Ein Projekt, von dem alle profitieren

Der in Rüthi realisierte Hochwasserschutz am Rheintaler Binnenkanal gilt kantonsweit als Pilotprojekt. Wie der eben vorgestellte Bericht zur Erfolgskontrolle nun zeigt, werden die Erwartungen in jeder Hinsicht erfüllt.

Ralph Dietsche
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Durch den Hochwasserschutz im Einklang mit der Ökologie gibt es nur Gewinner. An einem Abschlussanlass besichtigten alle Beteiligten den neu geschaffenen Lebensraum für Tiere, Pflanzen und den Menschen am Rheintaler Binnenkanal. (Bild: radi)

Durch den Hochwasserschutz im Einklang mit der Ökologie gibt es nur Gewinner. An einem Abschlussanlass besichtigten alle Beteiligten den neu geschaffenen Lebensraum für Tiere, Pflanzen und den Menschen am Rheintaler Binnenkanal. (Bild: radi)

RÜTHI. Das Naherholungsgebiet am Rheintaler Binnenkanal wurde in den letzten Jahren markant aufgewertet. Dies dank den baulichen Massnahmen für den Hochwasserschutz und dem hohen Ökologiegehalt. In der Zwischenzeit werden die Wege dem Ufer entlang nicht nur von Einheimischen, sondern auch von auswärtigen Spaziergängern rege genutzt. Noch viel wichtiger als das Naherholungsgebiet für den Menschen ist der neu geschaffene Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Wie der Bericht zur Erfolgskontrolle zeigt, konnte die Vielfalt an Lebewesen am Rheintaler Binnenkanal durch die getroffenen Anpassungen deutlich gesteigert werden.

Den Erfolg kontrolliert

«Bei den Tagfaltern konnten beispielsweise Arten der Roten Liste festgestellt werden», freut sich der Ökoberater Reto Zingg. Er untersuchte zusammen mit Ruedi Staub und Ulrich Aistleitner die Entwicklung der gewässer- und ufertypischen Pflanzenarten, die Vegetationsentwicklung, die Vögel und Tagfalter und fasste die Ergebnisse der Erfolgskontrolle im erwähnten Bericht zusammen. Dieser wurde anlässlich einer Abschlussveranstaltung zum Hochwasserschutzprojekt vorgestellt.

Lebensraum für Fisch und Vogel

Wie der kantonale Fischereiaufseher Marcel Zottele weiss, profitieren auch die Lebewesen im Wasser von der naturnahen Gestaltung des Flusslaufs: «Früher haben die Laichplätze für die Fische gefehlt. Mit der Aufwertung des Binnenkanals konnten nun ruhige Stellen geschaffen werden, die als Laichplätze und Lebensraum dienen.» Am meisten dürften die Äschen vom Projekt profitierten. Zudem leben heute auch Nasen im Rheintaler Binnenkanal, die vom Aussterben bedroht sind. Bei den Vögeln sieht es ähnlich aus. Mit dem Schwarzkehlchen hat ebenfalls ein seltener Vogel einen Lebensraum gefunden. Auch Stockenten, Höckerschwäne und im Winter Tafelenten fühlen sich in der idyllischen Flusslandschaft wohl. Trotz der ökologischen Aufwertung konnte der Hochwasserschutz mit der Senkung des Wasserspiegels deutlich erhöht werden. Dies war Voraussetzung, dass sich Bund und Kanton mit Subventionsbeiträgen an den Kosten beteiligen.

Gelungene Aufwertung

Gemeindepräsident Thomas Ammann freut sich über die positiven Ergebnisse des Monitorings. Er ist überzeugt, dass der Hochwasserschutz am Rheintaler Binnenkanal für alle eine Aufwertung darstellt. «Das visionäre Projekt konnte nur dank der hohen Beiträge von Naturschutzorganisationen realisiert werden. Ohne diese finanzielle Unterstützung hätte das Ökologieprojekt damals politisch keine Chance gehabt», erinnert sich Ammann.

Noch besteht Handlungsbedarf

Er ist hocherfreut über den gelungenen Abschluss und dankbar, dass beim letzten Hochwasser die getroffenen Massnahmen ihre Wirkung zeigten. «Viel hat allerdings nicht mehr gefehlt. Der Rheintaler Binnenkanal hätte nur noch wenige Zentimeter mehr Wasser führen müssen und er wäre auf Höhe Restaurant Kamor über die Ufer getreten», sagt Ammann. Er weiss, dass dort noch Handlungsbedarf besteht: «Das Gelände ist in diesem Bereich sehr unruhig und es hat sich weiter gesenkt. Mit baulichen Massnahmen soll dieses Defizit behoben werden.» Die Planungsarbeiten sind bereits im Gange.