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Eine Anleitung, um selbst Jazz zu lernen

WIDNAU/HEERBRUGG. Elias Pareth wurde für den Wettbewerb «Kantonsschulpreis Maturaarbeiten» nominiert. Er verfasste ein Lehrbuch, mit dem ein klassischer Pianist Jazz erlernen kann. «Musizieren ist das Zusammenspiel von Kreativität und Technik», sagt er.
Monika von der Linden
Elias Pareth hat mit seiner Maturaarbeit ein Lehrbuch erarbeitet, Jazz autodidaktisch auf dem Piano zu lernen. Vorbild ist sein Werdegang. (Bild: Monika von der Linden)

Elias Pareth hat mit seiner Maturaarbeit ein Lehrbuch erarbeitet, Jazz autodidaktisch auf dem Piano zu lernen. Vorbild ist sein Werdegang. (Bild: Monika von der Linden)

WIDNAU/HEERBRUGG. «Ich lebe für die Musik. Sie ist meine grosse Leidenschaft», sagt Elias Pareth. Die Maturaarbeit im Fachbereich «Sport, Musik und Bildnerisches Gestalten» zu schreiben, lag bei ihm nicht unbedingt nahe. «Als Hauptfächer hatte ich Mathe und Physik gewählt.» Seine Leidenschaft zum Thema der Arbeit zu machen, war für ihn die beste Voraussetzung, die nötige Motivation bis zum Schluss aufzubringen.

Nun ist Elias Pareth – mit 17 weiteren Kantonsschülerinnen und Kantonsschülern – für den «Kantonsschulpreis Maturaarbeiten» nominiert. Voraussetzung für die Teilnahme am Wettbewerb ist eine «exzellente Maturaarbeit», bewertet mit der Note 6.

Zunächst nur improvisiert

Mit Malcolm Green hat Elias Pareth einen Betreuer, der ihn von Anbeginn der Kantonsschulzeit musikalisch herausfordert. «In der zweiten Woche warf er mich ins kalte Wasser, als er mich in die Kanti-Band berief», sagt Elias Pareth. «Zuerst habe ich am Piano improvisiert, mich langsam eingearbeitet und viel profitiert.»

Seinerzeit war Pareth klassischer Pianist und beherrschte die technischen Grundlagen. Auf autodidaktischem Weg brachte er sich während der Kantonsschulzeit bei, Jazz zu spielen. «Mein absolutes Vorbild ist der Brite Jamie Cullum. Er ist überdurchschnittlich begabt und auch den autodidaktischen Weg gegangen.»

Den eigenen Werdegang machte Pareth zum Thema seiner Maturaarbeit: «Von der Klassik zum Jazz. Piano spielen lernen auf dem autodidaktischen Weg, im Stil von Elias Pareth». «Die Piano-Schule ist so aufgebaut, wie ich es gemacht habe», erklärt er sein neun Kapitel umfassendes Lehrbuch. «Malcolm Green forderte, das Ergebnis soll wieder verwendet werden können.» Das Buch ist eine Anleitung zum Selbstlernen und chronologisch aufgebaut. «Grundlage ist der klassische Klavierunterricht. Wer drei Jahre gelernt hat, kann mit dem ersten Kapitel, mit simplen Akkorden, einsteigen. Mit diesem Buch kann man Jazz autodidaktisch lernen.»

Autodidaktisches Lernen – was heisst das im Fall von Elias Pareth? «Ich spiele nach Gehör. Ich probiere, bis ich die Tonleiter und Akkordfolgen richtig spiele.» Dies sei eine gute Schule, weil es das Musikgehör trainiere. «Musikalisches Vorstellungsvermögen ist vergleichbar mit dem dreidimensionalen Denken in der Mathematik. Kann ich die Noten lesen, brauche ich immer noch viel Übung am Piano, bis ich sie gut spiele.»

Von Klassik bis Jazz

Wo liegt der Unterschied zwischen Klassik und Jazz?

«In der Klassik lernt man, Note für Note zu spielen. Jazz ist verspielter und kreativer.» Musik sei theoretisch reine Mathematik, sagt der Musiker mit Hauptfach Mathe. «Es gibt zwölf Töne. Sie sind absolut logisch aufgebaut. Es gibt Gesetzmässigkeiten, die sich über alle Tonarten hinaus wiederholen.» Die Kunst bestehe darin, den Ablauf zu automatisieren, vergleichbar dem Tastaturschreiben, sagt er. «Beim Piano ist das aber hundertmal schwerer.»

Kann man zwischen Handwerk und Kunst unterscheiden?

«Ja. Das Fingerspiel ist Handwerk. Das zu erlernen ist viel Arbeit. Die Kunst hinter der Musik ist, sich Melodien und Akkordfolgen zu überlegen – kreativ sein.» Musizieren sei das Zusammenspiel von Kreativität und Technik. Mit seinem Lehrbuch vermittelt Elias Pareth das Handwerk und gibt Tips für eine eigene Kreativität. Der Anhang der Maturaarbeit besteht aus 81 Partituren und einer DVD mit ebenso vielen Filmsequenzen. «Jedes Stück ist ein Paradebeispiel einer bestimmten Technik.» Mit einer Overview-Kamera zeichnete er die Bewegungen der Finger auf. Von oben betrachtet kann man verfolgen, wie er die Akkorde greift. Anschliessend notierte er seine Interpretationen der Stücke Ton um Ton mit einem PC-Programm – wieder nach Gehör.

Malcolm Green ist sehr zufrieden mit dem Ergebnis. «Ich habe genau das Ziel erreicht, was er wollte», sagt Pareth. Als Begründung führte Green an: Einfach beschrieben und trotzdem komplex. Mit der DVD und Noten technisch gut umgesetzt und wiederverwendbar.

Mit der guten Note habe er sein Ziel erreicht, sagt Elias Pareth. «Jetzt verstehe ich alles, was ich spiele. Ich habe mich selbst musiktheoretisch analysiert.»

Preisverleihung am Mittwoch

Die Preisverleihung findet am Mittwoch, 15. Mai, um 19 Uhr in der Aula der Kantonsschule Heerbrugg statt. Wer von den 18 Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen Haupt- oder Anerkennungspreis bekommen wird, ist ein bislang noch gut gehütetes Geheimnis.

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