Eine bedeutende Handänderung

Ein beliebtes Ausflugsziel ist die oberhalb St. Margrethen gelegene Ruine Grimmenstein. Vor 700 Jahren ging die Burg an Freiherr von Enne über, dessen Nachkommen als Raubritter in die Geschichte eingingen.

Peter Eggenberger
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Die an verschiedenen Wanderrouten gelegene Burgruine Grimmenstein ist ein romantisches Ausflugsziel ob St. Margrethen. (Bild: Peter Eggenberger)

Die an verschiedenen Wanderrouten gelegene Burgruine Grimmenstein ist ein romantisches Ausflugsziel ob St. Margrethen. (Bild: Peter Eggenberger)

ST. MARGRETHEN. Die Familie von Grimmenstein und deren Burg wird im Jahr 1254 erstmals urkundlich erwähnt. Die Familie starb 1315 aus. Nun setzte Abt Heinrich von Ramstein vom Kloster St. Gallen (das Kloster war Eigentümerin grosser Gebiete im Rheintal und im Appenzellerland) den aus dem Südtirol stammenden Ritter Wilhelm von Enne als Burgherrn auf Grimmenstein ein.

Die kirchlichen Herren in St. Gallen und mit ihnen auch der Grimmensteiner Burgherr drangsalierten die Bevölkerung immer stärker, was letztlich zu kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Schlachten auf Vögelinsegg, in Speicher (1403) und am Stoss ob Altstätten (1405) führte.

Zerstörung und Wiederaufbau

«Im Zuge der Feindseligkeiten wurde 1405 auch die Burg Grimmenstein von den Appenzellern erobert und teilweise zerstört», schreibt Arthur Scheyer im Buch «Geschichte der Gemeinde St. Margrethen». 1412 und damit sieben Jahre nach der Zerstörung bauten die beiden Nachfahren von Wilhelm dem Dritten von Enne, die Brüder Georg und Wilhelm, die Burg wieder auf, wobei der trutzige, weithin sichtbare Wohnturm eine Höhe von stolzen vier Geschossen aufwies.

Schon bald waren die beiden skrupellosen Brüder als Raubritter verhasst und gefürchtet. 1416 überfielen sie mit ihren Knechten ein auf dem Rhein verkehrendes Konstanzer Marktschiff und raubten es aus. Noch im gleichen Jahr wurde Neu-Grimmenstein von den erbosten Konstanzern angegriffen, und gemäss der im 16. Jahrhundert erschienenen Chronik des Glarner Historikers Aegidius Tschudi sollen mehr als sechzig Mann während acht Tagen mit dem Brechen der Raubritterburg beschäftigt gewesen sein.

Als Steinbruch genutzt

Die Ruine wurde in der Folge als Steinbruch genutzt. Mit Steinen der ehemaligen Burg Grimmenstein wurde unter anderem der Torkel im Weinbaugebiet von Romenschwanden (St. Margrethen) erbaut. Nur zwei Schenkel des Turms und die Grundmauern blieben erhalten. In den Jahren 1936 bis 1938 wurde die Burgruine freigelegt und gesichert. Seither ist der hochromantische Ort beliebtes Ausflugsziel für die Bevölkerung von St. Margrethen und Umgebung.