Ein Parkhaus fürs Mineralheilbad

ST. MARGRETHEN. Das Mineralheilbad wird im Herbst 2016 eröffnet. Die Eigentümerin will es langfristig weiterentwickeln und schafft dazu die Voraussetzungen. Landreserven hat sie bereits gekauft. Kurzfristig will sie ein Parkhaus bauen. Die Eigentümerin und die Gemeinde informierten am Dienstag.

Monika von der Linden
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Auf der Südseite des Mineralheilbades soll ein Parkhaus mit 285 Stellplätzen auf vier Parkebenen entstehen. (Bild: Monika von der Linden)

Auf der Südseite des Mineralheilbades soll ein Parkhaus mit 285 Stellplätzen auf vier Parkebenen entstehen. (Bild: Monika von der Linden)

Das Interesse der St. Margrether Bevölkerung am Mineralheilbad ist ungebrochen. Daran liess der Informationsanlass über die Entwicklung des Areals am Dienstagabend im Rheinausaal keinen Zweifel. Die Menschen freuen sich auf die Neueröffnung und darauf, bald wieder im eigenen Dorf baden oder in die Sauna gehen zu können.

Eröffnung im Herbst 2016

Der Rohbau des neuen Mineralheilbads ist fertig. Im Moment bringen die Handwerker die Fassade an und haben mit dem Innenausbau begonnen. Bis zur Eröffnung wird noch ein knappes Jahr vergehen. Die Planung, wie sich das Areal rund um das Bad entwickeln könnte, ist längst angelaufen. Sie wird in mehreren Etappen – unterteilt in Süd und Ost – erfolgen. Dringlich ist die Frage zu beantworten, wo die Autos der Gäste parkieren werden. «Ziel ist es, durch den Bau eines Parkhauses, ein Provisorium zu vermeiden», sagte Gemeindepräsident Reto Friedauer.

Tiefgarage ausgeschlossen

Zurzeit verfügt die Mineralheilbad St. Margrethen AG über 130 bewilligte Parkplätze. Damit zusätzlich Stellplätze geschaffen werden können, prüfte sie mehrere Varianten.

«Der Bau einer Tiefgarage ist ausgeschlossen, weil das ganze Areal in einer Grundwasserschutzzone liegt», sagte Ralf Hora von der Mineralheilbad AG. Nun hat die Eigentümerin den Neubau eines Parkhauses mit 285 Stellplätzen vorgesehen. Es soll auf der Südseite des Bades, parallel zur Falkenstrasse entstehen und mit einer getrennten Einfahrt (Walzenhauserstrasse) und Ausfahrt (Falkenstrasse) erschlossen werden.

Die Parkmöglichkeiten in einem Parkhaus zu konzentrieren und nicht auf mehrere Flächen zu verteilen, sei die richtige Lösung, sagte Hochbautechniker Daniel Rohner (Inhaber atm3). Mit der Variante werden die Verkehrssicherheit erhöht und die Lärmemissionen Richtung Wohngebiete reduziert. Dazu trägt auch bei, dass die Fassade an zwei Seiten geschlossen werden wird – Richtung Falken- und Walzenhauserstrasse.

Fussgängerstreifen verlegen

Der Bau eines Parkhauses mache einige bauliche Anpassungen am Knoten Falkenstrasse nötig, sagte Reto Friedauer. Hierzu gehört die Verlegung des Fussgängerstreifens. Er führt heute an der Verzweigung Meierhofstrasse über die Walzenhauserstrasse. Verlegt werden soll er auf die Höhe des bisherigen Eingangs des Mineralheilbades. «Wir leiten die Schüler um auf dem Weg zum Schulhaus Rosenberg – aus Sicherheitsgründen.» Dabei queren sie das Areal des Mineralheilbades und meiden den dann stärker befahrenen Knoten.

Ganzes Areal als Kurzone

Damit die Umgestaltung zonenkonform realisiert werden kann, bedarf es einer Umzonung. Raumplanerin Marilene Holzhauser (ERR Raumplaner AG) erläuterte die Veränderungen: «Der Ausbau erfolgt Schritt für Schritt.» Zunächst auf der Südseite und später auch auf der Ostseite des Bades. Die Umzonung betrifft aber das ganze Areal. Das Mineralheilbad liegt heute in einer Kurzone, die benachbarten Parzellen in der Zone WG3. Dort sind Wohn- und Gewerbebauten mit drei Geschossen erlaubt. Künftig soll das ganze Areal in einer Kurzone liegen.

Folgende Vorgaben enthält der Teilzonenplan Mineralheilbad Süd: Die Höhe des Parkhauses beträgt maximal 16 Meter, die Länge maximal 65 Meter. Die Masse erlauben den Einbau von vier Parkebenen – gegeneinander versetzte Halbgeschosse. So ist kein enges Rondell nötig. Weiter sind eine geschlossene und begrünte Fassade zu beiden Strassen sowie eine Dachbegrünung festgeschrieben. Neben den Stellflächen im Parkhaus sind keine weiteren Parkflächen zugelassen.

Der Teilzonenplan und Überbauungsplan Mineralheilbad Süd sowie das Strassenprojekt Knoten Falkenstrasse werden voraussichtlich vom 24. November bis 23. Dezember öffentlich aufgelegt. Sie unterliegen dem 40-tägigen fakultativen Referendum. Voraussichtlich im Februar 2016 beginnt das Baugesuchsverfahren.

In späteren Etappen sind weitere Bauten im Gebiet Ost denkbar. Zurzeit ist eine Studie in Bearbeitung, die einen Kopfbau vorsieht am Kreisel (Ausfahrt Walzenhauserstrasse/Einfahrt Hauptstrasse). Langfristige Absichten hat die Mineralheilbad AG für Bauten auf dem übrigen Areal. Dort könnten ein Hotel und weitere Gebäude entstehen, für Dienstleitungen wie Massage, für Ärzte oder Verkauf. Die Landreserve ist gross genug.