Eine Reise zu sich selbst

BALGACH. Antonia Eppisser hat auf einer Seereise nach Singapur ausführlich Tagebuch geführt. Daraus ist in den vergangenen vier Jahren ein Buch entstanden. Am Donnerstagabend stellte sie es der Öffentlichkeit vor.

Max Pflüger
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Als Laudator gratulierte Kantonsratspräsident Walter Schlegel der Autorin Antonia Eppisser mit einem Präsent und einem St. Galler Biber. (Bild: Max Pflüger)

Als Laudator gratulierte Kantonsratspräsident Walter Schlegel der Autorin Antonia Eppisser mit einem Präsent und einem St. Galler Biber. (Bild: Max Pflüger)

Antonia Eppisser lud zur Vorstellung ihres Buches «Ausbrechen statt einbrechen» und zu einer kurzen Lesung in die Balgacher Vinothek ein. Als Laudator gratulierte Kantonsratspräsident Walter Schlegel der jungen Autorin zu ihrem Werk. Die Verlegerin Michelle Bucher von Bucher Druck & Verlag Hohenems-Wien-Vaduz gab einen Einblick in die Entstehung des Werks.

22 Seemänner, eine Frau

In seiner Laudatio fasste Walter Schlegel den Lebenslauf der 1984 geborenen Autorin zusammen: «Ich habe Antonia im Jahre 2012 als moderne, weltoffene, einfühlsame Person kennengelernt. Zum ersten Mal ausgebrochen ist sie im Alter von zwölf Jahren. Alleine fuhr sie mit dem Zug zu Nana und Nini. 2009 erfolgte der Wendepunkt. Sie brach aus und reiste nach Australien. Anschliessend absolvierte sie die Ausbildung als eidgenössisch diplomierte Marketingleiterin. Heute ist sie selbständig in der Werbebranche und als Fachexpertin tätig. Ausgebrannt und kurz vor dem Zusammenbruch fuhr sie 2010/11 für einen Monat als einzige Frau mit 22 Seeleuten auf einem Frachtschiff nach Singapur.»

Von dieser Reise erzählt Antonia Eppisser in ihrem Buch, an dem sie rund vier Jahre arbeitete. «Das Buch verhalf ihr zur Selbstfindung, zu Vertrauen auf Gott und Jesus», sagte Schlegel.

Buch mit vielen Aspekten

Antonia Eppissers Buch zu klassifizieren ist schwierig, beinahe unmöglich. Es ist reich an Facetten und hat Aspekte von unterschiedlichen Werkkategorien. Das Buch ist vielleicht zuerst einmal ein Lehrgang für Lebens-Management. Diesen Anspruch stellt bis zu einem gewissen Grad auch die Autorin an ihr Werk. Einmal in der Einleitung, die mit den Worten beginnt: «Es freut mich, wenn Ihnen mein Buch hilft, Ihr Leben bewusster zu gestalten.»

Bekenntnis zum Christentum

Dann aber auch mit dem schon fast technisch-wissenschaftlich anmutenden Inhaltsverzeichnis. Teil 1: Ausgangslage. Teil 2: Strategie-Entwicklung. Teil 3: Vision. Teil 4: Strategie-Umsetzung. Teil 5: Strategie-Kontrolle.

Das Buch ist auch ein Bekennerschreiben einer gläubigen Christin. Das Bibellesen, das Vertrauen auf Gott und Jesus zieht sich durch das ganze Werk. Etwa so: «Wenn es Gottes Wille ist, muss man auch aus einer Krankheit etwas lernen.» Unglück, Pech oder Schicksal kennt die Autorin kaum. In solchen Fällen will Gott ihr etwas sagen, sie auf einen anderen Weg führen. Auch bei der Trennung nach einer langjährigen Partnerschaft: «Wäre er damals an Silvester ohne zu zögern mitgekommen, hätten wir in der Zwischenzeit vielleicht geheiratet und Kinder bekommen. Ich hätte den Weg zu Gott nicht gefunden, denn ich musste allein und frei sein …, damit ich mich jeden Tag neu in Jesus Christus verlieben kann.»

Das Buch ist aber auch Biographie, denn immer wieder reist sie in Gedanken auf dem Schiff zurück in die Vergangenheit und reflektiert dabei ihr bisheriges Leben. Es ist ein schnörkellos und geradlinig geschriebenes Tagebuch zweier Reisen: der Abenteuerreise auf dem Frachter und der inneren Reise zu sich selbst.

Lebenshilfe mit Abenteuern

Der einfache, von aussen beobachtend wirkende Erzählstil, der keine symbolbehaftete Bilder verwendet, macht das Buch leicht lesbar und in seiner Anlage zur Lebenshilfe, angereichert mit spannenden Erlebnisse auf der Schifffahrt in den fernen Osten.