auf den entsprechenden Ebenen Gespräche nötig. Die Präsidentin ist hier Bindeglied oder Vermittlerin zwischen Eltern, Bürgerschaft und Lehrerschaft.

Welchen Spielraum hat die Primarschule beim Lehrplan 21?

Er legt die Unterrichtsziele aller Stufen der Volksschule fest und ist ein Planungsinstrument für Lehrpersonen, Schulen und Bildungsbehörden. Spielraum gibt es in der Umsetzung, weil sie vor Ort geplant wird. Zum Beispiel gibt es fächerübergreifende Themen und Wechsel in der Zuordnung. Tastaturschreiben wird zum Beispiel neu im Fach Deutsch unterrichtet und nicht mehr in der Informatik. Das geht nicht ohne Absprachen und Zusammenarbeit.

Nennen Sie bitte Ihre Vision von einer guten Schule.

Ich stelle mir eine Schule mit einem hohen Ethos und einer eigenen Kultur vor. In ihr arbeiten die Lehrkräfte gut zusammen und es besteht Freude am Lernen und am Lehren. Im Idealfall verfolgen alle gemeinsame, anspruchsvolle Ziele – selbstverständlich nach vorgängiger Abgleichung und Auseinandersetzung mit der Sache und dem Inhalt.

Warum sollten die Schulbürger Sie und nicht die andere Kandidatin wählen?

Mit meiner Führungserfahrung und meinem Know-how bin ich bereit, die Aufgaben mit Kompetenz und Engagement wahrzunehmen. Dabei setze ich mich für tragfähige Lösungen, Freude am Lehren und Lernen, ein umsichtiges Miteinander und achtsame Integration ein.

Warum stellen Sie sich einer Kampfwahl? Sie hätten auch als Schulrätin antreten können.

Nachdem Karin Hasler ihre Kandidatur bekannt gegeben hatte, kam ein Rückzug für mich nicht in Frage. Ich hatte mir vorher reiflich überlegt, dass ich nur für die Leitung zur Verfügung stehe.

Empfinden Sie Karin Haslers Kandidatur als Angriff?

Nein, die nehme ich nicht persönlich. Die Wählerinnen und Wähler haben eine Auswahl. Das ist ein demokratischer Prozess und er stärkt die gewählte Person.

Für wie viele Amtsdauern stehen Sie zur Verfügung?

Ich kann mir sehr gut vorstellen, die Aufgabe acht bis zwölf Jahre lang wahrzunehmen.

Was sagen Sie zur Initiative «Ja zum Ausstieg aus dem HarmoS-Konkordat»?

Die Initianten sorgen sich um das Wohl der Kinder. Ein Ausstieg bedeutete aber keine Änderung bei den Sprachen. Das erhoffen sich die Initianten aber, weil die Bildungsverfassung eine Angleichung der Kantone fordert. Ich empfehle, nicht auszusteigen, denn St. Gallen hat eine wichtige Rolle im Konkordat.