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Ein Teil der Trauben muss weg

«Es hat zu viele Trauben, um die Weinqualität sicherzustellen», war in der Sonntagszeitung «Liewo» (Liechtensteiner Woche) zu lesen. Je nach Sorte lande bis zur Hälfte aller Trauben auf der Deponie.
Es wird ein sensationelles Weinjahr, wenn die Natur den Winzern bis nach dem Wimmet keinen Strich durch die Rechnung macht. (Bild: kla)

Es wird ein sensationelles Weinjahr, wenn die Natur den Winzern bis nach dem Wimmet keinen Strich durch die Rechnung macht. (Bild: kla)

«Das kann ich so nicht gelten lassen», sagt Markus Hardegger, Rebbaukommissär des Kantons St. Gallen. Der Artikel in der «Liewo» löst bei ihm Kopfschütteln aus. «Um die Qualität sicherzustellen, müssen wir etwas herausschneiden. Ich will und kann aber das Ganze nicht quantifizieren», sagt der Gamser. Noch könne viel passieren, das sich auf die Ernte negativ auswirke. Mit verantwortlich für das starke Wachstum ist der späte Frost im Frühjahr 2017. Die Reben holen nach, was sie letztes Jahr verpasst haben. Wegen der damaligen Kälte haben die Stöcke eine Ruhephase eingelegt und Kräfte gespart, die sie heuer freisetzen.

Verallgemeinern könne man das allerdings nicht, ist Markus Hardegger überzeugt. Denn je nach Region habe es bei der Erntemenge teils sehr grosse Unterschiede gegeben. «Im Gegensatz zu anderen Gebieten war die Ernte in Thal und in Balgach in Ordnung», sagt Hardegger. Auch auf dem Forst in Altstätten war man nach dem Wimmet zufrieden. 1993 hat der Bund die Menge geernteter Trauben per Gesetz limitiert. Je nach Weinbaugebiet ist diese leicht unterschiedlich: In der Regel aber gilt etwa beim Blauburgunder 1,1 und beim Müller Thurgau 1,3 Kilogramm pro Quadratmeter.

Die Maximalmengen kaum erreicht

«So viel erntet heutzutage niemand mehr. Zumindest nicht die Winzer, die auf sehr gute Qualität setzen», sagt Peter Indermaur vom Weingut Maienhalde in Berneck. Markus Hardegger sagt: «In den vergangenen Jahren hat man die Maximalmengen nicht mehr erreicht. Ich kann mich nicht erinnern, wann wir letztmals ein so gutes Jahr wie heuer hatten.» Auch in den Reblagen der Maienhalde hat man schon Trauben herausschneiden müssen. «Ich beobachte das weitere Wachstum sehr genau und entscheide später», sagt der Bernecker Winzer. Bei den Stöcken, die deutlich mehr Trauben tragen als sonst, schneide er schon jetzt etwas heraus oder habe bereits reduziert. Bei den anderen Reben warte er zu. Einfacher entscheiden, was rausfliegt, kann man während des Farbwechsels der Beeren. «Wenn die einen Trauben schon fast rot und andere noch grün sind, weiss man, welche weg müssen», sagt Peter Indermaur.

Wie der Rebbaukommissär prognostiziert auch Indermaur eine hervorragende Ernte, falls nichts passiert. Markus Hardegger: «Ich werde höchstens dann euphorisch, wenn der Wein im Fass ist.» Zurzeit leiden die Weinstöcke etwas unter dem trockenen Wetter der letzten Wochen. Die Pflanzen setzen deshalb ihre gesamte Kraft in das Wachstum der Trauben.

Fruchtfliegen-Problem vielleicht kleiner

Die momentane Trockenheit hat allerdings auch Vorteile. Wenn es lange heiss und trocken ist, haben die Kirschessigfliegen, die die Weinbauern in den letzten Jahren auf Trab hielten, weniger Nachwuchs. Der Bernecker Winzer ist hierbei allerdings etwas skeptisch. «Auch die anderen Sträucher und Bäume haben Nachholbedarf, dementsprechend viele Früchte tragen sie», sagt Indermaur. Nicht abgeerntete Kirschen etwa seien für Fruchtfliegen eine wahre Brutstätte. Die Trockenheit setzt den Trauben des Bernecker Winzers noch nicht stark zu. «Wir haben eine höhere Lage und tiefgründigen Boden, sagt Peter Indermaur, «und ausserdem: Einer Rebe und einer Geiss wird es nicht zu heiss.» (kla)

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