Ein perfekter Abend mit Bliss

HEERBRUGG. Drei Überraschungen gab es am Eröffnungsabend der Schlosskonzerte: Bliss kann auch in Comedy, Kulturminister Martin Klöti kennt jetzt Aldo Zäch und Nils Burri, der als Newcomer das Publikum mit nur drei Liedern eroberte.

Maya Schmid-Egert
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Heimspiel für Bliss Das Publikum liess sich gerne auf diesen mit Humor gewürzten Vocal-Trip mitnehmen. (Bild: Maya Schmid-Egert)

Heimspiel für Bliss Das Publikum liess sich gerne auf diesen mit Humor gewürzten Vocal-Trip mitnehmen. (Bild: Maya Schmid-Egert)

HEERBRUGG. Gäbe es ein Ranking über die aufregendsten Kulturplätze im Tal (über die « places to be»), wäre die Heerbrugger Schlossremise gestern vermutlich ohne Konkurrenz auf Platz eins gelandet. Unter der bewährten Leitung von Aldo Zäch fanden an diesem hochsommerlichen Abend die siebten Schlosskonzerte statt.

Die Chance auf einen perfekten Abend im stimmigen Ambiente mussten die Besucher und Besucherinnen gewittert haben. 440 Konzertliebhaber kamen, darunter Regierungspräsident Martin Gehrer, alt Regierungsrätin Kathrin Hilber und ihr Nachfolger Martin Klöti, um zuerst im gediegenen Schlosspark einen stilvollen Apéro riche in bester Gesellschaft und danach den Bliss-Auftritt zu geniessen.

Preis für kulturelle Verdienste

Schlosskonzerte-Initiant Aldo Zäch nutzte die Gelegenheit, um jene Person, die «in der Regierung eine Stimme für die Kultur hat», vorzustellen. Der angesprochene Martin Klöti kam dieser spontanen Aufforderung nach und klärte auf: «Ich weiss zwar noch gar nicht, mit wem ichs zu tun hab.» Worauf Aldo Zäch amüsiert antwortete: «Sollte ich Sie einmal anrufen, wissen Sie jetzt, wer ich bin.» Das traditionelle «Glückselefäntli 2012» erhielt Göpf Spirig, frisch pensionierter Leiter der Rheintaler Kulturstiftung.

Bevor es mit dem noch unbekannten Berner Sänger Nils Burri und dann den heimischen Bliss weiterging, würdigte OK-Mitglied Martin Pozivil die Schlosskonzerte als «einen Kulturort mit Niveau, der in der Fast- und Feststädte Heerbrugg noch höher liegt als sein sowieso schon hohes, urbanes Zentrum.»

Mit «Highway to hell» röhrten die sechs Bliss-Mitglieder überraschenderweise los und setzten mit dem Hardrock-Klassiker sowie dem verbal abgefeuerten «Fuck you!» bewusst eine Gegenmarke zum Programm. «EuroMission» heisst dieses und nimmt den Zirkus rund um den seichten Eurovisions-Song-Contest nach allen Regeln der Kunst auf die Schippe. Matthias Arn, Claudio Tolfo, Christian Hiesch, Christian Schöbi, Nicolas Arn und Lukas Hobi mixen hemmungslos Comedy mit bekannten A-cappella-Songs, erzählen Witze, albern auf der Bühne herum. Besonders stark: «Sign your name» von Terence Trent d Arby. Besonders mutig: Madonnas «Like a virgin» in der Bliss-Version. Besonders frech: Die Witze über Fabian Cancellaras Olympiapech.

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