Eine neue Seilschaft

An der Ausserrhoder Stufenkonferenz Werken und Hauswirtschaft stand der Lehrplan 21 im Zentrum. Das Fach Hauswirtschaft wird die grösste Neuausrichtung erfahren.

Kathrin Kink/Helena Kuster
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Der neue Vorstand zieht an einem Strang: (v. l.) Anita Habermacher German (Kassierin), Brigitte Giesinger (Co-Präsidentin), Manuela Scherrer (Co-Präsidentin), Rita Baur (bisher, Vertreterin im LAR), Michèle Alder (Aktuarin), Doris Ries (Vertreterin in der Lehrmittelkommission AR). (Bild: Kathrin Kink)

Der neue Vorstand zieht an einem Strang: (v. l.) Anita Habermacher German (Kassierin), Brigitte Giesinger (Co-Präsidentin), Manuela Scherrer (Co-Präsidentin), Rita Baur (bisher, Vertreterin im LAR), Michèle Alder (Aktuarin), Doris Ries (Vertreterin in der Lehrmittelkommission AR). (Bild: Kathrin Kink)

REUTE. Die Fachlehrpersonen Werken textil/nicht textil und Hauswirtschaft trafen sich zu ihrer 104. Stufenkonferenz.

Nach den Begrüssungsworten von Gemeindepräsident Ernst Pletscher stellte Hans-Peter Hotz, Reutener Schulleiter, das altersdurchmischte Lernen in seiner Gemeinde vor. Hauptziel war es dabei, dem Dorf die eigene Schule zu erhalten. Zudem warf er die etwas ironische Frage auf, wieso heute oft angestrebt wird, mehr Frauen für mathematisch-technische Berufe zu begeistern, jedoch nicht umgekehrt Männer für Hauswirtschaft und Werken.

Zügig führten die beiden noch amtierenden Co-Präsidentinnen durch ihre letzte HV. Im Jahresbericht erwähnten sie drei Hauptgeschäfte.

Mit Bedauern musste auch ihr Verband vom Regierungsrat den Beschluss entgegennehmen, dass die Überarbeitung des Berufsauftrages für Lehrpersonen zurückgestellt wird. Mehr noch beschäftigte den LARWH der Lehrplan 21. Die Hauswirtschaft wird darin wohl die grösste Neuausrichtung aller Bereiche erfahren. Neu wird das Fach «Wirtschaft/Arbeit/Haushalt» heissen. Bedenken über einen Verlust an Unterrichtseinheiten bei einer gleichzeitigen Theoretisierung und damit verbundenen Zurückstufung der praktischen Arbeit sind gross. Unterstützung der Bemühungen zur Beibehaltung des praktischen Unterrichts erhielt die Stufe durch die Vernehmlassungen der Landfrauen AR, der Frauenzentrale AR, durch den Verband Hauswirtschaft beider Appenzell und den Bauernverband AR. Die Fachschaft hofft, dass die in diesen Stellungnahmen geäusserten Bedenken in die Überarbeitung des Lehrplanes einfliessen.

Das Hauptgeschäft der Versammlung waren die Ergänzungswahlen in den Vorstand, galt es doch, drei Ressorts neu zu besetzen. Es lagen die Rücktritte der beiden Co-Präsidentinnen Kathrin Kink und Helena Kuster, der Aktuarin Sandra Büechi und von Anita Lieberherr, der Lehrmittelbeauftragten, vor.

Schon im März hatte sich der Vorstand um die Neubesetzung der angekündigten Vakanzen bemüht. Ein runder Tisch überzeugte vier Kolleginnen. Sie erklärten sich bereit, die Führung der Stufe zu übernehmen und Kontinuität zu gewährleisten. Einstimmig gewählt wurden Brigitte Giesinger und Manuela Scherrer (bisher Kassierin) als neue Co-Präsidentinnen, Michèle Alder als Aktuarin, Anita Habermacher Germann als Kassierin und Doris Ries als Vertreterin in der kantonalen Lehrmittelkommission. Mit Rita Baur hat der LARWH weiterhin eine kompetente Vertreterin im LAR.

Martin Hofmaier überbrachte die Grüsse des Departements Bildung. Dabei sagte er, mit dem Lehrplan 21 soll die kantonsspezifische Schulkultur beibehalten werden. Die Anliegen der Fachschaft für eine fundierte, fachbezogene Weiterbildung vor der Implementierung im Kanton würden ernst genommen. Der Mangel an lehrplankompatiblen Lehrmitteln sei erkannt. Seine Worte kamen bei den Anwesenden gut an, denn gerade hier und vor allem beim Fach Hauswirtschaft sehen auch die betroffenen Lehrpersonen angesichts des Lehrplans 21 grossen Handlungsbedarf.