Ein königliches Konzert

Am Mittwoch lud die Rheintalische Gesellschaft für Musik und Literatur zu einem Musikabend von Adel ein: königlich von der Instrumentierung, der Werkwahl und dem Können der Musiker her.

Max Pflüger
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Perfektes Duett: Markus Hobi, Posaune, und Kurt Rothenberger, Trompete und Flügelhorn.

Perfektes Duett: Markus Hobi, Posaune, und Kurt Rothenberger, Trompete und Flügelhorn.

RHEINECK. Auf der Orgel, Königin der Instrumente, der Trompete, ebenfalls von königlichem Geblüt, und der Posaune mit ihrem sonoren Adel gestalteten die drei virtuosen Solisten Karl Hardegger, Kurt Rothenberger und Markus Hobi in der reformierten Kirche Rheineck einen abwechslungsreichen und bunten Musikabend. Er bildete eine weitere Perle in der RGML-Konzertreihe der «Orgel-plus-Konzerte».

Für den Adel und die Reichen

Königlich war auch die Auswahl der Werke von Komponisten aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts bis zur Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert: Musik aus Barock und Romantik bildete also den Schwerpunkt. Musik, die einst vornehmlich an fürstlichen Höfen und in adeligen und grossbürgerlichen Kreisen aufgeführt wurde.

Die Beatles passten bestens

Und sogar mit der Zugabe blieben die Musiker dem «blauen» Blut treu. Sie spielten, von Kurt Rothenberger majestätisch für Orgel, Trompete und Posaune arrangiert, «Yesterday» von den Beatles, die von Königin Elizabeth II. mit der Verleihung eines hohen britischen Verdienstordens 1965 ebenfalls geadelt wurden.

Die Beatles-Melodie passte in dieser sehr eigenständigen und gehörfälligen Interpretation hervorragend zu den vorangegangenen Werken.

Das Konzert bot eine reiche Auswahl an Bildern und Geschichten. Mit Orgelpräludien Einblicke in feierliche Gottesdienste, vor allem aber weltliche Themen: Verträumte Spaziergänge durch stimmungsvolle Landschaften, in denen Sonnenstrahlen durch zarte aufsteigende Nebel tanzten. Rasante Ritte über Wiesen, Felder und durch Wälder, Jagdszenen. Galante Tänze in reich verzierten Ballsälen, Opernaufführungen.

Mehrere der zehn aufgeführten Kompositionen wurden von Kurt Rothenberger eigens für die Instrumentierung Orgel-Trompete-Posaune arrangiert.

Verspielt und witzig

Mit zwei dreisätzigen Werken, dem «Concertino» von Otto Nicolai (1810–1849) und dem «Concertino pour Trombone» von Nikolai Rimski-Korsakow (1844–1908), präsentierten der Trompeter Kurt Rothenberger und der Posaunist Markus Hobi ihre solistischen Qualitäten. Eine Sonderstellung im Konzert nahm jedoch das Orgelsolo «Sortie» von Louis James Alfred Lefébure-Wely (1817–1869) ein: Übermütig, verspielt, witzig konnte der Organist Karl Hardegger seine virtuose Fingerfertigkeit auf der Klaviatur zum Ausdruck bringen. Durch das Publikum ging bei diesem humorvollen Stück ein vergnügtes Schmunzeln.

Mit tosendem Applaus bedankte sich das Publikum bei den drei Ausführenden. Die Zuhörer hatten fünf Viertelstunden voll abwechslungsreicher Musikalität, unterhaltender Melodien und technisch perfektem Können der Musiker erlebt.

Virtuoser und witziger Tanz der Finger auf der Orgel-Klaviatur: Solist Karl Hardegger. (Bilder: Max Pflüger)

Virtuoser und witziger Tanz der Finger auf der Orgel-Klaviatur: Solist Karl Hardegger. (Bilder: Max Pflüger)

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