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Ein unerwartet schneller Rückzug

BERNECK. Es sind gesundheitliche Gründe, weshalb Pius Heilig das Präsidium der Katholischen Kirchgemeinde Berneck niederlegt. «Es gibt keinen Zusammenhang mit der Kündigung von Markus Frei und der zu gründenden Seelsorgeeinheit», sagt er.
Monika von der Linden
Pius Heilig tritt per sofort als Präsident der Kath. Kirchgemeinde Berneck zurück. Der Ausbau des Pfarrsaals fiel in seine Amtszeit. (Bild: Monika von der Linden)

Pius Heilig tritt per sofort als Präsident der Kath. Kirchgemeinde Berneck zurück. Der Ausbau des Pfarrsaals fiel in seine Amtszeit. (Bild: Monika von der Linden)

BERNECK. Sie kam überraschend, die Einladung von Pius Heilig. Er wollte über «personelle Veränderungen» in der Katholischen Kirchgemeinde Berneck informieren. Gestern Morgen gab er bekannt, dass er per sofort das Präsidium niederlegt: «Anlass ist meine Gesundheit.» Gewählt ist Pius Heilig bis 31. Dezember 2015. Kollegienrat will er bis zum Ende der Amtsdauer bleiben.

Gibt es einen Zusammenhang mit den Konflikten bei der zu bildenden Seelsorgeeinheit Berneck-Au-Heerbrugg?

«Da liegen Sie falsch!» Die Nachfolge von Pastoralassistent Markus Frei, der im Sommer nach Widnau wechselt, sei so gut wie geregelt und die Seelsorgeeinheit werde kommen. «Ich spüre die Belastung immer mehr. Meine Gesundheit sagt mir, ich muss früher aufhören als geplant.» Die Entscheidung fiel zwar nach der Kirchbürgerversammlung im März. «Einen konkreten Anlass gibt es aber nicht.»

18 Jahre Ratsmitglied

Pius Heilig gehörte 18 Jahre dem Kirchenverwaltungsrat an. Von 1996 bis 2004 war er Vizepräsident. «Danach wollte ich aufhören.» Weil aber Präsident Werner Spirig zurücktrat und sich keine Nachfolge fand, übernahm Pius Heilig das Amt bis heute.

«Ich möchte einen reibungslosen Übergang ermöglichen und weiter beratend zur Verfügung stehen.» Die Amtsgeschäfte werden ab sofort von Vizepräsident Bruno Seitz geführt. An der Kirchbürgerversammlung im März 2015 wird der Nachfolger oder die Nachfolgerin gewählt. Normalerweise geschieht das innert sechs Monaten. Der Administrationsrat hat aber zugestimmt, auf eine ausserordentliche Bürgerversammlung zu verzichten.

Pius Heilig erreichte sein Präsidial-Ziel. Er überzeugte die Bürgerschaft, eine Stelle in der Jugendseelsorge einzurichten. «Die Kirche lebt nicht von Häusern, sie lebt von Menschen», sagt er. «Deshalb müssen wir gerade in der Jugendarbeit mehr Möglichkeiten schaffen.»

Die Pfarrkirche wurde von aussen komplett saniert und der Kredit bereits getilgt. Als die Turmkugel geöffnet und wieder verschlossen wurde, gab es jeweils ein grosses Fest. «Das ist meine schönste Erinnerung.» Der Weg zum neuen Pfarrsaal war für den Präsidenten ein steiniger. Nach einigen Projektänderungen und mehreren (ausserordentlichen) Kirchbürgerversammlungen wurde der erweiterte Saal im Jahr 2011 eingeweiht. Weitere Instandhaltungsarbeiten an den Liegenschaften, wie die Innenreinigung der Heilig-Kreuz-Kapelle, beeinflussten das Tagesgeschäft. Es ist gelungen, das Konkordat mit Oberegg unter Dach und Fach zu haben. Im Jahr 2008 galt es, einen neuen Mesmer für das pensionierte Mesmer-Paar Willi und Magdalena Seitz einzustellen. «Während der letzten zehn Jahre konnten wir zweimal die Steuern um je 2 Prozent senken.» An der letzten Kirchbürgerversammlung kündigte Heilig an, wegen des Steuerrückgangs sei möglicherweise mit einer Steuererhöhung zu rechnen. «Die Gründung der Seelsorgeeinheit wird aber in Berneck zu keiner Steuererhöhung führen.» Aber die Finanzlage sei angespannt.

«Ich sehe keinen Stolperstein»

Zum Ende seiner Amtszeit sei kein grosses Projekt offen. Es wird für alle Seiten Arbeit geben, eine Verwaltungsvereinbarung für die Seelsorgeeinheit auszuhandeln. Dabei stellt sich auch die Finanzierungsfrage. «Ich sehe aber keine Stolpersteine, und ich werde Bruno Seitz zur Seite stehen.»

Es sei schade, das Amt früher abzugeben als geplant. Er hofft, einiges zum Wohl der Kirchgemeinde bewegt zu haben. «Ich weiss, es ist schwer, eine Nachfolge zu finden. Ich kenne die Verantwortung und die Last, die sie auch bedeutet. In dem Amt ist etwas Gelassenheit nötig.»

Wäre es sinnvoll, die Kirchgemeinden fusionierten, anstatt Seelsorgeeinheiten zu bilden?

«Ja, ich bin Betriebswirt. Es wird immer schwerer, geeignete Räte zu finden, die bereit sind, sich für vier Jahre zu binden.» Solch einen Kandidaten wünscht sich Heilig für seine Nachfolge.

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