Ein Weiher an bester Lage in Marbach für den Glögglifrosch

Im «Flüguf» oberhalb von Marbach hat Pro Riet gemeinsam mit dem Grundeigentümer Fredy Tobler einen Glögglifrosch-Weiher mit Landlebensräumen erstellt.

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Im «Flüguf» sind neue Lebensräume entstanden.

Im «Flüguf» sind neue Lebensräume entstanden.

Bild: pd

(pd) Von kaum einem anderen Ort der Gemeinde geniesst man einen schöneren Blick über Dorf und Talebene. Dank des im Winter 2017/2018 erstellten Weihers, der neu angelegten Blumenwiesen beidseits des Fusswegs und dank umsichtiger Pflege der aufgewerteten Flächen ist der Blick noch reizvoller geworden. Von den ökologischen Aufwertungsmassnahmen profitieren nicht nur Erholungssuchende, sondern in erster Linie die heimische Flora und Fauna.

Der neue Weiher ist ganz auf die Bedürfnisse des seltenen Glögglifroschs zugeschnitten. In der hangseitigen Steinmauer finden die Tiere frostfreie Überwinterungsplätze und zur Fortpflanzungszeit geeignete Rufverstecke. Nach erfolgter Paarung dient die Steinmauer als Rückzugsraum. Besonders die Männchen, die die Laichschnüre bis zum Schlüpfen der Kaulquappen um die Hinterbeine gewickelt mit sich herumtragen, nutzen diese Verstecke. Der Nachwuchs wird schliesslich ins Gewässer abgesetzt, wo er in der Regel als Kaulquappe überwintert. Damit die Überwinterung glückt, ist der Weiher etwa metertief und friert nicht durch. Der mit Steinen ausgelegte Weihergrund bietet den Kaulquappen Schutz vor Fressfeinden.

Ob sich der Glögglifrosch spontan ansiedelt und so Terrain zurückerobert, werden die kommenden Jahre zeigen. Nach der Aufwertung stehen die Chancen auf eine Rückkehr besser denn je. Auch andere gebietstypische Tierarten profitieren. Die Zauneidechse kann die Steinlinse beim Fussweg als Sonnenplatz nutzen. Der Schachbrettfalter findet auf den Blumenwiesen Nektar- und Raupenfutterpflanzen. Die Sträucher am Waldrand sagen dem Neuntöter zu und dem Gartenrotschwanz bieten mehrere neue Nistkästen an Wald- und Hochstammobstbäumen sichere Brutplätze. Das Projekt «Flüguf» wurde durch das kantonale Amt für Natur, Jagd und Fischerei und einen Fonds von EWZ unterstützt.