Eine Gartenkolonie braucht auch Regeln

Im Oberfahr, direkt am Binnenkanal, verpachtet die Ortsgemeinde Au Parzellen. 46 Hobbygärtner unterhalten dort ihre Schrebergärten.

Susi Miara
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Manfred Zoller ist seit 15 Jahren der Chef der Schrebergärten, die von der Ortsgemeinde Au verpachtet werden. (Bilder: Susi Miara)

Manfred Zoller ist seit 15 Jahren der Chef der Schrebergärten, die von der Ortsgemeinde Au verpachtet werden. (Bilder: Susi Miara)

Vor 30 Jahren entschied der Ortsverwaltungsrat, das früher von einem Bauernbetrieb bewirtschaftete, 1,5 Hektar grosse Grundstück Kleingärtnern zur Verfügung zu stellen. «Die Nachfrage nach Schrebergärten war damals gross», sagt Ratsmitglied Manfred Zoller. 46 Hobbygärtner sind es inzwischen, die sich dort ihren Traum erfüllt haben. Natürlich findet man in jedem Garten auch ein Gartenhäuschen. Das Wasser können sie aus den fünf Brunnen schöpfen. «Vor allem Menschen, die in einer Mietwohnung leben, nutzen ihren Schrebergarten nicht nur, um das eigene Gemüse anzubauen, sondern auch als eine Ruheoase», sagt Manfred Zoller.

Unstimmigkeiten zwischen Pächtern vermeiden

Damit es zu keinen Unstimmigkeiten zwischen den Hobbygärtnern kommt, hat der Ortsverwaltungsrat ein Gartenreglement herausgegeben. So ist zum Beispiel die Grösse des Gartenhäuschens, des Treibhauses sowie der Abstand zum Strassenrand oder zum Zaun des Nachbarn klar definiert. Das Verbrennen von Abfällen ist strengstens verboten. «Im Gegenzug werden die Grünabfälle einmal im Monat von der Grüntour abgeholt», sagt Manfred Zoller. Er ist froh, dass er bis heute keine Streitigkeiten schlichten musste. «Die Hobbygärtner kommen gut miteinander aus.» Die Nachfrage von neuen Pächtern ist immer noch gross. «15 Personen warten darauf, bis ein Schrebergarten frei wird», sagt Zoller. Eine Aare kostet im Oberfahr 20 Franken. Die meisten Schrebergärten sind rund zwei Aaren gross.

Abschalten und die Natur geniessen

Judith Fink hatte bereits im Gebiet Zinggen einen Garten.

Judith Fink hatte bereits im Gebiet Zinggen einen Garten.

«Schauen Sie diesen schönen Salat an», ruft Judith Fink. Sie ist seit sieben Jahren im Oberfahr. Vorher hatte sie einen Garten im Gebiet Zinggen von der Ortsgemeinde gepachtet. «Als dann dort gebaut wurde, bekam ich als Ersatz diesen», sagt sie. Täglich trifft man sie in ihrem Garten. Hier könne sie gut abschalten, die Natur geniessen und vor allem eigenes Gemüse, ohne Gift, ernten. Die Auswahl ist gross. Salat, Karotten, Kohlrabi, Bohnen, Zucchini und auch ein Beet mit Blumen.

Die Krankheit im Garten vergessen

Antonio Nuzzaci ist stolz auf seinen Löwenzahn und seine Tomaten.

Antonio Nuzzaci ist stolz auf seinen Löwenzahn und seine Tomaten.

Antonio Nuzzaci hat von 20 Jahren mit dem Gärtnern begonnen. «Als ich krank wurde und nicht mehr arbeiten konnte, war die Gartenarbeit eine schöne Ablenkung. Einladend ist bereits der Eingang zu seinem Garten, ein grün bewachsener Bogen. Stolz ist er auf seine spezielle Sorte Tomaten, oder den Löwenzahn. Den Grill hat er selbst gebaut. «Wir verbringen hier viele schöne Stunden mit unserer Familie», sagt er. In seinem Gartenhäuschen hängen sogar Bilder. Übernachten darf man in den Häuschen aber nicht.

Wenn man pensioniert ist, hat man genug Zeit

Hansruedi Dummermuth zieht sogar seine Setzlinge selbst.

Hansruedi Dummermuth zieht sogar seine Setzlinge selbst.

Mit 260 Quadratmetern gehört der Garten von Hansruedi Dummermuth eher zu den grösseren. «Wir ziehen sogar unsere Setzlinge selbst», sagt er stolz. «Ein Garten erfordert natürlich auch viel Arbeit», sagt er. Das wisse er ganz genau. Er hat seinen Schrebergarten bereits seit 20 Jahren. «Wenn man pensioniert ist, hat man aber viel Zeit», ergänzt er. Bereits als Kind musste er bei der Gartenarbeit mithelfen. «Ich komme aus einer grossen Familie», sagt er. «Wir waren elf Kinder und ich das zweitjüngste.»